Tourismus reagiert auf AK-Arbeitsklimaindex

WKO-Nocker-Schwarzenbacher: Arbeitszufriedenheit im Tourismus gestiegen

Wien (TP) - Durchaus positiv wertet die Obfrau der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Petra Nocker-Schwarzenbacher, die Ergebnisse des heute, Montag, seitens Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft präsentierten IFES-Arbeitsklimaindex 2013, wonach die Arbeitszufriedenheit im Tourismus gestiegen ist. Wie jedes Jahr wurden heuer rund 5.666 Arbeitnehmer in der gesamten österreichischen Wirtschaft nach deren Einschätzung ihrer Arbeitswelt befragt. Anhand der traditionellen "Sonderauswertung" für den Tourismusbereich (390 Befragte), im Vergleich mit dem Gesamtergebnis der anderen Branchen wie Gewerbe, Handel, Industrie, Bankangestellte oder Beamte, lässt sich ein erfreulicher Trend feststellen: Der Abstand des Tourismus im Gesamtindex hat sich um zwei Punkte verbessert und liegt mit aktuell 103 Punkten nur mehr knapp unter dem Durchschnitt von 107 Punkten.

Verbesserung in fast allen Kategorien

Am stärksten verbessert hat sich die Bewertung der Tourismusbeschäftigten in der Kategorie "Allgemeine Lebenszufriedenheit" (plus sechs Punkte) und in den Kategorien "Allgemeine Betriebszufriedenheit" und "Einkommen" (jeweils plus drei Punkte). Auch beim "Betrieblichen Führungsstil" konnten bessere Ergebnisse als noch vor einem Jahr erzielt werden. Die Abstände zu anderen Branchen sind in den Bereichen "Zeiteinteilung", "Allgemeine Zufriedenheit" und "Einkommen" geringer geworden, wenn auch noch nicht egalisiert. In den Belastungskategorien wie etwa "Physische Belastungen" und "Psychischer Stress" schneidet der Tourismus um ein bis drei Punkte besser ab als alle anderen Branchen.

Trotz schwieriger Arbeitsmarkt-Situation -Jobmotor Tourismus läuft auf hohen Touren

Den größten Rückgang in der Zufriedenheit der Tourismusbeschäftigten seit 2013 gab es in der Kategorie "Arbeitsmarktchancen" zu verzeichnen, was angesichts der allgemeinen Situation am Arbeitsmarkt für die WKÖ-Tourismussprecherin leider nachvollziehbar ist. Nocker-Schwarzenbacher betont aber: "Der Jobmotor Tourismus- und Freizeitwirtschaft läuft auf einer sehr hohen Drehzahl auf Touren." Die aktuellen Beschäftigungszahlen bestätigen das: Obwohl das Wetter in diesem Sommer nicht immer heiter war, ist die Beschäftigung im Hotel- und Gastgewerbe im Juli 2014 im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um rund 1,1 Prozent oder Plus rd. 2.400 Beschäftigten gestiegen (von 216.420 Personen im Juli 2013 auf 218.818 Personen im Juli 2014). Im Fünf-Jahresvergleich hat allein das Hotel- und Gastgewerbe von Juni 2009 mit 195.843 Beschäftigten bis Juli 2014 um stolze 22.975 Beschäftige oder 11,7 Prozent zugelegt.

Angesichts dieser Daten und der aktuellen Arbeitsmarktsituation sollte man der Branche Anerkennung zollen, so Tourismus-Sprecherin Nocker-Schwarzenbacher: "Ich kann mit konstruktiver Kritik leben, aber es ist an der Zeit, den rund 90.000 Betrieben in der Tourismus-und Freizeitwirtschaft und den durchschnittlich 260.000 Beschäftigten in unserer Sparte, die jeden Tag gerne in diesen Betrieben arbeiten, ganz offiziell Danke zu sagen." Über 450.000 Menschen waren 2013 laut Daten des Instituts für Höhere Studien (IHS) zumindest einen Tag im Hotel- und Gastgewerbe beschäftigt, von der Vollzeit-Beschäftigten bis zum Studenten, der sich sein Taschengeld in Aushilfe aufbessert.

Arbeitszeiten und Bezahlung: Tendenz in die richtige Richtung

Dass die Zufriedenheit bei den Arbeitszeiten und der Bezahlung im Tourismusbereich um einige Prozentpunkte niedriger ist als bei Beamten, Bankangestellten und Co., kommentiert die WKO-Tourismusobfrau:" Ja, es stimmt: Unsere Arbeitszeiten sind nicht dieselben wie im Büro. Tourismus- und Freizeitwirtschaft findet auch dann statt, wenn andere frei haben, also auch am Abend und am Wochenende. Es ist die Aufgabe von Betrieb und Mitarbeitern, die Zeiteinteilungen bestmöglich vorzunehmen. Freizeit und Zeitausgleich gibt es aber genug. Wir sehen uns hier auf einem guten Weg." Die Bezahlung dürfe nicht nur am Mindestlohn festgemacht werden. Das Trinkgeld ist steuerfrei, die Unterkunft in den Tourismusgebieten sowie die Verpflegung ebenso, in vielen Bereichen wird über dem Kollektivvertrag (KV) bezahlt. Das werde, so Nocker-Schwarzenbacher, nicht genug berücksichtigt: "Wir müssen die Sache ganz sachlich angehen. Wir werden die Arbeitszeiten nicht einfach ändern können, genau so wenig wie bei der Polizei, in den Krankenhäusern oder im öffentlichen Verkehr. Aber wir können daran arbeiten, das Bestmögliche daraus zu machen."

Kollektivverträge

Die aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen will Nocker-Schwarzenbacher nicht im Detail kommentieren: "Die Bundessparte ist kein KV-Verhandler." Die Mitarbeiter hätten ein Anrecht auf einen angemessenen Mindestlohn. Jedoch müsse sich die Gewerkschaft die Frage gefallen lassen, warum man nicht auch bei den Rahmenbedingungen weiter komme. Das österreichweit einheitliche Lohnsystem sowie Arbeitszeitflexibilisierung mit entsprechendem Zeit-und Lohnausgleich sollten wieder auf die Tagesordnung kommen. "Das Einzige, was übrig bleibt, ist die Behauptung, die Arbeitgeber wollten die Nachruhezeit generell auf acht Stunden kürzen. Das stimmt so einfach nicht."

Nocker-Schwarzenbacher: Beschäftigen statt beschädigen!

Einhaken möchte WKO-Tourismussprecherin Nocker-Schwarzenbacher bei den Ergebnissen in der Kategorie "Gesellschaftlicher Status". Hier liegt die Einschätzung der Tourismusbeschäftigten mit 66 Punkten hinter dem Durchschnitt der anderen Branchen (69 Punkte) zurück. "Wenn die Gewerkschaft also vor einem stotternden Jobmotor warnt, dann ersuche ich deren Vertreter, daran zu denken, ab und an auch positive Signale zu setzen. Mit Pauschalurteilen und rein negativen Aussagen schafft man keine Beschäftigung, sondern nur Beschädigung", so Nocker-Schwarzenbacher und kündigt abschließend für 2015 eine Imagekampagne "Tourismus- und Freizeitwirtschaft" an: "Wir werden am Mittwoch in Alpbach in einer Spartenkonferenz dafür die Weichen stellen." (ES)

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. Jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz in Österreich ist direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft abhängig. Die Branche erwirtschaftet eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 42 Milliarden Euro, das sind mehr als 15 Prozent des BIP.

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