Start der Allergeninformationsverordnung im Gastgewerbe am 13. Dezember 2014

WKÖ Nocker-Schwarzenbacher: „Sehr viel Bürokratie für unsere Betriebe“

Wien (TP/OTS) - Seit heute, 13. Dezember 2014, gilt die EU-Allergeninformationsverordnung in Österreich. Über 50.000 Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe müssen ab sofort Auskunft über Zutaten geben, die Allergene enthalten. Die Obfrau der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, Petra Nocker-Schwarzenbacher, erklärte dazu: "Speisekarten müssen umgeschrieben, Dokumentationen erstellt werden. Das bedeutet sehr, sehr viel Bürokratie für unsere Betriebe."

Klarheit über Ausnahmen im Anwendungsbereich

Betreffend der Ausnahmen vom Anwendungsbereich gibt es da und dort noch Missverständnisse, die hiermit klar gestellt werden sollen. "Tatsache ist, dass es nach dem Gesetz keine Ausnahme von der Allergeninformationsverordnung gibt! Der Konsument mit Allergien oder Unverträglichkeiten bleibt immer derselbe, egal ob im Handel, in der Gastronomie oder beim Zeltfest," erläutert Petra Nocker-Schwarzenbacher. "Trotzdem werden wir den politischen Willen des Gesundheitsministeriums akzeptieren, dass bei Feuerwehrfesten der private Verkauf von explizit privat hergestellten Mehlspeisen sowie Brotaufstrichen nicht in den Anwendungsbereich fallen soll. Bei allen anderen Vereinsfesten, Zeltfesten, Märkten etc. jedoch unterliegt jeder Verkauf/jede Verabreichung von Lebensmitteln dem Anwendungsbereich der Allergen-Verordnung.

Eine zweite vertretbare Ausnahme vom Anwendungsbereich sieht die Bundessparte Tourismus bei Schulveranstaltungen ohne öffentlichen Charakter sowie bei klar erkennbaren Wohltätigkeitsveranstaltungen (Spendenbox), wo Lebensmittel gegen freie Spende (kein Verkauf!) abgegeben werden. Damit können private Wohltätigkeitsorganisationen oder Vereine auf ihren Ständen typischerweise Getränke, Punsch, Kekse, Kuchen sowie Brote mit Aufstrichen gegen freie Spende anbieten. Es muss sich dabei aber klar ersichtlich um freie Spenden für einen klar ersichtlichen wohltätigen Zweck und nicht etwa um einen versteckten Verkauf handeln.

Beraten statt Strafen

Positiv wertet die Tourismus-Spartenobfrau Nocker-Schwarzenbacher die kürzlich geführten Gespräche mit dem Gesundheitsministerium zur Umsetzung der Verordnung: "Wir gehen im ersten Jahr nach Inkrafttreten (2015) davon aus, dass die Behörden im Prüfungsfall beratend und nicht strafend tätig sein werden. Das soll kein Freibrief sein, aber wer sich in der Umsetzung redlich bemüht, soll zumindest zu Beginn beraten und unterstützt werden", so die Tourismusspartenobfrau abschließend.

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. Jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz in Österreich ist direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft abhängig. (WZ)

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