Haber-Studie beweist hohe Wertschöpfung durch das Kurwesen

Je 100 Betten werden im Kurwesen 39 Arbeitsplätze geschaffen ÖHKV legt Buch über natürl. Heilvorkommen und Kurorte neu auf

Wien (TP/OTS) - Kuranstalten und Heilbäder haben eine große, bisweilen unterschätzte Bedeutung für Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze in ländlichen Regionen. Dies ergibt eine von Univ.Prof. Dr. Gottfried Haber (Donau-Universität Krems) erstmals durchgeführte Analyse über "Regionalökonomische Effekte des Kurwesens", die er am Mittwoch, 21.1. Jänner, bei einer Pressekonferenz des Österreichischen Heilbäder- und Kurorteverbandes (ÖHKV) in Wien präsentierte. Die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges wird durch die Herausgabe eines neuen Handbuches über "Natürliche Heilvorkommen und Kurorte in Österreich" unterstrichen, das ebenfalls der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit dem neuen "Bäderbuch" liegt erstmals seit 30 Jahren wieder ein top-aktueller Überblick über aller Einrichtungen dieses Sektors vor.

Wie Prof. Haber in seiner Studie hervorhebt, profitieren viele Branchen von den von den Kurbetrieben hervorgerufenen Wertschöpfungseffekten, wovon vor allem die lokale Wirtschaft der betreffenden Regionen profitiert. Weitere positive Folgeeffekte betreffen Infrastruktur, Image und Standortqualität. "Investitionen in diesen Sektor zahlen sich sowohl regional als auch gesamtwirtschaftlich aus", betont Haber. Ausdrücklich unterstreicht der Studienautor die positiven Aussichten des Gesundheitstourismus und das Potenzial der Kurbetriebe. "Diese haben einen Leuchtturmeffekt und können als Leitbetriebe im Ort viel bewirken!".

Nach den strengen Auswahlkriterien der Studie lassen sich 116 private Kurbaetriebe mit 13.115 Betten dem Kurwesen zuordnen (ausgenommen Wien). Ihr Beitrag zum heimischen Bruttosozialprodukt summiert sich auf 419 Millionen Euro. 2013 wurden 3,45 Millionen Nächtigungen in diesen Betrieben erzielt, von denen 97,4 Prozent auf inländische Gäste entfielen. Im Einzelnen ergibt die in Zusammenarbeit mit dem ÖHKV im Zeitraum Jänner bis Oktober 2014 durchgeführte Untersuchung, dass im Kurwesen je 100 Betten 39 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die direkte Wertschöpfung je Bett liegt bei 16.100 Euro. Durch Folgeeffekte erhöht sich dieser Betrag auf 33.140 Euro. Je 1.000 Übernachtungen werden 59.000 Euro (direkt) bzw. 121.000 Euro (durch Folgeeffekte) erzielt.

Prof. Marktl: "Das neue Buch unterstreicht die besondere Bedeutung der balneologischen Kur als zeitgemäße Methode der Gesundheitsförderung"

Der letzte umfassende Überblick über das heimische Kurangebot stammte aus dem Jahr 1985. Im ersten Teil des Buches werden die natürlichen Heilvorkommen und Kurorte detailliert angeführt, während der zweite Teil Beiträge über die Geschichte der Kur, die gesetzliche Regelung des Kurwesens sowie die Grundlagen der medizinischen Kur enthält. Wie Univ.Prof. Dr. Wolfgang Marktl, der wissenschaftliche Leiter der Fibel, erklärte, soll mit diesem Werk der besondere Stellenwert der Kur im heimischen Gesundheitswesen unterstrichen werden. Die komplexe medizinische Kur bewähre sich, so der Autor des Buches, nach wie vor in den Bereichen der Pflege, der Vorsorge und der Wiedererlangung der Gesundheit: "In einer Zeit, in der eine ganzheitliche Medizin auch international an Bedeutung gewinnt, ist die balneologische Kur eine aktuelle und zeitgemäße Methode der Gesundheitsförderung" so Marktl.

Inhalte des Buches und weitere Informationen finden Sie auch auf:
www.kurfibel.at. Das Buch kann über den Österr. Heilbäder- und Kurorteverband bezogen werden. (info@oehkv.at, Tel.: 01/5121904)

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