Absturz Österreichs im aktuellen Tourismus-Ranking des World Economic Forum

WKÖ-Nocker-Schwarzenbacher: „Geplante Mehrwertsteuererhöhung würde Tourismusstandort Österreich weiter schwächen“

Wien (TP/OTS) - Im aktuell präsentierten Report des World Economic Forum (WEF) mit dem Ranking der wettbewerbsfähigsten Tourismusdestinationen der Welt liegt Österreich 2015 nur noch auf Platz 12. "Nach dem dritten Platz im letzten Report 2013 bedeutet dies einen Absturz um gleich neun Plätze", zeigt sich die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, Petra Nocker-Schwarzenbacher, alarmiert.

Der Report des WEF listet in seinem Index 140 Staaten nach ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Reise- und Tourismussektor auf. Nach dem Verlust des ausgezeichneten dritten Platzes 2013 rangiert Österreich nun hinter Spanien (1. Platz), in Folge Frankreich, Deutschland, Vereinigte Staaten, Großbritannien, Schweiz, Australien, Italien, Japan, Kanada und Singapur auf dem 12. Platz. Die Schweiz, wettbewerbsfähigstes Tourismusland des Jahres 2013, rangiert nunmehr auf Rang 6, Deutschland, im letzten Ranking auf Platz 2, konnte sich auf dem Stockerl behaupten und liegt heuer auf Platz 3 . "Die Schweiz hat mit dem Frankenkurs an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, andererseits hat die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland von 19 auf 7 Prozent einen Innovations- und Investitionsboom ausgelöst, der sich nun bezahlt macht", analysiert Nocker-Schwarzenbacher.

Die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von 10 auf 13 Prozent würde die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Tourismus weiter schwächen und im europäischen Steuerwettbewerb der Beherbergung nur noch Platz 24 unter den 28-EU-Länder bedeuten. Gleichzeitig haben etwa Länder wie Portugal und Deutschland mit Mehrwertsteuersätzen von 6 bzw. 7 Prozent auf Beherbergung ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Die Tourismusländer Italien, Spanien und Frankreich bleiben bei 10 Prozent Mehrwertsteuer und folgen damit auch der klaren Empfehlung der Europäischen Union, die Mehrwertsteuer auf Dienstleister niedrig zu halten. Dies schlägt sich auch im aktuellen WEF-Ranking nieder, in dem sich Spanien von Platz 4 (2013) auf den 1. Platz katapultiert hat und sich Italien von Platz 26 auf Platz 8 sowie Frankreich von Platz 7 auf Platz 2 verbessert haben.

"Die Bundesregierung würde richtig entscheiden, die geplante Mehrwertsteuererhöhung für den Tourismus nicht umzusetzen", bringt es Nocker-Schwarzenbacher auf den Punkt: "Es wäre eine wesentliche Kompetenzfrage der Politik, eine angekündigte Linie nicht einfach ‚aus Prinzip‘ zu halten, sondern die Weichen auch kurzfristig wieder richtig zu stellen." Neben der Steuerthematik belasten auch viele andere Themen die Branche: "Wir reden hier nicht mehr von einer Belastungswelle, sondern von einer Belastungslawine", so Nocker-Schwarzenbacher. Eine überbürokratische Allergenkennzeichnung, die Ungleichbehandlung bei privaten und öffentlichen Gebäuden bei der Umsetzung der Barrierefreiheit oder die neuerliche Änderung beim Thema Tabakgesetz seien nur drei Beispiele, kritisiert Nocker-Schwarzenbacher: "Die 90.000 Tourismusbetriebe brauchen endlich wieder Entlastung, nicht ständig Belastung."

Im Bereich der "Priorität der Tourismusindustrie für die Regierung" ist Österreich im Ranking des WEF von 14. auf den 20. Platz 20 abgerutscht. Dieses Ergebnis ist umso problematischer, als der Verlust der Position nicht auf Verbesserungen anderer Nationen, sondern auf eine Verschlechterung des nationalen Vergleichswertes von 6,3 im Jahr 2013 auf 5,5 im Jahr 2015 zurückzuführen ist.

"Während sich Deutschland im Gesamtranking weiterhin mit dem 3. Platz im Spitzenfeld behauptet, sind wir um neun Plätze nach hinten gerutscht, da schrillen bei mir alle Alarmglocken, ich hoffe, dass dieses Ergebnis endlich aufrüttelt", so Nocker-Schwarzenbacher. (PWK323/ES)

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich ist die solidarische Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit-und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. 600.000 Arbeitsplätze (jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz) hängen direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft ab (WIFO).

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