Kongresstourismus in Wien top - Aber wie lange noch?

Durch geplante Umsatzsteueränderungen bei Reiseleistungen ab 2016 massive Schwächung des Kongressstandort Wien prognostiziert - Dringendes Handeln gefordert

Wien (TP/OTS) - Der Wiener Tourismusverband bedankte sich erst kürzlich im Rahmen einer prestigeträchtigen Gala im Rathaus bei mehr als 340 Wiener Kongressveranstaltern für deren Beitrag zur Wiener Kongresswirtschaft im Jahr 2014. Der Anteil der durch Kongresse generierten Nächtigungen am gesamten touristischen Aufkommen Wiens betrug im Vorjahr 11 Prozent, die Wertschöpfung erreichte rund 900 Millionen Euro und 17.000 Ganzjahresarbeitsplätze in Österreich konnten durch Wiens Kongresswirtschaft gesichert werden. Die Branche wird also gefeiert, jedoch blickt Markus Grießler, neuer Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien, durchaus kritisch in die Zukunft des Wiener Kongresstourismus. "Die Wiener Kongresswirtschaft leistet großartige Arbeit. 2014 verzeichnete Wien sein zweitbestes Kongressergebnis mit 3.582 Kongressen und Firmenveranstaltungen, doch das bisherige Rekord-Ergebnis 2012 wurde leider verfehlt. Die dadurch bewirkten Nächtigungen sind gegenüber dem Vorjahr zwar um 6 % gestiegen, liegen aber mit 1.490.695 ebenfalls unter dem Rekord von 2012."

Jede Stadt will den Kongresstouristen

Der Kongresstourismus ist ein hartumkämpfter, so gut wie jede Stadt ringt um den wertvollen Kongresstouristen, der deutlich mehr Geld in der jeweiligen Destination lässt, genauer gesagt 474 Euro pro Kopf und Nächtigung in Wien. Andere Touristen geben durchschnittlich ca. 250 Euro in unserer Stadt aus. "Wiens Vormachtstellung beim Kongresstourismus muss weiterhin ausgebaut werden. Deshalb läuten bei mir die Alarmglocken, wenn ich höre dass das österreichische Finanzministerium einen Alleingang bei der Besteuerung von Reiseleistungen plant. Dies würde sich für den Bereich der Incoming-Reisebüros (Verkauf von inländischen Reiseangeboten an in-und ausländische Firmen oder Unternehmen, Reisebüros und Reiseveranstalter) sowie Kongresse (MICE - Meetings, Incentives, Conventions und Events) höchst problematisch auswirken und unweigerlich ein Zurückfallen im Kongressstädte-Ranking bedeuten und somit für uns alle: Weniger Geld in unseren Kassen und weniger Arbeitsplätze", so Grießler.

Änderung bei der Besteuerung von Reiseleistungen

Hintergrund: Bis jetzt haben die österreichischen Reisebüros bei der Verrechnung von Dienstleistungen für Unternehmen von ihrem Recht auf Vorsteuerabzug Gebrauch gemacht. Nach einen EuGH-Urteil soll das jetzt nicht mehr möglich sein. "Während andere europäische Länder gar nicht daran denken, dies umzusetzen, bevor es eine einheitliche europäische Regelung dazu gibt, hört man, dass das österreichische Finanzministerium im vorauseilenden Gehorsam bereits an der gesetzlichen Umsetzung arbeitet", kritisiert der Spartenobmann. Somit würden sich die Kosten für Kongresse in Österreich automatisch erhöhen, während andere europäische Kongressdestinationen weiterhin mit billigeren Angeboten punkten könnten.
"Ich fordere somit das Finanzministerium auf, im Sinne der Unternehmerinnen und Unternehmer die drohende Besteuerung nochmals mehr als kritisch zu überdenken und den Kongressstandort Wien in so schwierigen Zeiten wie diesen nicht noch mehr zu belasten, als die Tourismuswirtschaft es aktuell sowieso schon ist. Noch einen Schlag können wir nicht verkraften", so Grießler.

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