Steuerreform: Keine Entschärfung für Tourismus

Nachbesserungen im Tourismus reine Augenauswischerei

Wien (TP/OTS) - Kommt die Steuerreform in der vorliegenden Form, wären Übergaben oder Verkäufe fast unmöglich. Viele Arbeitsplätze würden verloren gehen. Die ÖHV fordert die versprochenen Änderungen ein.

Die angekündigten Erleichterungen für den Tourismus entpuppen sich als große Mogelpackung: Sie wäre das Ende des Tourismus in Österreich, wie wir ihn kennen. Betriebsübergaben nach dem neuen Modus könnte sich kaum jemand leisten: "3,5 % vom Verkehrswert haben Investorengruppen in der Portokasse. Eine Unternehmerfamilie kann es nicht finanzieren", erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). noch dazu wird die MwSt-Erhöhung die EGTs empfindlich schmälern. Dass Tourismussprecher oder Unternehmervertreter so eine "Steuerreform" gutheißen, kann Reitterer sich nicht vorstellen: "Die Zustimmung wurde vorbehaltlich substanzieller Nachbesserungen im Tourismus gegeben. Die gibt es nicht. Wer das Gegenteil behauptet, sagt nicht die Wahrheit", erinnert Reitterer an ein Versprechen, das einzuhalten ist.

Marktbereinigung per Gesetz: Leitbetriebe werden ruiniert

Reitterer warnt explizit vor der Reform: "Das ist extrem wirtschafts-und standortschädlich. Die Reform bringt uns genau dorthin, wo wir nicht hinwollten: Leitbetriebe sperren zu, Arbeitsplätze, Devisen, Investitionen fallen weg." Bisher haben sich Massenentlassungen auf Industriegebiete konzentriert. Die Steuerreform der Bundesregierung brächte sie in florierende Tourismusregionen. "In Summe werden weit mehr Arbeitsplätze verloren gehen als die ursprünglich berechneten 3.000", warnt Reitterer.

Standort-Management gefragt

Zuerst wurde gesagt, die MwSt. werde nicht erhöht, dann wurden Nachbesserungen versprochen: Beides entpuppt sich im Nachhinein als falsch: "Egal ob es wieder die Wünsche der Beamten waren oder ob man das übersehen hat: So kann eine Regierung hart arbeitende Unternehmer nicht behandeln. Unser Standort-Management muss performen und sich an der Spitze orientieren", fordert Reitterer.

Nein zu selektiver Belastungspolitik

Viele Hoteliers haben gemeint, eine neue, unternehmerische Handschrift in der Steuerpolitik zu erkennen. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung. Reitterer setzt noch auf den rechtsstaatlichen Prozess der Begutachtung: "Die Regierung selektiert Unternehmen danach, ob sie mit Abwanderung oder Massenentlassungen drohen können oder nicht: Für die einen werden die Förderungen erhöht, für die anderen die Belastungen. Wer dem Interessenausgleich verpflichtet ist, kann so einer selektiven Belastungspolitik nicht zustimmen", erklärt Reitterer.

Leistungsträger KMU

Der Großteil der 1.300 ÖHV-Mitglieder sind Familienbetriebe. Mit 160.000 Betten repräsentieren sie rund 2/3 der 4- und 5-Sterne-Hotels in Österreich. Wenn die nächste Generation sie nicht übernimmt, bricht der wirtschaftliche Kreislauf in der Region zusammen - mit unweigerlichen Arbeitsplatzverlusten in Werbung, Verkehr, Handel, Gastronomie, Gewerbe, Sport-, Kultur- und Freizeitbetrieben sowie den Gemeinden.

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