Augenlicht und Lebensqualität schenken

4.000 europäische Augenärzte beim SOE2015 Ophthalmologie-Kongress Anfang Juni in Wien

Wien (TP/OTS) - Vom 6. bis 9. Juni werden neueste Erkenntnisse von der Neuroophthalmologie und Netzhautforschung bis hin zur Hornhautchirurgie im Austria Center Vienna präsentiert. Sie sollen 3,43 Mio. österreichischen PatientInnen neue Lichtblicke ermöglichen.

3,43 Millionen Österreicher leiden an Augenerkrankungen

Rund 40 % der Bevölkerung in den Industrieländern sind von Augenerkrankungen betroffen. Alleine in Österreich sind dies 3,43 Mio. Menschen. Rund die Hälfte davon leiden an „stillen Augenerkrankungen“, die ohne augenärztliche Untersuchung häufig lange unentdeckt bleiben, jedoch in Hinblick auf eine langfristig höhere Lebensqualität frühzeitig behandelt werden sollten. Zu diesen „stillen Augenerkrankungen“ zählen diabetische Netzhauterkrankungen, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Auch der „Grüne Star“ bzw. Glaukom, der durch erhöhten Augendruck ausgelöst wird, ist meist schon irreversibel, wenn PatientInnen erste Symptome wie Gesichtsfeldeinschränkungen wahrnehmen. „Ganz zentral ist es daher, dass die PatientInnen regelmäßig und in allen Lebensabschnitten vom Augenarzt untersucht werden. Die Beratung durch Optiker allein ist leider kein Ersatz für wichtige Netzhautuntersuchungen“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, Vorstand der Augenabteilung KA Rudolfstiftung Ludwig Boltzmann Institut für Retinologie und biomikroskopische Laserchirurgie, die auch Mitglied des SOE-Kongress-Komitees ist.

 

Die Art der Augenerkrankungen selbst variiert je nach Lebensalter stark: So sind Kinder und Jugendliche häufig von Kurz-, Weit- und Fehlsichtigkeit sowie vom Schielen betroffen. Erwachsene zwischen 20 und 40 leiden häufig unter trockenen Augen, Entzündungen und Symptomen, die als Augenerkrankung wahrgenommen wird, jedoch auf andere körperliche Erkrankungen zurückzuführen sind. Genau diese Diagnostik macht die Ophthalmologie auch zu einer oftmals unterschätzten Querschnittsmaterie, die als wesentliches Bindeglied zu HNO, Dermatologie, Neurologie, inneren Medizin und Pädiatrie fungiert. Die Neuroophtalmologie stellt so beispielsweise den Zusammenhang zwischen Symptomen wie Gesichtsfeldausfällen und ihren neurologischen Ursachen her.

Ab 40 Jahren treten bei PatientInnen vor allem der Graue Star, der Grüne Star, die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und diabetische Netzhautveränderungen auf. Gleichzeitig steigt auch das Augenerkrankungsrisiko in dieser Altersgruppe steil an, so leiden etwa 60 % der Über-45-Jährigen und 80 % der 75-Jährigen an Augenerkrankungen.

Österreich mitführend bei der Behandlung von retinalen Erkrankungen
Die Diskussion der aktuellen Erkenntnisse zur Behandlung von Augenkrankheiten am SOE-Kongress zeigen auch die wichtige Rolle, die österreichische Mediziner auf diesem Gebiet spielen. Gerade bei Netzhautdegenerationen, wie der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), welche die häufigste Erblindungsursache im Alter darstellen, konnten bedeutende Fortschritte mit verschiedenen Behandlungsmethoden erzielt werden. Ein europäisches Forschungsprojekt, das von Genf aus geleitet wird und bei dem auch das Forschungsteam rund um Prim. Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder mit der Rudolfstiftung Wien beteiligt ist, arbeitet so am Einsatz von genetisch veränderten Netzhautzellen für die Behandlung von Makuladegenerationen. In anderen Zentren in den USA, Japan und Großbritannien werden embryonale Stammzellen in klinischen Studien getestet. Der Status-quo dieser Forschungen und neue pharmakologische Therapien bei verschiedenen Formen der Makuladegeneration sind zentrale Themen am internationalen Ophtalmologie-Kongress.

Neue chirurgische Techniken durch österreichische OCT-Methode und Laser

Wien ist auch bei den chirurgischen Techniken in der Netzhaut-Forschung spitze. Das Team rund um Prof. Dr. Wolfgang Drexler, Leiter des Zentrums für medizinische Physik und biomedizinische Technik an der Meduni Wien, hat ganz entscheidend zur Entwicklung der optischen Kohärenztomographie (OCT) beigetragen, die ihren Ursprung ebenfalls in Wien hatte. Binder mit der Rudolfstiftung Wien konnte gemeinsam mit dem feinmechanisch-optischen Unternehmen Carl Zeiss Meditec ein OCT-Gerät entwickeln, das es ermöglicht, auch während der Operation über das Mikroskop diese Bildgebung einzusetzen. Dieser Prototyp wurde 2009 erfolgreich in Wien gestartet und verbessert seither das Ergebnis bei Kataraktoperationen und Glaskörperchirurgie. Andere OCT-Methoden wurden ebenfalls am Wiener AKH entwickelt, wo jährlich an etwa 30.000 PatientInnen diese Untersuchung durchgeführt wird.

Salzburg wiederum leistet mit seiner Forschungsgruppe rund um Prim. Univ. Prof. Dr. Günther Grabner Pionierarbeit in der Hornhaut- und Kataraktchirurgie. Durch den Einsatz von innovativen Laser-Techniken können Fehlsichtigkeiten und Linsentrübungen nachhaltig korrigiert werden. Für seinen Einsatz rund um die refraktive Chirurgie wurde Grabner 2012 mit dem internationalen „Barraquer Award“ der International Society of Refractive Surgery, eine Art „Oscar“ der Retinologie, geehrt.

Medikamentenerfolge durch Kombinationstherapien

Auch die pharmakologische Forschung verzeichnet Erfolge durch den Einsatz von neuen Kombinationstherapien. Konnte beispielsweise bisher bei der AMD-Behandlung nur ein Protein als Ursache für die Erkrankung angesprochen werden, können durch die neuen Kombinationsmedikamente auch weitere Auslöser mitbehandelt werden. Bislang war lediglich eine medikamentöse Behandlung der „feuchten AMD“ möglich.

5 Jahre längere Lebenszeit durch Therapien und kostengünstige Operationen

All die neuen Erkenntnisse des SOE-Kongresses helfen, bestehende Operations-techniken für die PatientInnen angenehmer zu gestalten und die Lebensqualität – vor allem von älteren Menschen - durch das längere Erhalten der Sehkraft wesentlich zu erhöhen. So sind beispielsweise ein Arbeiten ohne Brille und eine Therapie mit leichter verträglichen Medikamenten möglich.

Zudem gehören Augentherapien prinzipiell zu den häufigsten Behandlungen und Augenoperationen zählen zu den im Preis-Leistung-Verhältnis kostengünstigsten Operationen, die durch die Verbesserung des Sehvermögens die durchschnittliche Lebenszeit um 5 Jahre erhöhen können.

Über SOE
Die European Society of Ophthalmology (SOE) ist die Organisation der europäischen Ophthalmologen und umfasst Mitglieder in 40 Nationen. Alle zwei Jahre werden beim SOE-Kongress, der heuer 4.000 Augenärzte nach Wien ins Austria Center Vienna zieht, die neuesten Erkenntnisse der Augenheilkunde ausgetauscht.Über das Austria Center Vienna

Das Austria Center Vienna wird von der IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) betrieben, die auch für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) verantwortlich ist. Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Büros und Meetingräumen sowie rund 42.000 m2 Veranstaltungsfläche (davon 22.000 m2 Ausstellungsfläche) Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen. Die IAKW-AG und damit das Austria Center Vienna stehen unter der Leitung von Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner. www.acv.at.

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