ÖHV-Reitterer: Studie über AirBnB ist zu wenig: Wien muss handeln!

Wien (TP/OTS) - Es erinnert an die Sonntagsöffnung, aber es geht um AirBnB: Weltweit kommen die Stadtregierungen in die Gänge, Wien untersucht das Problem einmal. Die ÖHV fordert Lösungen und etwas mehr Tempo.

"Sharing ist okay. Aber gegen Shadow Economy muss die Politik entschieden vorgehen. Ein Papier veröffentlichen ist zu wenig", fordert Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). AirBnB agiert überall gleich, aber die Politik reagiert überall anders: in New York, Paris, Berlin oder Barcelona restriktiv, in Wien gar nicht. Barcelona bestraft Schwarzvermietung mit 30.000 Euro, Wien gibt eine Studie in Auftrag. "Eine Studie als einzige Reaktion auf Steuerreduktion mit System ist ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Steuerzahler", kritisiert Reitterer.

Stark nachgefragt: "Live like a local"

"Live like a local" steht nicht in der Kritik, hält Reitterer fest:
"Neue Städte erkunden, bekannte Städte neu entdecken, der Blick hinter die Kulissen ist interessant. Den wollen wir nicht stoppen." Doch das befreit den Vermieter nicht von der Steuerpflicht: "Auch die Vermieter der ‚locals‘ zahlen Steuern", entgegnet Reitterer den Sozialromantikern, die das knallharte Geschäftsmodell der Konzerne in Diskussionen gerne ausblenden.

Ehrliche Steuerzahler dürfen nicht draufzahlen

Die Kritik an AirBnB konzentriert sich auf das Geschäftsmodell: Es ist darauf ausgelegt, Steuern zu vermeiden. AirBnB macht es sich leicht, verweist an die Hosts, fordert sie auf, Gesetze einzuhalten. Ob das reicht? Es wird sich zeigen: Das Finanzministerium hat Steuerfahndungsansuchen an Länder geschickt, in denen Sharing-Plattformen ihren Sitz haben. "Wir werden sehen, wieviel Geld an der Steuer vorbeimanövriert wird. Wichtiger wird aber sein, das System zu knacken: Schließen wir die Steuerlücken, dann müssen wir nicht jedem Euro nachlaufen. Das zahlt ja auch der ehrliche Steuerzahler", so Reitterer.

Reitterer fordert "To do"-Liste statt "Best Practice"-Sammlung

Die von der Stadt Wien beauftragte Analyse zur Shadow Economy in Wien zeigt: Es gibt viel zu tun. So hat mittlerweile sogar San Francisco, die Geburtsstadt von AirBnB, mit einer Registrierungspflicht für Vermieter reagiert. Davon, dass Wien das andenkt, ist keine Rede -trotz erwiesener Einnahmenausfälle für die Stadt und anderer Probleme, die die Studienautoren anführen. Auch der Amsterdamer Ansatz - ein Abkommen mit AirBnB zur Abführung der Tourismusabgaben -und die Vorgangsweise von Berlin (hat die Zweckentfremdung von Wohnungen zur touristischen Nutzung verboten) werden nur als Beispiel angeführt: "Bekannte Vorgangsweisen zusammenzufassen ist zu wenig. Die Stadt muss handeln", erklärt Reitterer.

Hotels schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern

Der Blick hinter die Kulissen einer Stadt ist so legitim wie der Wunsch nach mehr Einblick in die undurchsichtigen Praktiken der Steuervermeidung. Denn im Gegensatz zum kleinen, unkontrolliert wachsenden Segment der Shadow Economy, beschäftigen die 1.300 Mitgliedsbetriebe der ÖHV 40.000 Mitarbeiter, die sie auf eigene Kosten sozialversichern. Hotels schaffen mit 700 Mio. Euro-Investitionen pro Jahr 7.000 Vollzeitarbeitsplätze.

Weitere Pressemeldungen und Bildmaterial finden Sie unter www.oehv.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Martin Stanits
Public Affairs & Research
Tel.: +43 (0)1 533 09 52 20
E-Mail: presse@oehv.at
www.oehv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | T150001