Der relative Rekordsommer: Die Wertschöpfung sinkt

Viele Nächtigungen, zu niedrige(n) Preise(n)

Wien (TP/OTS) - ÖHV: Der Jubel über Nächtigungsrekorde kommt vor allem von außerhalb der Hotellerie: Politik und Marketing freuen sich über mehr Gäste. Die Hotels kämpfen mit höheren Kosten bei sinkenden Einnahmen - die andere Seite des Rekordsommers.

Schon vor der Veröffentlichung der Nächtigungszahlen für die erste Sommerhälfte wird über "Rekordsommer" gejubelt. Das greift zu kurz, warnt Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV): "Da werden Nächtigungen oft zu günstig erkauft. Das bringt viele Gäste und hohe Kosten zu niedrigen Einnahmen - und am Ende des Tages Verluste." Die Einnahmen aus dem österreichischen Reiseverkehr liegen unter dem Vorkrisenniveau von 2009. Die Fakten hinter dem gefährlichen Trend:

  • Die Zahl der Nächtigungen ist seit dem Jahr 2000 um 16 % gestiegen.
  • Der Anteil der 4- und 5-Sterne-Betten ist von 31,2 % auf 44,9 % gestiegen.
  • Der reale Aufwand je Nächtigung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken von 184 Euro im Jahr 2006 auf 156 Euro im Jahr 2014.
  • Im österreichischen Reiseverkehr wurden im Jahr 2000 bundesweit 20,6 Mrd. Euro umgesetzt. 2014 waren es 20,4 Mrd. Euro.

Die Preise pro Nächtigung sinken trotz gestiegener Angebotsqualität konstant: "Obwohl die Ausgaben für Investitionen und die laufenden Betriebsausgaben stark gestiegen sind. Die Zahl der Mitarbeiter im Tourismus ist seit dem Jahr 2000 von 150.000 auf fast 200.000 gestiegen. Und die müssen alle aus den Einnahmen bezahlt werden - bei zuletzt stark gestiegenen Löhnen und gesunkener Arbeitszeit", erklärt Gratzer.

Fokus auf Online-Vertrieb, ÖW-Budget und Investitionen

Auch wenn das erfreuliche Sommerwetter einen großen Anteil hat, die Nachfrage wird vor allem über den Preis entwickelt. "In einer langfristigen Betrachtung sind die Wachstumsprognosen weiterhin gedämpft, während die Kosten laufend steigen. Alleine im Online-Vertrieb fließen jährlich 200 Mio. Euro an Buchungsprovision an internationale Konzerne ab", so Gratzer. Von der Politik erwartet er eine sachliche Herangehensweise und Gegenmaßnahmen. Zu wichtig sei die Rolle des Tourismus als Arbeitgeber, Investor und Exportmotor. Eine zeitgemäße Regelung für den Online-Vertrieb, mehr ÖW-Budget und eine Sicherstellung von Investitionen in der Qualitätshotellerie hätten höchste Priorität. Nur so können die internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit die Arbeitsplätze in der Branche gesichert werden: "Und das ist in der Krise wohl am wichtigsten."

Top-Hotellerie: Österreichs Aushängeschild

Die ÖHV vertritt mehr als 1.300 Top-Hotels mit 160.000 Betten. Diese repräsentieren rund 2/3 der 4- und 5-Sterne-Hotels in Österreich. Sie decken mit 47,6 Mio. Nächtigungen rund 36 % der Übernachtungen in der österreichischen Hotellerie ab und beherbergen 41,3 % der internationalen Gäste. Die hohe Qualität der österreichischen Top-Hotellerie prägt Österreichs Image im Ausland stark.

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