Arbeitgeber-Allianz: Brauchen Arbeitsmarktpolitik 4.0

Wien (TP/OTS) - ÖHV: Arbeitsmarktpolitik darf sich nicht im Abtausch von Goodies erschöpfen. Die Arbeitgeber-Allianz fordert einen großen Wurf - sonst sei mit schmerzhaften Einbrüchen auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen.

"Wir können in der Krise nicht mehr Mitarbeiter beschäftigen. Wir brauchen Impulse für mehr Arbeitsplätze. Wir können bei stagnierenden Umsätzen und steigenden Belastungen auch keine höheren Löhne zahlen. Das geht nur bei einer spürbaren Entlastung", erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Auf diesen klaren Schluss kommen die Mitgliedsverbände der Arbeitgeber-Allianz. Das sind neben der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) der Handelsverband, der Gewerbeverein, der ReiseVerband, das Austrian Council of Shopping Centers, die Land&Forst Betriebe Österreich, der Österreichische Franchise-Verband und die Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation. Die Verbände vertreten 5.000 Unternehmen mit 17.000 Standorten und mehr als 32 Mrd. Euro Jahresumsatz.

Reitterer fordert ordentlichen Ruck statt kosmetischer Maßnahmen

"Vor allem haben die Mitgliedsunternehmen unserer Verbände mehr als 250.000 Mitarbeiter und die Möglichkeit, noch weit mehr Menschen zu beschäftigen. Unter den gegebenen Umständen ist das aber nicht möglich. Wir brauchen einen Turnaround. Der Arbeitsmarktgipfel muss klare und zählbare Ergebnisse bringen", betont Reitterer. Vereinzelte kosmetische Maßnahmen würden angesichts der immensen Belastung des Faktors Arbeit zu keinen messbaren Ergebnissen führen: "Wenn wir wollen, dass ein Ruck durch den Arbeitsmarkt geht, brauchen wir einen kräftigen Anstoß", hält Reitterer fest. In der Senkung des Beitrags zum Familienlastenausgleichsfonds sieht sie den fraglos notwendigen großen Wurf nicht: "Da braucht es mehr!"

Rückfall bei Standort-Rankings und Bildung, Anstieg der Arbeitslosigkeit

Potenzial gibt es genug. Denn die hohen Steuern und Lohnnebenkosten werden nicht effektiv eingesetzt: Österreich verliert in Standortrankings und in Bildungsvergleichen und die Zahl der Arbeitslosen steigt. Das ist kein Ruhmesblatt für Österreich. Gleichzeitig werden Wohnbaugelder missbraucht und verspekuliert, Reformen verschleppt. Wichtige Maßnahmen wie Kostenbremsen durch Obergrenzen für Gebühren werden durch die Regierungsparteien und Länder verhindert.

Die Zeit des Abtauschens ist vorbei

Arbeitsmarktpolitik und -verwaltung funktionieren noch immer wie in der Zeit der verstaatlichten Industrie: Die Player sind die gleichen, die Deals sind die gleichen. Aber die Unternehmen und ihre Mitarbeiter konnten sich nicht leisten, im vergangenen Jahrhundert stecken zu bleiben. Sie - vor allem aber die Arbeitslosen - zahlen heute die Rechnung für die Kompromisse der Vergangenheit. "Im Wettbewerb des 21. Jahrhunderts funktioniert das Abtauschen nach Sozialpartner-Art nicht mehr. Ziehen wir die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis", so das Fazit der Arbeitgeber-Verbände. Die Prioritäten müssen neu gesetzt werden mit einem Wirtschafts-Impuls-Programm, um Nachfrage und Investitionen zu stimulieren für

  • mehr Wertschöpfung
  • mehr Arbeitsplätze
  • höhere Löhne und
  • bessere Ausbildung

Bonus-Malus schafft keinen einzigen Arbeitsplatz - weder für Ältere noch für Jüngere

Ganz falsch wären zur jetzigen Zeit Lohnkostentreiber wie ein Bonus-Malus-System oder eine 6. Urlaubswoche, die keinen Arbeitsplatz schaffen. Reitterer hält unmissverständlich fest: "Die Hotellerie ist eine der letzten stabilen Stützen unseres fragilen Arbeitsmarkts. Aber wir bemerken bereits erste Indizien für eine Trendwende. Davor warnen wir. Denn die Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft wären fatal: noch höhere Sozialkosten, noch weniger Beitragszahler. Jetzt dürfen keine falschen Signale mehr aus der Arbeitsmarktpolitik kommen." Die Betriebe der Arbeitgeber-Allianz schaffen hier in Österreich Arbeitsplätze, zahlen hier in Österreich Steuern und stehen für einen Neustart in 6 Schritten unter dem Motto "Entbürokratisierung. Liberalisierung. Entlastung. Jetzt!". Notwendig dafür ist,

  • ein Neustart des Standortdialogs mit einem Fokus auf Branchen, die Arbeitsplätze schaffen,
  • Gewerbeordnung und
  • Arbeitsrecht den Anforderungen des Wettbewerbs im 21. Jahrhundert anzupassen,
  • die Lohnnebenkosten substanziell zu senken mit Fokus auf zweckentfremdete Mittel,
  • eine Steuerstrukturreform und
  • einer Adaptierung der Regulierung des Eigenkapital-Aufbaus.

Den 6-Punkte-Plan der Arbeitgeber-Allianz finden Sie hier:
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Martin Stanits
Leiter Public Affairs & Research
T: +43 664 516 08 31
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