Seilbahn-Obmann Franz Hörl: „Blick auf das Klima vergangener Winter macht Mut für die Zukunft!“

Amtliche Messreihen zeigen, dass die Winter auf Österreichs Bergen in den letzten 30 Jahren kälter geworden sind

Wien (TP/OTS) - „Trotz kürzlich einsetzendem Schneefall beginnt jeder Winter für Österreichs Seilbahnen mit einer Schnee-, Klima- und damit Zukunftsdiskussion. Dabei lassen Auswertungen österreichischer Daten nur einen Schluss zu: auch in Zukunft wird Wintersport in Österreichs Alpen stattfinden und unter besten Bedingungen möglich sein“, betont Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, bei der heutigen Pressekonferenz in Wien. Die Auswertung von Klima- und Schneemessreihen zeigt, dass die Winter auf Österreichs Bergen, wenn man die letzten 45 Jahre betrachtet zwischen 1970/71 und 2014/15, keine nachhaltige Temperaturveränderung erfahren haben.

Vertrauen in die Schneesicherheit gestärkt, da sich Wintertemperaturen nicht signifikant verändert haben

Der Tiroler Skitourismus-Forscher Günther Aigner wertete dafür die amtlichen Temperatur-Messreihen an zehn österreichischen Bergstationen aus. Die Zahlen der Einrichtungen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) zeigen – exemplarisch etwa auf der Schmittenhöhe in Zell am See oder am Galzig am Arlberg – klare Ergebnisse. „Auf der Basis dieser Messreihen kann bewiesen werden, dass die Winter auf Österreichs Bergen in den letzten 30 Jahren kälter geworden sind“, so Aigner. Ein Grundfundament des Erfolges des österreichischen Wintertourismus kann damit gestärkt werden: Das Vertrauen der Wintersportler, dass der Winter auf Österreichs Bergen nach wie vor stattfindet!

So liegen die Wintertemperaturen zum Beispiel auf der Schmittenhöhe bei Zell am See (1.954 m) seit 1970/71 ohne nachhaltige Veränderung bei minus 4,4 Grad Celsius. Betrachtet man die letzten 30 Jahre, so sind die Wintertemperaturen um 1,3 Grad Celsius gesunken, und zwar von minus 3,5 auf minus 4,8 Grad Celsius. Auch am Arlberger Skiberg Galzig (2.090 m) sind die Wintertemperaturen seit 1970/71 ohne nachhaltige Veränderung, und zwar bei minus 5,3 Grad Celsius. Betrachtet man die letzten 30 Jahre, so sind die Wintertemperaturen um 1,4 Grad Celsius gesunken, und zwar von minus 4,2 auf minus 5,6 Grad Celsius.

Ähnliches gilt für die meisten Schneemessreihen, bei denen der gleitende Durchschnitt um das arithmetische Mittel pendelt. Interessant ist dabei etwa das Beispiel Pillerseetal. „Diese Schneemessreihe mittelt die Stationen Hochfilzen, Fieberbrunn, Waidring und St. Ulrich, die auf einer mittleren Seehöhe von 864 Metern liegen. Selbst auf dieser vergleichsweise geringen Seehöhe konnte in den vergangenen 30 Jahren weder eine Verringerung der Schneemengen, noch eine Verkürzung der Wintersaison beobachtet werden“, so Aigner.

Zu denselben Ergebnissen kommt auch Mag. Christian Zenkl, selbständiger Meteorologe in Innsbruck und Mitglied der Plattform „Zukunft Skisport“: „Tatsache ist, dass im beobachteten Zeitraum die Winter in den Bergen der Ostalpen trotz globaler Erwärmung um knapp ein Grad kälter geworden sind!“ Die beobachtete winterliche Abkühlung in den Bergen ist seit nunmehr gut 30 Jahren eine interessante Singularität. Dieser Trend steht in keinem Widerspruch zur globalen Erwärmung, welche weder in Frage gestellt noch diskutiert wird.

Nach einer markanten Erwärmung in den 80er-Jahren sind die Temperaturen über den alpinen Winter wieder auf das Ausgangsniveau gesunken. „Daraus kann kein Trend für die Zukunft abgeleitet werden. Die Ursache liegt in der Häufigkeitsverteilung der Großwetterlagen. Diese haben zeitlich und regional einen dominanten Einfluss auf das Wetter und Klima und können eine allgemeine globale Erwärmung zumindest über Jahrzehnte deutlich überlagern“, so Zenkl, der betont:
„Die Wissenschaft weiß nicht wirklich, warum sich Häufigkeitsverteilungen von Großwetterlagen ändern, weder für die Vergangenheit, noch für die Zukunft!“

Wintertourismus wird auch künftig der stärkste Wirtschaftspfeiler des Landes bleiben

„Wir verlassen uns nicht auf wackelige Prognosen und düstere Prophezeiungen, sondern auf Daten und Fakten“, so Seilbahn-Obmann Franz Hörl. Für ihn sind die Zahlen eine Bestätigung für Österreichs Investitionen und den Kurs der heimischen Seilbahnunternehmen. „Durch den Ausbau der Beschneiung werden wir nicht nur dem Kundenwunsch nach optimalen Pistenverhältnissen gerecht, sondern sichern zugleich auch regionale Wirtschaftssysteme, die Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen in ländlichen Regionen schaffen“, betont der oberste Seilbahner. Für kommenden Winter wurden in Österreich 570 Millionen Euro investiert, davon allein 230 Millionen Euro in Bahnen und Lifte sowie 154 Millionen Euro in die Beschneiung. Das hat bis heute zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für die heimischen Skigebiete gesorgt. „Die heute präsentierten Zahlen belegen, dass wir mit der nachhaltigen Stärkung der Seilbahninfrastruktur genau richtig liegen und damit keinesfalls entgegen eines allgemeinen Trends investieren. Alle Entwicklungen zeigen uns, dass die Fortsetzung des Wintersports in der aktuellen Form belegbar und damit gesichert ist!“, so Hörl.

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