Arbeitsmarktstudie: IHS konstruiert Fachkräftemangel

Laut einer viel diskutierten Studie des IHS gibt es im Gaststättenwesen keinen Fachkräftemangel – was natürlich nicht stimmt

Wien (TP/OTS) - „Fachkräftemangel herrscht, wo nicht genügend gut ausgebildete Mitarbeiter gefunden werden. Im Gaststättenwesen ist genau das der Fall. Das IHS übersieht in seiner Analyse das enorme Wachstum der Top-Hotellerie: So viele gute Mitarbeiter, wie wir brauchen, lassen sich so schnell nicht finden“, erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Das plötzliche Interesse an der seit Dezember vorliegenden IHS-Studie ist schnell erklärt: „Weil sie absurd ist.“ Denn das IHS widerspricht sich selbst: Obwohl die Situation im Pflegebereich durchaus vergleichbar ist mit der im Tourismus, wird hier ein Fachkräftemangel zugestanden, da nicht.

Arbeitsplatz- und Karrierechancen FÜR ALLE!

Dabei hätte ein Blick auf die Top Ten der gesuchten Berufe des AMS gereicht: Seit Jahren führen Kellner und Köche die Listen an: „Und wir wissen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist“, erklärt Reitterer. Dazu kommt der Bedarf an Revenue Managern – einen sehr gut bezahlten Spezialisten für den internationalen Online-Handel, der mit dem Lehrberuf Hotelkaufmann erst seit heuer ausgebildet werden kann. Damit schließt sich im Tourismus die Lücke zwischen Akademikern im Backoffice und gelernten wie ungelernten Kräften in Küche und Service: „Wir haben Hilfs- und Fachkräfte im Gegensatz zu anderen Branchen noch nicht abgeschafft und noch dazu viele junge Mitarbeiter. Auf Durchschnittsgehälter wie im IHS kommen wir da natürlich nicht“, verweist Reitterer auf eine weitere Schwachstelle in der Studie.

Tourismusexporte werden umverteilt

Genauso wichtig: Die Einnahmen von Hotels kommen nicht nur wenigen Shareholdern zugute, sie verteilen sich auf viele Köpfe – gerade auch auf weniger qualifizierte. „Das lasse ich mir nicht schlechtreden“, hält Reitterer fest: „Bei uns hat jeder eine Chance auf einen Arbeitsplatz und auf eine Karriere.“

Zukunft buchen statt Job suchen

Der Treiber hinter der Entwicklung ist die dynamische Nachfrage:
„Dienstleister erwirtschaften schon heute mehr als 2/3 der Wertschöpfung, Tendenz steigend. Auf mittlere und längere Sicht wird der Stellenwert noch massiv steigen“, erklärt Reitterer und bedauert, dass das IHS auch diesen unwiderlegbaren Zukunftsaspekt nicht berücksichtigt. „Wir bieten Jobgarantien und Karrierechancen an den schönsten Plätzen der Welt“, erklärt Reitterer. Einen Blick hinter die Kulissen bietet die ÖHV am Tag der offenen Hoteltür am 9. Oktober 2016. Unter dem Motto „Eintreten, entdecken und erleben“ werfen an diesem Sonntag Schüler und Eltern einen Blick hinter die Kulissen von Top-Hotels in ganz Österreich: „An dem Tag können sie sich aussuchen, ob sie ein Ticket buchen für die Zukunft in einer Boom-Branche oder ob sie ihre Zeit damit verbringen, Jobs zu suchen wie in vielen anderen Branchen.“

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