Düstere Zukunft für den Tiroler Tourismus

Innsbruck (TP/OTS) - Für den Tiroler Tourismus entstand 2015 der Eindruck, nicht verstanden zu werden oder aber, die politischen Entscheidungsträger nähmen diese Branche nicht ernst. Einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Tirols!

Sinnlose und praxisfremde Verordnungen wie Registrierkassenpflicht, Allergenkennzeichnungs-Verordnung, Rauchverbot, Ruhezeiten, Vorschriften im Gewerberecht, Lebensmittelverordnung, Brandschutz und vieles mehr münden nicht nur in einer enormen finanziellen Last, die die Branche nicht mehr verkraftet. Sie führen dazu, dass jeder Betreiber eines touristischen Unternehmens täglich im Kriminal steht. Seit 30 Jahren ertönt der Ruf nach Bürokratieabbau, doch jedes Jahr türmen sich mehr Hindernisse für Unternehmen auf - dies scheint mittweile bewusst und gewollt.

Offizielle Statistiken sind eine der größten Lügen, die fast täglich in den Medien verbreitet werden. Wer kann sie durchschauen? Nur eines ist längst bewiesen, die Wertschöpfung sinkt permanent. Jenes Geld also, von dem die Betriebe ihre Aufwände und die Betreiberfamilie ihren Unterhalt zu bestreiten hat. Der Preisdruck und der globale Wettbewerb verschärfen sich.

Wie soll es nun weitergehen?

Wir brauchen dringend neue Impulse für den Tiroler Tourismus seitens der Politik. Das Tourismusgesetz ist auch nach seiner letzten Novelle Light (2015) kein wirklicher Erfolg, sondern gehört grundlegend zeitgemäß formuliert und angepasst.

Es muss dringend ein eigenes Ressort für Tourismus Wirtschaft und Arbeit mit einem dafür verantwortlichen Landesrat in der Landesregierung installiert werden, dies ist eine uralte Forderung in Tirol. Und es ist unverständlich, dass gerade diese äußerst wichtige Institution von jenen mit allen Mitteln verhindert wird, die sie Anfang der 90er Jahre vehement gefordert hatten!

Bei allem Respekt, der Landeshauptmann von Tirol ist in seinem Tun für alle Bevölkerungsgruppen verantwortlich. Niemand kann erwarten, ein so wichtiges Ressort wie das des Tourismus als eine von vielen Belangen entsprechend fachlich und wirtschaftlich zu verstehen und zu führen.

Raumordnung und Bauordnung bestimmen maßgeblich den touristischen Handlungsraum. Ein heikles Thema! Für alle Tiroler Gemeinden gelten einheitliche Regelungen, dennoch schwankt deren Auslegung enorm, je nachdem in welchem Teil Tirols ein Tourismusbetrieb beheimatet ist. Nach Ansicht der Tiroler Tourismusvereinigung lassen sich künftige Lösungen nicht auf Basis diverser Verordnungen, die gesetzlich noch zum Teil zu hinterfragen wären, finden. Ein Eingriff in die unternehmerische Handlungsfähigkeit wird auf die Dauer niemanden von Nutzen sein. Der Unternehmer verliert jenen notweniger Spielraum, der für eine zukünftige wirtschaftliche Ausrichtung unerlässlich ist. Ohne neue Finanzierungsformen, die außerhalb des Einflusses der uns zur Verfügung stehenden Banken liegen, ist ein Fortkommen in Zukunft unmöglich. Denn auch den Banken wurde jeglicher Spielraum genommen! In Summe wundert es nicht, wenn für eine notwendige Betriebsnachfolge unter diesen Voraussetzungen unsere Jugend nicht mehr zur Verfügung steht. Teilweise wäre es von den jetzigen Betreibern unverantwortlich, die nächste Generation in dieses Risiko hinein zu berufen!

Die Steuerreform 2015 ist wohl der größte Flopp und die größte finanzielle Belastung der Wirtschaft dieser jetzigen Bundesregierung. Deren Unfähigkeit und Hilflosigkeit zeigt sich auch deutlich in der Flüchtlingsfrage. Mittelfristig werden zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet und damit auch die Existenz vieler Familien. Ein höherer Nettolohn für Arbeitnehmer stellt sich als Trugschluss heraus, denn alleine die nicht mehr absetzbaren Versicherungen und die allgemeine Teuerung belaufen sich auf ein Vielfaches!

Dann wäre da noch die Arbeitslosigkeit: Tirol meldet aktuell die höchste Arbeitslosigkeit seit dem 2. Weltkrieg, also seit 1945! Das ist keineswegs darauf zurückzuführen, zu viele ausländische Mitarbeiter seien im Lande. Die Gesetzgebung für den Arbeitsmarkt und dessen Regelwerk „produzieren“ die Beschäftigungslosigkeit. Nicht zu arbeiten bringt nahezu gleich viel Unterstützung vom Staat wie Gehalt ein. Damit sind steigende Arbeitslosenzahlen vorprogrammiert, die Betriebe sind nicht mehr in der Lage, die nötige Dienstleistung für den Kunden zu erbringen.

„Für 2016 wünsche ich mir, dass die Politik im Land wie im Bund endlich die nötigen Maßnahmen mit entsprechender Weitsicht und Ernsthaftigkeit ergreift“, schließt Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung, sein Plädoyer an die Meinungsbildner Tirols.

Rückfragen & Kontakt:

Josef Falkner
Tiroler Tourismus Vereinigung
Kravoglstraße 19a, 6020 Innsbruck

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