Erschließungswünsche ohne Ende

Alpenverein fordert Nachdenkpause

Innsbruck (TP/OTS) - Immer mehr Interessensgemeinschaften machen gegen den Erschließungswahn mobil, heute auch die CIPRA bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Der Alpenverein unterstreicht deren Forderungen, ruft zu einer Nachdenkpause auf und wünscht mehr Tourismusangebote für einen stressfreien, erholsamen und entspannenden Urlaub, verbunden mit gesundem Lebensstil in intakter Natur.

„Ständig tauchen neue oder alte Erschließungswünsche auf“, kritisiert Alpenvereinspräsident Ermacora. „Egal ob Brückenschlag, Warscheneck, Pitztal-Ötztal, St. Anton-Kappl oder Sillian-Sexten, die Begehrlichkeiten der Wintersportindustrie werden immer mehr. Erschreckend bei diesen Forderungen ist, dass häufig ein und dasselbe Projekt immer wieder aus der Schublade geholt und neuerlich beantragt wird – so lange, bis es irgendwann dann doch genehmigt wird, wie das Beispiel Piz Val Gronda zeigt“, äußert er sich enttäuscht zu den aktuellen Projekten. „Meist werden wirtschaftliche Gründe angeführt, wenn es um die Realisierung von Skigebietserweiterungen oder Zusammenschlüssen geht. Insgesamt fehlt aber der Weitblick, zukunftsweisende Alternativen werden gar nicht erst diskutiert oder nur belächelt“, ärgert sich der Alpenvereinspräsident.

Entschleunigung statt Ballermann

Gerade jetzt, wo der Klimawandel in aller Munde ist, sollte ein Umdenken im Tourismus und die Zuwendung zu sanften Alternativen stattfinden. „Mit den Bergsteigerdörfern oder dem Arbeitsschwerpunkt Bergsport und Gesundheit hat der Alpenverein aufgezeigt, dass es auch anders geht“ verweist Ermacora auf erfolgreiche Modelle. „Der Tourist – egal ob im Sommer oder im Winter – wünscht sich etwas Besonderes – „Alpen-Ballermann“ ist für viele bereits passé – wie etwa vermehrte Zuwendung oder das persönliche Gespräch mit dem Hüttenwirt, die Verwertung regionaler Produkte und Entschleunigung. Und das alles kann der Alpenverein heute schon anbieten“, wirbt Präsident Ermacora für neue Wege im Tourismus.

Vorbereitung auf neue Herausforderungen

„Der Alpenverein fordert daher eine Nachdenkpause für skitechnische Erschließungsmaßnahmen und die Einleitung eines strukturierten Umdenkprozesses, damit sich die Tourismusbranche rechtzeitig für zukünftige Herausforderungen wappnen kann“, bringt Ermacora die wesentlichen Überlegungen abschließend auf den Punkt.

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