GewO entrümpeln, Betriebe entlasten

Wien (TP/OTS) - Österreichische Hoteliervereinigung, Handelsverband und Gewerbeverein haben ihre Mitglieder zur Gewerbeordnung befragt. Das Feedback erfolgreicher und erfahrener Unternehmer und Manager sollte ernst genommen werden. Realistisch betrachtet ist eine tiefgreifende Reform die Mindestanforderung, ein ganz neues Modell aber wohl die bessere Lösung.

Laut Mitgliederumfrage der Österreichischen Hoteliervereinigung hält 1 % der Top-Hoteliers die Gewerbeordnung für zukunftsfit. „99 % Skepsis von erfahrenen Unternehmern und erfolgreichen Managern sind als Feedback ernst zu nehmen“, sieht ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer Befürworter einer tiefgreifenden Reform bzw. eines kompletten Neustarts bestätigt: „Bei einem Gesetz auf den Grundlagen von 1859 können kosmetische Korrekturen nicht reichen. Es braucht eine Roadmap fürs 21. Jahrhundert mit mehr unternehmerischem Freiraum: Deregulierung rules!“

Branchenübergreifender Wunsch nach Modernisierung: 1 in, 2 out bei GewO

Die breite Skepsis der Hoteliers gegenüber der heillos veralteten GewO teilen auch andere Branchen, wie die vergleichbaren Ergebnissen der Mitgliederbefragungen von Handelsverband und Gewerbeverein zeigen, so Reitterer: „Die Gewerbeordnung in der derzeitigen Form belastet alle Branchen. Der Ruf nach einer echten Reform ist branchenübergreifend. Sie bietet sich hervorragend an als Best Practice-Beispiel für die Umsetzung des ‚One in, two out‘-Konzepts.“

Schluss mit Mehrfachmitgliedschaften

So sei nicht hinzunehmen, dass Unternehmen mehrere Gewerbescheine halten müssen – komplett ohne erkennbaren Mehrwert: „Da wird für ein Service kassiert, das nicht in Anspruch genommen wird. Warum eigentlich?“

Nein zu Qualitätssicherung nach Standards aus 1994

Massiv in Frage gestellt werden auch die bekannten Argumente, die die Gegner einer umfassenden Reform ins Treffen führen: 17 % der Befragten sehen in der GewO ein geeignetes Instrument zur Qualitätssicherung. 40 % halten Verbraucherschutz-, Lebensmittelsicherheits-, Hygiene- und Gesundheitsgesetze für besser. 43 % setzen auf eigene strengere Qualitätskriterien und Gäste-Bewertungen: „Konkretes Feedback von Personen, die das Service im Hotel kennen, ist hilfreicher als eine GewO, die zuletzt 1994 im größeren Stil adaptiert wurde – vor 22 Jahren“, gibt Reitterer zu bedenken.

Das veraltete Regelwerk bringe den Betrieben in erster Linie Nachteile gegenüber der Sharing Economy, so der Tenor der Mitglieder:
„Dort wird abseits von GewO und Konsumentenschutz wie überhaupt jeglicher Qualitätsstandards das große Geschäft gemacht“, so Reitterer. Aber sobald Hoteliers ein Service anbieten, das nicht in die Gedankenwelt von 1994 passt, ist noch ein Gewerbeschein zu lösen. Mehr Qualität ist damit nicht garantiert, ein Kostenanstieg in jedem Fall.

8 % anerkennen die Ausbildungsqualität als Argument für die GewO. 55 % fordern neues Denken.

Die Ergebnisse der Mitgliederbefragungen von Handelsverband und Gewerbeverein finden Sie unter www.handelsverband.at bzw. www.oegv.org.

Die Grafiken finden Sie unter www.oehv.at/presse zum Download.

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Martin Stanits
Leiter Public Affairs & Research
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