Köche und Kellner weiterhin dringend gesucht

WKÖ-Bundessparte Tourismus: Sonderauswertung lässt wichtige Punkte außer Acht – Nocker-Schwarzenbacher: Fakten nicht kleinreden

Wien (TP/OTS) - Eine heute publizierte AMS-Sonderauswertung zum Tourismusarbeitsmarkt scheint die Personalnot im Tourismus zu relativieren – jedoch nur auf den ersten Blick. Verkürzte Betrachtungsweisen führen schnell zu Falschinterpretationen, warnt die Spartenobfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft Petra Nocker-Schwarzenbacher: „Wir arbeiten vielfach im Saisonbetrieb. Daher ist der Eine-zu-eins-Vergleich mit Ganzjahresbetrieben bei der Personalsuche unzulässig“, stellt sie richtig.

„Die Problematik unserer Branche zeigt sich darin, dass die Besetzung von 30% der ausgeschriebenen Stellen bis zu drei Monate dauert. Was das für einen Saisonbetrieb bedeutet, ein Vierteljahr ohne Fachkraft dazustehen, kann sich jeder ausrechnen.“

Weiters darf man nicht außer Acht lassen, dass viele Betriebe über private Jobportale nach Fachkräften suchen: So waren z.B. per Stichtag 2. Jänner 2017 bei www.hotelcareer.at 1627 offene Stellen im Tourismus gemeldet, davon 557 Köche und 454 im Service. Jene Stellen, die ausschließlich auf diesem Wege angeboten werden, scheinen in der AMS-Datenbank meist gar nicht auf.

Abgesehen davon, geht aus einer früheren Auswertung des AMS hervor, dass es sich bei einem Fünftel der beim AMS gemeldeten Personen um „Sockelarbeitslose“ handelt, also Personen, die nicht vermittelt werden können. Es werden nämlich in dieser Statistik alle Personen, die zuletzt im Tourismus beschäftigt waren, wenn auch nur vorübergehend, der Branche zugerechnet. „Dabei könnte auch die Lockerung der strengen Zumutbarkeitsbestimmungen eine Entschärfung bringen, wenn dadurch mehr arbeitslose Fachkräfte aus Wien in die westlichen Bundesländer vermittelt werden könnten, wo sie dringend gesucht werden“, betont Nocker-Schwarzenbacher.

„Wie man es auch drehen und wenden will: Die traurige Tatsache, dass in unserer Branche akuter Personalmangel herrscht, lässt sich nicht kleinreden. Und dieses Faktum kann auch durch Statistiken und Sonderauswertungen nicht beschönigt werden kann. Statt viel Energie darauf zu verwenden, das Problem zu verniedlichen, sollte man lieber Beträge zur konstruktiven Problemlösung erarbeiten“, so die Bundesspartenobfrau. (PWK006/PM)

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