GewO: Standort zukunftsfit machen, Nebenregierung in den Griff bekommen

Die Reform der GewO könnte Betriebe entlasten und Chancen eröffnen. Teile in der Wirtschaftskammer wollen das verhindern.

Wien (TP/OTS) - Jeder kennt die Forderungen der Wirtschaft nach Entbürokratisierung und Entlastung. „Da ist jede Belastung, jede Einengung der unternehmerischen Freiheit ein Schritt in die falsche Richtung. Wer den Standort weiterentwickeln will, muss dem Beispiel der ÖHV folgen und die Reformkräfte in der Regierung unterstützen“, erklärt der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Dr. Markus Gratzer. Eine Gelegenheit bietet der Wirtschaftskammer die von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner begonnene GewO-Reform. Laut Branchenbefragungen in Hotellerie, Handel und Gewerbe halten sie 99 % der Unternehmen nicht für zukunftsfit.

Kammer-Idee: Komplexität statt Kundenorientierung

Die Blockade geht von der Sparte Gewerbe und Handwerk aus. Ihr ist die Reform der Nebenrechte mit mehr unternehmerischer Freiheit ein Dorn im Auge: „Der Begutachtungsentwurf orientiert sich an den Anforderungen des Marktes, die Kammer will die Betriebe weiter einengen: Kundennähe gibt es nur gegen eine Ablasszahlung an die Kammer“, wundert sich Gratzer. Durch mehr Gewerbescheine steigt die Angebotsqualität, wie fälschlicherweise oft behauptet wird, natürlich nicht: wie denn auch? Aber die Kosten für die Unternehmer steigen. Größer kann der Gegensatz zwischen den ständigen Forderungen nach mehr Unternehmergeist in Politik und Verwaltung und der gelebten Reformblockadepraxis nicht sein.

Vorliegenden Entwurf beschließen und darauf aufbauend weiter liberalisieren

Der Begutachtungsentwurf fordert die Anmeldung eines Gewerbes erst ab Überschreiten einer Umsatzgrenze von 15 % bzw. 30% im Jahr. Das bringt Spielraum und Flexibilität im Sinne des Kunden. Die Sparte Gewerbe lobbyiert dafür, dass ein Gewerbeschein schon fällig wird, wenn bei einem einzigen Auftrag die Umsatzgrenze überschritten wird:
„Das bringt niemandem etwas außer der Kammer mit jedem Gewerbeschein mehr Geld.“ Gratzer wünscht sich, dass die Kammer Eigeninteressen hintanstellt und den Widerstand gegen den vorliegenden Entwurf aufgibt.

Für den Standort: Game-Changer orientieren sich an den Bedürfnissen der Kunden

Denn die von der Kammer geforderte Regelung ist anachronistisch:
„Alle kaufen Packages und die Kammer will das erschweren. Das ist sinnbildlich für die GewO: Statt der Sharing Economy regelt sie das ‚Feilbieten von Waren im Umherziehen von Haus zu Haus‘ und vor allem die Kammerfinanzen. Das wird Österreich nicht vor dem Absandeln retten!“ Die ÖHV dagegen unterstützt Reformkräfte: „Weil wir Game-Changer brauchen“, betont Gratzer und fordert endlich mehr Gesinnung für den Tourismus in der Kammerspitze.

Eine aktuelle Branchenanalyse unterstreicht die Notwendigkeit von Entlastungen: Zwar sind Top-Betriebe wie ÖHV-Mitglieder gut aufgestellt, in den Bilanzen der Durchschnittsbetriebe und vor allem der Low Performer sieht es aber düster aus. Die Einnahmen in der Hotellerie sind seit der Wirtschaftskrise um 27 % gestiegen, die Kosten um 29 %: „Kostentreiber sind vor allem Bürokratie, Steuern, Abgaben und Gebühren“, bedauert Gratzer.

Ein Portraitbild von ÖHV-Generalsekretär Dr. Markus Gratzer finden Sie hier: https://goo.gl/iqbmXA

Weitere Pressemeldungen und Bildmaterial finden Sie unter www.oehv.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Martin Stanits
Leiter Public Affairs & Research
T: +43 1 533 09 52 20
martin.stanits@oehv.at
www.oehv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | T150002