Regierungsprogramm: Update braucht Plan für drittgrößten Arbeitgeber

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Arbeitgeber und Österreichs erfolgreichster Exportartikel. Die Koalition muss dem im Update des Regierungsprogramms Rechnung tragen.

Wien (TP/OTS) - Vorsichtig optimistisch ist die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, Michaela Reitterer, was den neuen Schwung in der Standortpolitik angeht: „Es sieht auch so aus, als würde die Lehrlingsausbildung endlich ernstgenommen, weg von Marketing und Imagekampagnen hin zu greifbaren Vorteilen.“ Auch die Besteuerung am Ort der Wertschöpfung etwa für die Sharing Economy und die Erhebung von Umsatzsteuern auf tauschähnliche Geschäfte etwa für die Weitergabe von Userdaten – der neuen Währung im world wide web – kann sie viel abgewinnen: „Das kann die entlasten, die tatsächlich jeden Tag aufstehen und arbeiten.“

Augenmerk auf alle Arbeitgeber gleichermaßen

Maßnahmen wie die Arbeitszeitflexibilisierung dürften nicht ausschließlich auf die Bedürfnisse großer Konzerne und kleiner Start ups ausgerichtet werden: „Es sind die KMU, die 7 von 10 Arbeitsplätzen in Österreich sichern“, verweist die Arbeitgebervertreterin auf den Rechnungshof-Bericht zur versteckten Förderung durch die Gruppenbesteuerung: „Auf der einen Hand werden ein paar Konzernen 550 Mio. Euro geschenkt, auf der anderen ist eine Lohnnebenkostensenkung nur im Promillebereich möglich. Davon würden alle gleichermaßen profitieren, auch die kleinen Arbeitgeber“, ortete Reitterer Reparaturbedarf: „Legen wir den Fokus der Standort- und Arbeitsmarktpolitik doch auf die Arbeitgeber, die hier Steuern zahlen!“

Kein Plan B für Tourismus

In 90.000 Betrieben aus Hotellerie und Gastronomie, Freizeit und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur-, Vergnügungs- und Gesundheitsbetriebe erarbeiten sich 320.000 Menschen in Österreich ihren Lebensunterhalt. Das macht den Tourismus zum drittgrößten gewerblichen Arbeitgeber im Land. „Ein Regierungsprogramm ohne Plan für diese Branche riskiert Arbeitsplätze. Wo bleiben AK und Gewerkschaft, wenn es um die Arbeitsplätze im Tourismus geht?“ Der Tourismus rettet Jahr für Jahr die Leistungsbilanz und schafft zuverlässig Arbeitsplätze: „Wir sind Arbeit- und Auftraggeber. Wo wir sind, sinkt die Arbeitslosigkeit. Um das abzusichern, reicht kein Plan B. Und es kann schon gar nicht sein, dass Regierung und Sozialpartner keinen Plan dafür haben", so Reitterer. Der Handlungsbedarf ist unbestritten: Laut einer aktuellen Branchenanalyse stiegen die Einnahmen der Hotellerie in den vergangenen 5 Jahren um 27 %, die Kosten aber um 29 %. „Das weiß die Regierung“, hält Reitterer fest. Maßnahmen wie die Erhöhung des ÖW-Budgets, eine echte Lohnnebenkostensenkung und Entbürokratisierungsmaßnahmen würden vielen Betrieben in vielen Branchen helfen.

Ein Portraitbild von ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer finden Sie hier: https://goo.gl/S8IjtI

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