Arbeitszeitflexibilisierung: Knackpunkt Kinderbetreuung

36 % der unselbständig Beschäftigten und noch viel mehr Selbständige arbeiten an Wochenenden. Kinderbetreuung darf nicht länger ein Privileg der 9-to-5-Gesellschaft sein.

Wien (OTS) - Arbeitszeitflexibilisierung und Kinderbetreuung sind Kernthemen im neuen Arbeitsprogramm der Bundesregierung. Wie wichtig das ist, zeigt eine Zahl: 36 % der unselbständig Tätigen arbeiten laut Arbeiterkammer auch an Abenden und Wochenende – vom medizinischen und Pflegebereich über den privaten und öffentlichen Verkehr, den Sicherheitsbereich, im Medien- und Kreativbereich und natürlich in der wachsenden Freizeitindustrie. Bei Selbständigen ist der Anteil noch deutlich höher. „Aber die Kinderbetreuung orientiert sich immer noch an der privilegierten 9-to-5-Schicht. Es ist gut, dass die Bundesregierung die Bedürfnisse dieser Selbständigen und Unselbständigen stärker ins Bewusstsein rückt“, erklärt Dr. Markus Gratzer.

Familienministerin auf dem richtigen Weg

Familienministerin Dr. Sophie Karmasins Aussagen kann Gratzer nur unterstreichen: „Mehr Kinderbetreuungsangebote erleichtern die Organisation von Familie und Beruf. Das ist ein Zugewinn an Qualität und kein Verlust.“ Dass der Bund via Finanzausgleich die Angebotsentwicklung aktiv mitsteuert, ist für Gratzer entscheidend.

Kammern müssen auch KMU mitdenken

Angesichts der starken Betroffenheit der Unternehmer ist Gratzer zuversichtlich, dass auch die WKÖ dem höhere Priorität einräumt und dabei auch an Klein- und Mittelbetriebe gedacht wird:
„Arbeitszeitflexibilisierung und Kinderbetreuung dürfen nicht wieder zum Zuckerl für die Konzerne werden. Wir erwarten eine Berücksichtigung der Interessen der KMU, vor allem auch im Tourismus.“ Und es geht auch um Nachtdienste: „Da lässt der Gesetzgeber immer mehr Eltern allein: Was macht die geschiedene Krankenschwester, was macht der alleinstehende Lkw-Fahrer, was Selbständige in der gleichen Situation: Job wechseln?“

Kinderbetreuung als Thema beim Tourismusgipfel, das Mitarbeitern hilft

Unterstützung erwartet Gratzer auch von der vida: „Bessere Kinderbetreuung würde vielen Mitarbeitern das Arbeiten und das Familienleben erleichtern. Sie sehen nicht ein, warum sie mit ihrer Lohnsteuer die Kinderbetreuung voll mitfinanzieren, die Betreuung ihrer Kinder aber im Gegensatz zu den 9-to-5-Mitarbeitern in der Gewerkschaft privat organisieren müssen. Klar fühlen sie sich da nicht gut vertreten.“ Gratzer fordert die vida auf, das Thema beim Arbeitsmarktgipfel nicht unter den Tisch zu kehren: „Niemand kann Hotels, Spitäler und Polizeistationen am Abend und am Wochenende zusperren wollen. Also erleichtern wir unseren Mitarbeitern das Leben und bauen die Kinderbetreuung aus. Wenn die vida das nicht will, muss sie das ihren Mitgliedern erklären.“

Ein Portraitbild von ÖHV-Generalsekretär Dr. Markus Gratzer finden Sie hier: https://goo.gl/iqbmXA

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