Fipronil-Eier: Klare Absage an Forderung nach verpflichtender Herkunftsangabe

Koßdorff: Sicherheit beginnt im Hühnerstall – Verantwortung nicht weiterschieben, sondern wahrnehmen!

Wien (OTS) - Der Forderung nach einer zwingenden Herkunftsangabe bei verarbeiteten Eiern erteilt Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, erneut eine Absage. „Lebensmittelsicherheit ist oberstes Gebot und von allen Teilnehmern entlang der Lebensmittelkette, also vom Stall bis zum Teller, einzuhalten. Nur wenn sich alle an die Gesetze halten, können Vorfälle wie Fipronil verhindert werden. Leider haben sich bei Fipronil nicht alle Landwirte daran gehalten und es verbotenerweise zur Reinigung der Ställe eingesetzt. Wenn jetzt versucht wird, die Verantwortung an die nächsten Partner in der Verarbeitung abzuschieben, ist das wohl dem Wahlkampf geschuldet. Dagegen verwehren wir uns,“ warnt Koßdorff vor wiederkehrenden Vorschlägen zur Herkunftsangabe anlässlich der Funde von Fipronil in Eiern.

Sicherheit und Herkunft sind zwei Paar Schuhe

Koßdorff präzisiert: „In der Diskussion werden die Sicherheit von Lebensmitteln und ihre Herkunft vermischt. Das eine hat aber mit dem anderen zwangsläufig nichts zu tun.“ Eine Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern allein schafft nämlich nicht mehr Sicherheit; sie kann die sorgfältige und gesetzeskonforme Herstellung von Lebensmitteln nicht ersetzen. Vielmehr muss jedes Lebensmittel sicher sein, egal, woher es kommt. Eine verpflichtende Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern auf der Verpackung eines Lebensmittels wäre jedoch für die Weiterverarbeiter von Eiern besonders kostspielig, etwa wenn die Eier mangels Qualität oder Menge kurzfristig nicht verfügbar sind und der Hersteller auf einen anderen Lieferanten ausweichen muss. Dann wäre die Herkunftsangabe der Eier schlichtweg falsch und von der Behörde zu beanstanden. Zuletzt mussten heimische Hersteller Verpackungen im Wert von mehreren 100.000 Euro vernichten, da sie freiwillig auf österreichische Freilandeier hingewiesen hatten, diese aber wegen der Vogelgrippe und der verordneten Stallpflicht in Österreich nicht mehr verfügbar waren.

Die heimische Landwirtschaft produziert seit Jahren keine ausreichenden Mengen an Eiern. Österreich benötigt jährlich rund 2 Milliarden Eier, um den Inlandsmarkt versorgen zu können. Der Selbstversorgungsgrad von Eiern aus Österreich liegt jedoch nur bei knapp über 80 %. Importe von Eiern sind also für die Versorgung in Österreich unumgänglich. Denn die heimischen Eier gehen in erster Linie als Frischei in den Lebensmitteleinzelhandel. Somit müssen Hersteller für die Verarbeitung mangels ausreichender Ei-Mengen zwangsläufig auch auf Eier aus anderen Ländern zurückgreifen.

Nur Einhaltung der Gesetze verhindert Vorfälle wie Fipronil

„Um Vorfälle wie Fipronil künftig zu vermeiden, zählt einzig und allein, dass die Vielzahl an Rechtsvorschriften für die Lebensmittelsicherheit von allen Partnern in der Lebensmittelkette -auch der Landwirtschaft - eingehalten und kontrolliert werden. Das heißt ua, dass keine Stoffe eingesetzt werden, die in Lebensmitteln nichts verloren haben. Dann können sich Verbraucher darauf verlassen, dass nur Lebensmittel auf ihre Teller kommen, die einwandfrei sind. Die Zwangsangabe von Herkunftsländern per se auf der Verpackung von verarbeiteten Lebensmitteln kann die sichere Produktion von Eiern keinesfalls ersetzen. Sie wäre vielmehr ein veritabler Hemmschuh für die heimischen Lebensmittelproduzenten“, so Koßdorff abschließend.

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2016 ein Produktionsvolumen von 8,1 Mrd. €. Über 60 % davon werden in 180 Länder rund um den Globus exportiert. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie
Tel.: +43 1 712 21 21 – 14
k.kossdorff@dielebensmittel.at

DI Oskar Wawschinek MAS MBA
Food Business Consult
Pressesprecher für den Fachverband der Lebensmittelindustrie
+43/664 5456350
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