Verkehrsverbund Tirol: Herbstoffensive bringt noch bessere Öffi-Angebote

Felipe & Jug: „Mehr KundInnen, mehr Kilometer, neue Strategie“

Innsbruck (OTS) - Die Herbstoffensive im öffentlichen Nahverkehr sowie neue Linien wurden von Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe und VVT-Geschäftsführer Alexander Jug vorgestellt. Zugleich wurden das neue Leitbild und die Strategie des VVT allen MitarbeiterInnen präsentiert.

Neue Jahres-Tickets übertreffen Erwartungen

LHStvin Ingrid Felipe hielt fest: “Die neuen Öffi-Netzkarten erweisen sich als durchschlagender Erfolg. Sie bringen eine massive Entlastung für die Luft, für die Straßen und für die Geldbörsen der TirolerInnen.“

Am 1. Juni wurden das neue Tirolticket um 490 Euro und das neue Regioticket um 380 Euro eingeführt, die Verkaufszahlen sind in die Höhe geschnellt: 24.188 für den September gültige Regiotickets und Tiroltickets werden aktuell verwendet; innerhalb von drei Monaten seit der Einführung verdoppelte sich somit die Nutzung dieser Netzkarten (vor dem Mai 2017 nutzten TirolerInnen 11.596 Jahres-Streckentickets).

Weiters erreichte das Jahres-Ticket SeniorIn (250 Euro ab 62 Jahren, 125 Euro ab 75 Jahren) mit 26.110 NutzerInnen einen neuen Spitzenwert. Aktuell verzeichnet der VVT noch 4.541 Semester-Tickets. Die SchulPlus- und LehrPlus-Tickets (jeweils 96 Euro) erreichen mit Ende August, noch vor dem Schulstart, mit 34.589 Tickets ebenfalls einen Spitzenwert. Zudem sind 23.098 Schul-/Lehr-Tickets ausgestellt worden. Insgesamt sind somit 112.526 TirolerInnen Stammgäste des öffentlichen Nahverkehrs.

Seit 1. September ist das neue Semester-Ticket LAND erhältlich: Die StudentInnen fahren um 180 Euro pro Semester nicht nur auf einer ausgewählten Strecke, sondern nutzen sämtliche Öffis in ganz Tirol inklusive Innsbruck (Kernzone). VVT-Geschäftsführer Alexander Jug erklärt: „Unser Ziel ist es, Studierende und alle anderen TirolerInnen davon zu überzeugen, auch in der Freizeit vermehrt auf Bahn, Bus und Tram umzusteigen.“

Mit Jobticket und Zusatzkarte ganz Tirol bereisen

Viele Unternehmen stellen ihren MitarbeiterInnen das Öffiticket für den Arbeitsweg als „Jobticket“ kostenlos zur Verfügung. Steuerlich begünstigt ist jedoch nur das günstigste Ticket für den Weg vom Wohnort zur Arbeit (vor der Tarifreform ein Jahres-Strecken-Ticket). Mit der Tarifreform ist dies je nach Entfernung ein Tirolticket (490 Euro), ein Regioticket (380 Euro) oder ein IVB Jahres-Ticket Innsbruck (350 Euro). Im Falle von Regioticket und IVB Jahres-Ticket können nun ArbeitnehmerInnen durch Aufzahlung ihr persönliches Öffi-Reisegebiet ausdehnen. Drei Varianten stehen dabei zur Wahl:

  1. ArbeitgeberInnen stellen ein Regioticket für zwei benachbarte Gebiete in Tirol zur Verfügung (380 Euro), MitarbeiterInnen bezahlen 110 Euro für ein Zusatzticket und können somit alle Öffis in ganz Tirol nutzen (wie mit einem Tirolticket).
  2. ArbeitgeberInnen stellen ein Jahres-Ticket für Innsbruck (Kernzone) bereit (350 Euro). MitarbeiterInnen kaufen um 140 Euro ein Zusatzticket und können ebenfalls alle Öffis in ganz Tirol nutzen (wie mit dem Tirolticket).
  3. ArbeitgeberInnen finanzieren ein Jahres-Ticket für die Kernzone Innsbruck (350 Euro). MitarbeiterInnen erwerben ein Zusatzticket um 30 Euro und können mit allen Öffis in den zwei benachbarten Gebieten Innsbruck-Land West oder Innsbruck-Land Ost fahren (wie mit einem Regioticket).

In allen drei Varianten werden zwei Tickets auf den Namen des Fahrgastes, jedoch mit verschiedenen zahlenden Stellen (ArbeitgeberIn, ArbeitnehmerIn) und identischer Laufzeit ausgestellt. Diese Tickets sind nur gemeinsam gültig. Beantragen können KundInnen des VVT ihr Jobticket mit dem Bestellformular Jahres-Ticket und einem Bestellformular Zusatzticket.

Erstmals österreichweit zwei Bundesländer kombinierbar

Wer ein Vorarlberger und ein Tiroler Jahresticket egal welcher Kategorie hat, kann es jeweils mit dem Jahresticket aus dem anderen Bundesland kombinieren. Für Studierende beispielsweise kosten die kombinierbaren Jahrestickets in Summe 552 Euro. Damit fährt man in allen Öffis vom Bodensee in die Lienzer Dolomiten. „Die gute Kooperation der Bundesländer und der Verkehrsbetriebe bringt uns einem österreichweiten Ticketangebot einen großen Schritt näher. Mit Vorarlberg und Tirol zeigen wir, dass große Lösungen trotz vieler beteiligter Verkehrsunternehmen möglich sind“, betont LHStvin Ingrid Felipe.

Tarifreform zeigt Wirkung: mehr Nachfrage, neue Linien

Nachtschiene ins Tiroler Oberland

Die wichtigste neue Verbindung im Herbst ist die Nachtschiene ins Tiroler Oberland. Sie verkehrt als S-Bahn jeweils samstags sowie sonn- und feiertags (in der Nacht von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag). Security-Personal  ist auf der gesamten Strecke mit an Bord. Die Nachtschiene hält an allen Bahnhöfen zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und Landeck. Somit sind Verbindungen wie Hall - Zirl, Telfs - Imst, Schwaz - Völs und sämtliche Verbindungen in alle Gemeinden westlich von Telfs möglich.

Start: 10.12.2017.

Geplante Abfahrzeiten:

Kufstein 0:30 – Innsbruck 1:40 – Innsbruck 1:50 – Landeck 3:19

Bisher: Kufstein 2:30 – Innsbruck 3:40 – Innsbruck 3:50 – Landeck 5:23

Landeck 1:42 – Innsbruck 2:55 –  Innsbruck 3:00 – Kufstein 4:10

Nachtschiene wie bisher:

Innsbruck 1:00 – Kufstein 2:16

Innsbruck 4:00 – Kufstein 5:10

Drei Nightlinerbusse ab Innsbruck Richtung Westen bleiben bestehen, werden aber auf die Nachtschiene abgestimmt.

Alle bestehenden VVT-Tickets gelten für die Nachtschiene, es gibt keine Sondertarife. Somit haben InhaberInnen der neuen Tiroltickets, Regiotickets, Semester-Tickets und aller anderen VVT-Tickets freie Fahrt.

Nightliner-Bus ins Wipptal

Vier Buskurse sollen an 115 Tagen im Jahr die Nachtverbindung ins Wipptal an Samstagen und Sonntagen gewährleisten.

Start: Dezember 2017

Geplante Abfahrtszeiten:

01:20, 03:20 Uhr: Schönberg – Matrei a. B. – Gries a. B.

00:05, 02:05 Uhr: Gries a. B. – Matrei a. B. – Schönberg

entfällt ab Dez. 2017: S-Bahn-Zugverbindung Innsbruck 1:32 – Steinach 1:54

Neuer Pendlerzug Innsbruck-Wörgl

Mehr Möglichkeiten und mehr Sitzplätze bietet eine neue Schienenverbindung ins Unterland. Sie entlastet die intensiv genützten bestehenden Pendlerverbindungen und wird jeweils von Montag bis Freitag (außer Feiertag) angeboten.

Start: 10.12.2017

Geplante Abfahrtszeiten:

Innsbruck 16:50 – Rum – Hall – Schwaz – Jenbach – Brixlegg – Kundl – Wörgl 17:36

Neue Strategie des VVT

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, sowohl in Bezug auf Verbindungen als auch auf das Tarifangebot, bleibt ein zentrales Anliegen der Tiroler Landesregierung und des VVT. „Wir planen langfristig und gehen verantwortungsvoll mit Steuergeldern um, bekennen uns aber gleichzeitig auch dazu, dass gute Luft und Lebensqualität etwas kosten dürfen“, sagte die Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe, die abschließend auf die Vorreiterrolle Tirols beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs verweist: „Im Preis-Leistungsverhältnis haben wir österreichweit das beste Angebot im öffentlichen Verkehr. Viele andere Bundesländer greifen bei ihren Planungen auf unsere Erfahrungen zurück.“

In einem neun Monate währenden Prozess erarbeitete der VVT sein Leitbild und die Strategie 2020 – in engem Schulterschluss mit MitarbeiterInnen, KundInnen sowie PartnerInnen. VVT-Geschäftsführer Alexander Jug präsentierte erstmals einen neuen Weg als Mobilitätsdienstleister des Landes Tirol: „Das ÖV–Angebot in Tirol steht heute sowohl beim Angebot als auch bei den Tarifen weit vorne im Österreichvergleich. Mit der VVT-Strategie 2020 haben wir ein klares Bild über die Schwerpunkte in den nächsten drei Jahren geschaffen und damit die Grundlage, um unsere Spitzenposition weiter zu festigen. Mir war bei der Erstellung des Leitbildes und der Strategie besonders die maßgebliche Einbindung der MitarbeiterInnen des VVT wichtig. Wir sehen uns als Dienstleistungsunternehmen in Sachen nachhaltiger Mobilität. Ein zentrales Element der Strategie ist der kontinuierliche Ausbau des Angebotes in Richtung Gesamtmobilität: Carsharing, Rufbusse oder Anrufsammeltaxis werden stärker in das VVT-Angebot integriert.“ Die Strategie beinhaltet klare Ziele und Maßnahmen für die Bereiche KundInnen, Wirtschaftlichkeit, Prozesse und Potentiale unter Berücksichtigung des vom Eigentümer vorgegebenen Rahmens. Im Fokus der nächsten drei Jahre stehen dabei noch stärker die Ausrichtung an KundInnen und die Digitalisierung im Vertrieb sowie die Sicherstellung einer möglichst hohen Wirtschaftlichkeit. Eine konkrete Maßnahme ist unter anderem eine flächendeckende Fahrgastzählung 2018. Damit steuert das Team des VVT festgelegte Ziele in der Zukunft an.

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