Hotelvereinigung fordert Bürokratieabbau und Stärkung des heimischen Standorts

Betriebe leiden unter Verwaltungs-Schikanen

Nassereith, Kleinwalsertal (OTS) - Zahlreiche bürokratische Hemmnisse gefährden das wirtschaftliche Überleben der österreichischen Tourismus-Familienbetriebe: Nun richtet der Verein der österr. BIO HOTELS eine Liste mit Forderungen an die Politik. Die Probleme:

1. Die Kontingentplätze für ausländische Arbeitnehmer sind dem tatsächlichen Bedarf nicht angepasst.
Vorschlag: Wiedereinführung der Stammsaisonier – Regelung, z.B. ab fünf Saisonen im Tourismus sollen diese nicht mehr in das Kontingent fallen. Effekt: Indirekte Erweiterung des Kontingentes und damit leichte Entspannung am Arbeitsmarkt.

2. Trotz nicht vorhandener inländischer Bewerber wird in der Regel noch das vierwöchige Ersatzkraftverfahren durchgezogen – eine wirklichkeitsfremde Wartezeit.
Vorschlag: Ersatzlos abschaffen bzw. den örtlichen AMS MitarbeiterInnen eine situationsbezogene Kompetenz genehmigen.

3. Auch bei langjährigen Saisoniers muss aktuell vor jeder Saison eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Polizei vorgelegt werden, was eine sinnlose Bürokratie ist, für Hoteliers bedeutet das Zeit und Kosten. Diese Regelung sollte ersatzlos gestrichen werden.

4. Die Liste der Mangelberufe ist wirklichkeitsfremd und entspricht nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf – Wien hat z.B. ganz andere Arbeitsmarkt-Bedürfnisse als Vorarlberg. Vorschlag:
Entscheidungskompetenz regional verteilen und dadurch regionale Anpassung an die lokalen Bedürfnissen erreichen.

5. Die saisonalen Genehmigungszeiten decken sich nicht mit den betrieblichen Bedürfnissen und führen damit zu skurrilen Situationen (die Sommersaison hat vom AMS aus am 31.10. zu enden, unabhängig davon, wie viele Feiertage es gibt.) Die Arbeitnehmer müssen am 31.10 ausgereist sein, obwohl die Sommersaison beispielsweise bis zum 5.11. geht. Vorschlag: Regionalisierung der Entscheidungskompetenz – für jedes Bundesland angepasst an lokale Bedürfnisse.

Erzwungener MitarbeiterInnenmangel gefährdet Überleben

Derzeit schließen einige Betriebe oder sie reduzieren vom Vollbetrieb auf servicereduziertere Varianten aufgrund von MitarbeiterInnenmangel – auch negative Investitionsentscheidungen sind bekannt. „Der Schaden durch geringere Umsätze und ausfallende Investitionen und dadurch fehlenden Sozialversicherungsbeiträgen ist jedenfalls größer als die von der Politik erwarteten Einsparungen bei den Sozialkosten. Das geht zu Lasten des Bruttosozialproduktes und kann wohl nicht Ziel der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik sein“, sagt Dr. Klaus Kessler, Chef des Naturhotels Chesa Valisa sowie Bereichssprecher der BIO HOTELS.

Arbeitsmarkt im Tourismus auch für Nicht-EU-Länder öffnen

Längerfristig wird weder der österreichische Arbeitsmarkt noch jener der EU in der Lage sein, den Arbeitskräftebedarf zu decken. Große Betriebe sowie Hotelketten werden vielleicht mit diesen Schwierigkeiten zurechtkommen. Kleinere Betriebe sowie typische österreichische Familienbetriebe werden hingegen langfristig vom Markt verschwinden, womit eine zentrale Stärke der von den BesucherInnen geschätzten österreichischen Gastlichkeit verloren ginge. „Wir fordern daher, den Arbeitsmarkt auch für Nicht-EU Länder zu öffnen, damit der österreichische Tourismus keinen Schaden nimmt“, sagt Kessler. „Die Politik muss handeln, um den Tourismus-Standort Österreich zu erhalten.“

Über die BIO HOTELS:

Rund 90 Hotels in sechs europäischen Ländern haben sich im Verein der BIO HOTELS zusammengeschlossen. Sie sind alle familiengeführt. Gemeinsam repräsentieren sie 4500 Betten, 1 Mio Nächtigungen jährlich, sowie ein Netzwerk von 1500 Kooperationspartnern. Gemeinsam ist ihnen allen das Angebot an Bio-Speisen und Getränken. Auch im Nonfood-Bereich gelten nachhaltige Standards, etwa zertifizierte Naturkosmetik sowie nachhaltiges Ressourcenmanagement. Auflistung aller Häuser und Informationen zu diesen Pionieren des europäischen Öko-Tourismus: www.biohotels.info

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