Fiaker kein immaterielles UNESCO Kulturerbe: Dank an rund 12.000 Unterzeichner der VIER PFOTEN Petition

VfGH bestätigte vor kurzem Hitzeferien und Ruhetage

Wien (OTS) - Erfolg für den Tierschutz und VIER PFOTEN: Die Fiaker werden nicht in die Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes aufgenommen. VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda dankt nach Monaten der Mobilisierung allen, die die VIER PFOTEN Petition dagegen unterschrieben haben: „Rund 12.000 Menschen haben uns unterstützt: Auf diese Weise haben sie mitgeholfen zu verhindern, dass der Schutz von Kultur und sogenannten Traditionen auf dem Rücken von Lebewesen passiert. Wir danken auch der UNESCO, die eindeutig die richtige Entscheidung getroffen hat.“  

Unabhängig davon hat der Österreichische Verfassungsgerichtshof vor wenigen Wochen bestätigt, dass die Regelung zum Hitzefrei ab 35 Grad sowie die Einschränkung der Arbeitstage auf 18 pro Monat zulässig ist. „Das ist wirklich ein Grund zur Freude für alle Tierfreunde. Es zeigt außerdem, dass die Verfassung, in der Tierschutz auch festgeschrieben ist, auch ernst genommen wird“, so Pluda. 

Schon vor fast einem Jahr hatten die Wiener Fiaker einen Antrag auf Aufnahme in das immaterielle UNESCO-Kulturerbe gestellt. VIER PFOTEN sah darin einen Missbrauch der Institution UNESCO. Die Tierschützer haben daher an die österreichische UNESCO-Kommission eine kritische Stellungnahme geschickt. Zudem startete VIER PFOTEN eine Petition gegen die Aufnahme (http://bit.ly/fiaker-UNESCO-kulturerbe) und kontrollierte in den Sommermonaten regelmäßig die Einhaltung der Hitzebestimmungen.  

„Unsere Stellungnahme hat ausführlich argumentiert, warum der Einsatz für Fiakerfahrten für die Pferde absolut nicht artgemäß ist. Tierschutz darf nicht einfach durch wirtschaftliche Interessen in Frage gestellt werden.“  

VIER PFOTEN wird jedes Jahr, besonders im Sommer und im Winter bei Glatteis, mit zahlreichen Beschwerden und Augenzeugenberichten von erbosten Mitmenschen konfrontiert, die sich über die Situation der Fiaker-Pferde in der Wiener Innenstadt echauffieren. Darunter sind nicht nur Wiener Bürger, die konkrete Missstände beobachtet haben, sondern auch zahlreiche Touristen, die empört sind, dass in Wien noch immer eine derartig antiquierte Nutzung von Tieren zulässig ist.  

Seit vielen Jahren fordert VIER PFOTEN Verbesserungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Wiener Fiaker-Pferde, so etwa Fahrten ausschließlich in Grünanlagen, ausreichend Schutz vor Sonneneinstrahlung, Hitzeferien sowie eine Beschränkung der Arbeitszeiten. Davon, dass die Fiakerei „von Gemeinschaften und Gruppen in Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt, in ihrer Interaktion mit der Natur und mit ihrer Geschichte fortwährend neu gestaltet“ wird, wie es als Kriterium Nummer 4 für die Aufnahme von Elementen in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes formuliert ist, war in den vergangenen Jahren leider nichts zu bemerken. Martina Pluda: „Jede notwendige Veränderung in der Wiener Fiakerei wurde extern, z.B. durch Gesetzesänderungen veranlasst, weil der Branche selbst offenbar der Willen zur Neugestaltung der Praxis in Auseinandersetzung mit der Umwelt gefehlt hat. Eine vertane Chance, wenn es den Wiener Fiakern tatsächlich darum geht, dieses „Kulturgut“ für nächste Generationen zu erhalten.“ 

Unabhängig vom Tierschutzgedanken entspricht die Motivation für die Bewerbung als immaterielles Kulturerbe nach Ansicht von VIER PFOTEN nicht dem Geiste der UNESCO: „Den Status des immateriellen Kulturerbes als Vehikel zu sehen, um sich existierenden Problemen und dringend erforderlichen Anpassungen – nicht nur aus Tierschutzsicht; weitere Stichworte zu Handlungsbereichen sind etwa Verkehr oder auch Schäden am Straßenbelag – zu verschließen, kann nicht im Sinne der Kommission sein“, sagt Pluda.  

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Elisabeth Penz
Pressesprecherin
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz

Tel.:+43-1-8950202-66
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Email: elisabeth.penz@vier-pfoten.org
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