Fachkräftemangel: Tourismus fordert Ende der ÖGB-Blockadepolitik

WKÖ-Nocker-Schwarzenbacher: Starre Haltung der Gewerkschaft schadet gesamter Branche – Situation müssen auch die Mitarbeiter ausbaden

Wien (OTS) - Wetter- und Buchungslage für den bevorstehenden Winter sind ausgezeichnet, die Vorzeichen für eine erfolgreiche Saison stehen gut. Dennoch ist die Stimmung in vielen Tourismusgebieten nicht ungetrübt: Österreichweit fehlen über 6.500 Arbeitskräfte. „Viele Hotels und Restaurants suchen momentan händeringend Köche und Restaurantfachleute. Die Hilferufe sind mittlerweile nicht mehr nur laut, sondern unüberhörbar“, kommentiert Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) Aussagen von AMS-Chef Johannes Kopf, der sich ebenfalls für eine verstärkte überregionale Vermittlung von Arbeitskräften im Tourismus ausgesprochen hat. „Dies unterstreicht und bestätigt unsere Forderung nach einer Aufnahme von Köchen und Restaurantfachkräften in die Mangelberufsliste“, so Nocker-Schwarzenbacher.

 Fassungslos reagiert die oberste Branchensprecherin daher auf das abgehobene und völlig praxisferne Verhalten der Spitzen der Gewerkschaft, die bei den Verhandlungen zur Mangelberufsliste 2018 weder der Aufnahme von Köchinnen und Köchen noch jener von Restaurantfachkräfte zugestimmt hat. Auf die Mangelberufsliste kommen derzeit Berufe, für die pro beim AMS gemeldeter offener Stelle höchstens 1,5 Arbeitssuchende vorgemerkt sind (Stellenandrangsziffer). Österreichweit kommen auf eine offene Stelle 1,6 arbeitslose Köche. Außer Wien und Niederösterreich liegen alle Bundesländer deutlich unter dem Wert von 1,5. Besonders prekär stellt sich die Lage in Tirol und Salzburg dar, wo die „Stellenandrangsziffer“ für Köche nur bei 0,5 liegt. Zu einer Erleichterung der Situation würde auch die Bewilligung eines höheren Saisonier-Kontingents von Drittstaatsangehörigen beitragen, so Nocker-Schwarzenbacher.

 Für die Arbeitgeberseite sei diese rein parteipolitisch motivierte Vorgehensweise der Arbeitnehmervertretung umso unverständlicher, da sich dadurch die Arbeitssituation für die derzeit beschäftigten Mitarbeiter deutlich verschlechtern wird. Der Arbeitsdruck auf viele Küchen- und Servicemannschaften werde zunehmend steigen, warnt Nocker-Schwarzenbacher und betont: „Es ist für den ausgezeichneten Ruf des Tourismusstandorts Österreich unabdingbar, eine ausreichende Zahl an Fachkräften zur Verfügung zu haben, um jene Qualität bieten zu können, die unsere Gäste zu Recht erwarten.“

 Dass der Fachkräftemangel ernsthafte wirtschaftliche Probleme, vor allem für den Tourismus im Westen Österreichs verursacht und hier rasch Lösungen für die Branche gefunden werden müssen, steht außer Zweifel. Nocker-Schwarzenbacher appelliert in Richtung einer zukünftigen Regierung: „Es kann nicht sein, dass unsere Betriebe ständig Rekorde einfahren und dann scheitert es an den Arbeitskräften. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, dass Arbeitskräfte dorthin kommen, wo sie benötigt werden“, so Nocker-Schwarzenbacher abschließend. (PWK936/ES)

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