Hörl: „Worauf sich Tirol mit der SPÖ freuen soll, ist mir nach dem Auftritt von Kern ein Rätsel!“

Regionalisierung Mangelberufsliste ist richtige Antwort auf aktuelle Arbeitsmarktsituation

Innsbruck (OTS) - Franz Hörl, Landesobmann des Tiroler Wirtschaftsbundes betont, dass die Bundesregierung mit einer praxisgerechten Mangelberufsliste, die die regionalen Arbeitsmarktgegebenheiten berücksichtigt, genau in die richtige Richtung lenkt. „Allein der Blick auf den Tiroler Tourismus genügt, um dies jedem klarzumachen. Die Jobs in der Branche haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt, mit einem Anteil von 30 Prozent der gesamten Gästebetten können wir den Bedarf an Arbeitskräften nicht alleine abdecken“, so Hörl. Die Regionalisierung sei wichtig, da jedes Bundesland spezielle Bedürfnisse am Arbeitsmarkt – wie zum Beispiel die Suche nach Köchen in Tirol – aufweise. Zudem scheitern überregionale Angebote der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Praxis am eingeschränkten Mobilitätswillen der heimischen Arbeitskräfte. „Somit macht die Bundesregierung genau das Richtige. Zumal wir nicht vergessen dürfen, dass auch in unseren Nachbarländern ein Fachkräftemangel herrscht und wir uns damit im direkten Wettbewerb um die besten Köpfe befinden“, betont Hörl. Neben der Regierung habe aber auch die Branche bereits selbst reagiert: Mit der letztjährigen Anhebung des Kollektivertrags um über acht Prozent für Lehrlinge in der Gastronomie und Hotellerie wurde insbesondere auf den Nachwuchs ein großes Augenmerk gelegt

32 Stellen im Jahr 2017 in Tirol

Umso irritierender war für Hörl der gestrige ORF-Auftritt von SPÖ-Chef Christian Kern. „Dieser spielt sich mit völlig falschen Argumenten und Angstmache zum Behüter des Arbeitsmarktes auf, verkennt dabei jedoch völlig die Realität. Erstens sprechen wir bei den Mangelberufen von insgesamt 264 Personen in Österreich und von lediglich 32 in Tirol im vergangenen Jahr. Daraus eine Gefährdung für heimische Arbeitskräfte zu machen, grenzt an Realitätsverlust. Zweitens können viele Unternehmer Herrn Kern jeder Zeit erklären, dass die erfolglose Suche nach Fachkräften oft bis zur Existenzgefährdung führen kann“, so Hörl. Im Lichte dieser jüngsten Aussagen klingt der neue Tiroler SPÖ-Slogan „Freu dich Tirol“ für Hörl eher nach einer Drohung. „Denn worauf sich Tirol mit der SPÖ freuen soll, ist mir nach dem Auftritt von Kern ein Rätsel!“ Übertroffen werden Kerns Aussagen nur noch von Julia Herr, Verbandsvorsitzende der Sozialistischen Jugend, die den 6-Stunden-Arbeitstag als politisches Ziel nennt.

Tourismus passt nicht in 6-Stunden-Mentalität

Das jährliche Gedränge um Kontingentplätze beweise zudem, dass genügend Nachfrage an auswärtigen Arbeitskräften besteht. „Diese Arbeitskräfte schätzen speziell im Tourismus zahlreiche Zusatzleistungen wie Unterkunft und Verpflegung und sie zählen in vielen Betrieben oft schon zum Stammpersonal“, bringt Hörl Realismus in die völlig verfehlte Debatte. Auch aktuell laufende Erhebungen der Wirtschaftskammer Tirol betreffend Gehalt zeigen, dass der Tiroler Tourismus ein attraktiver Arbeitgeber ist. „Fakt bleibt natürlich, dass man in dieser Branche dann arbeiten muss, wenn andere frei haben. Es ist verständlich, dass diese Realität nicht zu einer 6-Stunden-Mentalität passt“, so Hörl.

Auch was die Kürzung der Familienbeihilfe für Kinder im Ausland betrifft, kritisiert Hörl die Panikmache. „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, diese Leistungen anzupassen. Immerhin überweist Österreich jährlich 230 Millionen Euro ins Ausland. Eine staatliche Transferleistung kann kein Gehaltsfaktor sein!“

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