Offener vida-Brief an Strache: Umdenken gefordert

Die Gewerkschaft soll ihre Gehälter anonymisiert offenlegen und endlich aufhören, Menschen wegen ihrer Herkunft zu diskriminieren, so die ÖHV

Wien (OTS) - Die Zeiten, als die Gewerkschaft die Internationale sang, sind Geschichte: „Heute ziehen sie die Grenzbalken hoch. Ihre Gründerväter drehen sich im Grab um“, wundert sich Michaela Reitterer Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), über den Offenen Brief von vida-Vorsitzendem Hebenstreit an Vizekanzler Strache. „Was im Regierungsprogramm steht, macht Sinn. Zuerst unsere Arbeitslosen in Arbeit bringen, Arbeitsplätze schaffen, ausbilden, umschulen. Ferienhotels bieten freie Kost und Logis. Und die vida hört dafür auf, Menschen wegen ihrer Herkunft zu diskriminieren. Das hat in der heutigen Zeit nichts mehr verloren“, fordert Reitterer ein Umdenken.

Auf jede besetzte Stelle im Tourismus folgt eine offene

Der Grund für die vielen offenen Stellen liegt anders, als die vida suggeriert: „Es kommen ja immer mehr Leute in die Branche. Aber wir haben so viel Arbeit, da kommt auf jede besetzte Stelle eine neue“, stellt Reitterer richtig. Die Hotels investieren in Mitarbeiter, laut aktueller WIFO-Studie seit 2008 jedes Jahr um 5,6 % mehr. EU-weit lag der Anstieg bei +1,8%.

Schluss mit polemischen Vergleichen: Gewerkschaft soll Gehälter offenlegen

Das Gehaltsargument gilt also nicht: „Wer den Tourismus mit 40 % Hilfskräften einer Branche gegenüberstellt, die ihre Hilfskräfte schon vor Jahrzehnten auf die Straße gesetzt hat, vergleicht nicht. Der polemisiert.“ Auch die Gewerkschaft bezahle Hilfskräften wohl keine Spitzengehälter: „Die Gewerkschaft soll einfach ihre Gehälter für Hilfskräfte in Reinigung und Gastronomie anonymisiert offenlegen. Die werden sich nur wenig von unseren unterscheiden.“

Wer Mitarbeiter aussperrt, vernichtet Arbeitsplätze

Reitterer appelliert an die Vernunft: „Ich tue mir da leicht, mir geht es nicht um Parteipolitik. Aber wenn wir Abteilungen schließen müssen, weil Mitarbeiter wegen ihrer Herkunft ausgesperrt werden, haben die Gewerkschaftsmitglieder im besseren Fall mehr Stress im Job und im schlechteren Fall ihren Arbeitsplatz verloren“, warnt Reitterer.

Bewährtes ausbauen: Rot-Weiß-Rot-Karte erweitern

Der Tourismus unterscheide sich nicht sehr von anderen Branchen:
„Nehmen wir die Pflege, die kennt Herr Hebenstreit: Auch da haben wir zum Glück viele internationale Kräfte: Will er die auch aussperren, weil sie aus anderen Ländern kommen? Über die Industrie können ihn die Kollegen von den Metallern informieren. Die haben im Nationalrat dem Fachkräftezuzug via Rot-Weiß-Rot-Karte zugestimmt. Das hat sich dort bewährt, das wäre im Tourismus genauso“, plädiert Reitterer für die rasche Umsetzung der im Regierungsprogramm skizzierten Maßnahmen.

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