Seilbahn auf den Kahlenberg: Jetzt ist Norbert Hofer am Zug – Entscheidung des Verkehrsministers noch ausständig

Nachbericht zur Pressekonferenz und Podiumsdiskussion vom 27.02.2018 - Ein Projekt, das keiner will

Wien (OTS) -

  • MA64 spricht sich klar gegen die Seilbahn auf den Kahlenberg aus
  • Umweltexperte Dr. Wolfgang List ist zuversichtlich: Monströses Seilbahn-Projekt kommt nicht
  • Podiumsdiskussion am 27.02.2018: Bezirksvertreter aller politischen Parteien lehnen Seilbahn unisono ab

Das Naherholungs- und Naturschutzgebiet am Kahlenberg ist gefährdet: gleich zwei Firmen bewerben sich um die Konzession für den Betrieb einer Seilbahn durch den Biosphären-park. Als zusätzliche Attraktion ist der Bau eines Lunaparks am Gipfel des Kahlenbergs geplant. Die Bürgerinitiative „Schützt den Wienerwald – Stopp der Seilbahn auf den Kahlenberg“ hat am Dienstag, 27.02. zu einer Pressekonferenz mit anschließender Podiumsdiskussion nach Nussdorf geladen und nachgewiesen: Außer den Investoren nützt dieses Projekt niemandem.

Seilbahn: Nicht im öffentlichen Interesse

Schon heute lassen sich die 300 Höhenmeter auf den Kahlenberg auf unterschiedliche Art überwinden: Die gesündesten Varianten sind sicher ein Spaziergang oder die Fahrt mit dem Fahrrad. Weniger Sportliche nutzen den Bus oder reisen mit dem eigenen PKW an. Am Betrieb einer Seilbahn besteht damit keinerlei öffentliches Interesse. Umso weniger, als damit weitläufige Rodungen, die Errichtung von bis zu 40 Meter hohen Stützpfeilern und der Transport von täglich bis zu 6.000 Personen einhergehen würden. Die MA64 hat vor kurzem in einer offiziellen Stellungnahme deutlich gemacht: von einer Seilbahn ist keine Verbesserung der aktuellen Situation zu erwarten. Vielmehr sei von einer „Beeinträchtigung der Landschaftsgestalt und der Erholungswirkung“ auszugehen.

Finanzkräftige Investoren: Keine Lust auf Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)

Nichtsdestotrotz halten die beiden Antragssteller, die Firmen Doppelmayr AG in Form ihrer Tochter Skyglide GmbH und die Genial Tourismus & Projektentwicklung GmbH, an ihren Plänen für die mehr als 6 Kilometer lange Seilbahn fest – ohne vorab eine UVP durchführen lassen zu wollen. Diese Vorgangsweise widerspricht jedoch geltendem EU-Recht. Aus diesem Grund hat Dr. Wolfgang List vor kurzem auch Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingereicht. Das Ergebnis ist noch offen, doch Wolfgang List zeigt sich bei der Pressekonferenz am 27.02. zuversichtlich: „Ich habe Erfahrung mit monströsen Projekten. Wie schon beim Postverteilzentrum Langenzersdorf wird auch hier die Vernunft schlussendlich siegen. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, wird die Seilbahn auf den Kahlenberg nicht gebaut.“

Ähnliche Prestigeprojekte im Ausland: wirtschaftlich erfolglos

Hans Binder, Initiator der Bürgerinitiative „Schützt den Wienerwald – Stopp der Seilbahn auf den Kahlenberg“ hat sich intensiv mit ähnlichen Bauten in anderen europäischen Großstädten befasst: „Abgesehen von den katastrophalen Folgen für Landschaft und Tierwelt bleiben derartige Projekte auch wirtschaftlich häufig ohne Erfolg. In London floppt das Thames Cable Car derart, dass die Stadt jedes Jahr 5 Millionen Pfund zuschießen muss. Und auch die Seilbahn in Barcelona kämpft mit finanziellen Problemen.“Und er appelliert an die Verantwortlichen, aus der Geschichte zu lernen. Schließlich hätte es in der Vergangenheit bereits mehrere gescheiterte Versuche alternativer Aufstiegshilfen für den Kahlenberg gegeben: Ob Zahnradbahn oder Drahtseilbahn – alle mussten sie mangels entsprechender Besucherzahlen stillgelegt werden.

Da kein öffentliches Interesse besteht, gehen wir davon aus, dass Bundesminister Ing. Hofer keine Konzession erteilen wird.

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