AK Zangerl: "Hörls Kritik ist mehr als entlarvend"

Volle Unterstützung für die Linie von WK Präsident Leitl, AMS-Chef Kopf und FPÖ-Ministerin Hartinger-Klein, den Arbeitsmarkt für Kroatien erst in zwei Jahren zu öffnen.

Innsbruck (OTS) -

„Die Aussagen des Tiroler WB-Obmannes Hörl sind mehr als entlarvend und man kann nur noch den Kopf schütteln“, sagt BAK Vizepräsident und AK Tirol Präsident Erwin Zangerl. „Ich unterstütze die Linie von WK Präsident Leitl, AMS-Chef Kopf und FPÖ-Ministerin Hartinger-Klein, den Arbeitsmarkt für Kroatien erst in zwei Jahren zu öffnen. Hörl outet sich als Lobbyist, dem es weder um den Schutz der heimischen Beschäftigten, noch um eine Verbesserung des Status quo geht, sondern nur um möglichst billigen Profit.“

Zangerl: „Der Ruf nach immer mehr ausländischen Arbeitskräften kann keine befriedigende Lösung sein. Dies vor allem für eine Branche, die hochqualifizierte regionale Dienstleistung anbieten sollte. Die Tourismuswirtschaft investiert jährlich Millionen Euro in Ausbau und Erhöhung des Komforts von Liftanlagen und Hotels für die Gäste. Da muss man sich wundern, dass dann manche Betriebe so wenig für ihre Mitarbeiter tun. Noch beschämender ist die Tatsache, dass allein in Tirol pro Jahr mehr als 800 junge Menschen in hochwertigen Tourismusschulen ausgebildet werden, die oft bereits nach ihrem Berufspraktikum so schnell wie möglich die Branche verlassen.

Der Beruf des Kochs und der Servicekraft ist dann kein Mangelberuf mehr, wenn in der Hotel- und Gastronomiebranche regelmäßige Arbeitszeiten, 5-Tage-Woche, ordentliche Entlohnung und klare Dienstpläne mit berechenbaren Mehr- bzw. Überstunden geboten werden“, erinnert Zangerl. „Wenn immer weniger heimische Arbeitskräfte im Tourismus arbeiten wollen, liegt das zum ganz großen Teil an den schlechten Rahmenbedingungen wie niedrige Löhne, familienfeindliche Arbeitszeiten und schlechte Weiterbildungs- und Aufstiegschancen und vor allem an den in vielen Betrieben fehlenden verbindlichen Dienstplänen.“

Durch dieses Image ist der Tourismus, der gerade in Tirol in vielen Regionen eine Leitwirtschaft sein sollte, zu einer Fluchtbranche für die heimischen Mitarbeiter verkommen. Statt permanent alte Parolen zu dreschen, sollte Hörl endlich auch auf die vielen Vernünftigen in der Branche hören, die bereits seit langem ein Umdenken fordern. Der Tourismus muss endlich weg vom Billig-Image hin zum Qualitäts-Image und das vor allem bei den einheimischen Beschäftigten “, so der AK Präsident. „Dann kann der Tourismus auch wieder zu einer Leitwirtschaft werden.“ 

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