Rekonstruktion der Großen Kaskade vollendet

Schloss Hof - Die Brunnenanlage Große Kaskade erwacht wieder zum Leben

Wien (OTS) - Der einstige kaiserliche Landsitz war eines der prächtigsten Schlösser des Habsburger-Reiches. 1725 wurde das Schloss für den legendären Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen errichtet und unter Kaiserin Maria Theresia zur größten Landschloss-Anlage Österreichs aus- und umgebaut. Ein hochherrschaftliches Wohngebäude, ein kunstvoller Terrassengarten und ein beschaulicher Gutshof fügen sich zu einem Ensemble, das imperiale Pracht und ländliche Idylle in einzigartiger Weise verbindet. Darin bildete die Große Kaskade den Mittelpunkt der barocken Gartenanlage, damals und nun auch wieder heute.

Eine historische Brunnenanlage wird zu einem Großprojekt

Die Brunnenanlage, die in Größe und Kunstfertigkeit nur noch mit Brunnen in Versailles vergleichbar ist, wurde aufwändig rekonstruiert und wieder errichtet. Historische Spurensuche und digitale 3D-Modellierung gingen dabei Hand in Hand. Die Große Kaskade stellte aufgrund der immensen Ausmaße und der zentralen Bedeutung ein absolutes Großprojekt dar und wurde in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Die Wiederherstellung dieser bedeutungsvollen Anlage in ihre ursprüngliche Form, zeichnet sich insbesondere auch durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit aus.

Im November 2014 begannen die Planungen zur Brunnenrekonstruktion und im Juli 2016 starteten die Ausführungsarbeiten. Insgesamt verteilen sich 600 Quadratmeter Wasseroberfläche auf zwei Becken und einen vierstufigen Wasserfall über viereinhalb Höhenmeter. Für die Wasserspiele werden in einer Stunde rund 200 Kubikmeter Wasser bewegt. Das Wasseraufbereitungssystem ist besonders energie- und kostensparend. Zwei unabhängige Filtersysteme mit mikrobiologischer Wasseraufbereitung ermöglichen den kompletten Verzicht auf Chemie.

Für die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB), stellte die Rekonstruktion der Großen Kaskade eine spannende Aufgabe dar, welche nun vollendet ist. „Zum Gelingen der Wiederherstellung der Großen Kaskade haben maßgeblich die hohe Expertise und das außerordentliche Engagement aller Beteiligten beigetragen. Seitens SKB wurden rund neun Millionen Euro in die Garten-Revitalisierung investiert, ca. vier Millionen Euro in die Große Kaskade und ca. fünf Millionen Euro in die siebente Terrasse“, so Geschäftsführer Mag. Klaus Panholzer.

Bundesministerin Dr.in Margarete Schramböck,  Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, unterstreicht als Eigentümervertreterin der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) die internationale Bedeutung des Projekts. „Mit der Wiederherstellung der Großen Kaskade erhält Schloss Hof das Herzstück des barocken Gesamtkunstwerks zurück und  präsentiert das Marchfeldschloss in seiner Gesamtheit wie zu Prinz Eugens Zeiten, als eines der bedeutendsten Barockensembles Europas.

Zur Vorgeschichte der Großen Kaskade

Die in den 1730er Jahren errichtete Große Kaskade wurde gegen 1843 aufgrund baulichem Verfall und fehlender Dichtheit demontiert – aus dem großen Teil des Steinmaterials wurde direkt am Ort eine Stützmauer errichtet. Diese blieb über 150 Jahre bestehen. Im Jahr 2014 wurde die Mauer sorgfältig untersucht und in Folge dessen, wurde ein Großteil der sogenannten Spolien (baulichen Überreste des Brunnens) entdeckt, die wertvolle Erkenntnisse für den Wiederaufbau und die Rekonstruktion boten. Somit wurde im Zuge der Wiederherstellung der Brunnenanlage seitens der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) und  dem Bundesdenkmalamt beschlossen, die Mauer sorgfältig abzutragen.

Grundlagen der Wiederherstellung

Die Erwartungen an das historische Steinmaterial wurden beim Abbau sogar noch übertroffen: Eine besondere Sensation stellte das Wiederauffinden von Relieffragmenten der ursprünglichen Kaskadenwand mit mythologischen Darstellungen dar, von deren Existenz man nur durch die sehr schemenhafte Wiedergabe bei Canalettos Gemälde wusste.

Dieser Fund ermöglichte eine noch bessere Ausgangssituation, wie auch Dr. Hermann Fuchsberger vom Bundesdenkmalamt erklärt: „Das Sammeln möglichst vieler Originalinformationen aus unterschiedlichen Quellen ist die Grundlage der Rekonstruktion, wir konnten uns dabei auf drei Säulen stützen: Die erste Säule stellten die archäologischen Erhebungen wie ausgegrabene Anschlüsse oder Beckenreste sowie die umfassende Bauforschung dar. Die rund 450 Werksteine aus der Stützmauer, davon 157 Reliefteile, dienten als zweite Säule. Die dritte Säule bildete ein historisches Gemälde von Canaletto und alte Grundrisspläne des Gartens.“

Rekonstruktion am digitalen Reißbrett

Noch im Jahr 2014 wurden der Architekt DI Georg Töpfer und die Dipl. Restauratorin Susanne Beseler als Generalplaner mit der Rekonstruktion beauftragt. „Der Bau einer Brunnenanlage ist keine alltägliche Aufgabe, die Rekonstruktion eines barocken Wasserspiels, für das es keine verbindlichen Vorlagen gab, eine einzigartige Herausforderung“, sagt Architekt Georg Töpfer. Zuerst galt es ein digitales Modell zu erstellen. Hierfür wurden nicht nur in detektivischer Kleinarbeit sämtliche Informationen aus den zur Verfügung stehenden Quellen zusammengetragen, sondern auch die historischen Werksteine und Relieffragmente genau untersucht und digital erfasst. Es dauerte ein Jahr bis aus allen Erkenntnissen und Daten ein aufwändiges 3D-Architekturmodell am virtuellen Reisbrett entstand. „Ein absolutes Highlight waren dabei die Reliefflächen", so Restauratorin Susanne Beseler. „Es gelang nicht nur die Mehrzahl der Fragmente wieder zusammenzufügen, sondern auch gemeinsam mit KunsthistorikerInnen die Darstellungen zu entschlüsseln. Dies wiederum ermöglichte die Platzierung an der Kaskadenwand, war es doch unser Ziel, möglichst viele der barocken Werksteine und Fragmente im neuen Brunnen wiederzuverwenden.“

Ein barockes Wasserkunstwerk – historischer Bestand und modernste Technik

Im 18. Jahrhundert beförderte man das für die Brunnen im Schlossgarten benötigte Wasser mittels eines eigens dafür konstruierten Schöpfwerks aus den Groißenbrunner Teichen in ein Wasserreservoir. Bei Bedarf wurde es von dort über unterirdisch verlegte Holzrohre nach Schloss Hof geleitet. Heute verbindet die Rekonstruktion der Großen Kaskade fragmentarischen Fundamente mit einer modernen Stahlbetonkonstruktion. Das Bewässerungssystem war schon bei der Errichtung im 18. Jahrhundert ein technisches Meisterwerk – diese Tradition wird nun in gewisser Weise fortgesetzt, wie Architekt Georg Töpfer erklärt: „Für die Wasserspiele werden in der Stunde 200 Kubikmeter Wasser bewegt – dahinter steckt eine ausgefeilte Anlage mit mehreren Kreisläufen und mikrobiologischer Wasseraufbereitung. Trotz moderner Technik wurde die baulichen Reste des historischen Brunnens erhalten.“

Natur- und Erlebnisangebot

Nach Vollendung der Großen Kaskade wird in den nächsten Monaten die Wiederherstellung der  siebente Terrasse finalisiert. Für die Besucherinnen und Besucher von Schloss Hof bedeutet die Revitalisierung vor allem eines: eine neue Erlebbarkeit des Areals. Vom Schloss aus, eröffnet sich Stück für Stück die imposante barocke Gartenanlage und nun ist auch die Große Kaskade wieder in voller Pracht zu bewundern. Ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm, Sonderausstellungen, Erlebnispfade und die ganzjährige Öffnung des Areals bieten Besucherinnern und Besuchern somit ein unvergessliches Erlebnis im lebendigen Barock.

Ausgewähltes Bildmaterial finden Sie unter: https://cloudia.schoenbrunn.at/index.php/s/J6DGCe5zDZ5Pmds

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) verwaltet mit Schloß Schönbrunn, dem Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien, den Kaiserappartements in der Wiener Hofburg mit Sisi Museum und Silberkammer sowie Schloss Hof und Schloss Niederweiden die wichtigsten Attraktionen des imperialen Erbes Österreichs. Die SKB ist mit der Erhaltung und Revitalisierung der anvertrauten Kulturgüter betraut. Die dafür notwendigen Mittel werden zur Gänze aus von der SKB selbst erwirtschafteten Erlösen aufgebracht.

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