Gewerkschaft vida: Lehrlingsmangel im Tourismus ist hausgemacht

vida-Tusch: "Ordentliche Arbeitsbedingungen und bessere Ausbildung müssen her"

Wien (OTS) - „Nach dem ständigen Jammern über den Fachkräftemangel sind jetzt offenbar die Lehrlinge dran“, kommentiert Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, die Aussagen von Willy Turecek von der Wirtschaftskammer in der heutigen Ausgabe der Kronen Zeitung.

Schluss mit Ausbeutung

Dass die Lehrlingszahlen im Tourismus schrumpfen, wundert den vida-Gewerkschafter wenig: „Lehrlinge werden oft als billige Arbeitskräfte missbraucht. Geringe Anerkennung und Wertschätzung sind schuld daran, dass die Leidenschaft und Begeisterung der Jugendlichen oft in Frust umschlagen.“ Kein Verständnis hat Tusch für die Kritik an der Ausweitung der Berufsschulzeit: „Wir müssen den jungen Menschen beste Bedingungen und eine hochwertige Ausbildung bieten. Deswegen ist es auch wichtig, dass Tourismus-Lehrlinge mindestens dieselbe Zeit in der Berufsschule bekommen wie eine Vielzahl der anderen Lehrberufe.“ Schafft der Tourismus nicht, eine gute Work-Life-Balance herzustellen und Zukunftsperspektiven zu schaffen, werde der Zulauf an Lehrlingen gering bleiben, so Tusch.

Mehr Zeit in Berufsschule bringt nur Vorteile

Eine ausgeweitete Berufsschulzeit sei die beste Investition in die Zukunft, betont auch Mario Drapela, gf. Bundesjugendvorsitzender der Gewerkschaft vida: "Der Lehrstoff wird dadurch nicht mehr im Eilverfahren vermittelt, sondern die Jugendlichen bekommen mehr Ausbildungszeit. Das bedeutet auch weniger Stress für die SchülerInnen. Dafür haben wir als Gewerkschaftsjugend gekämpft, genauso wie für die Abschaffung der Internatskosten für Betrieb und Lehrlinge. Beide Ziele haben wir erreicht.“ Drapela verweist darauf, dass so gut wie alle Lehrberufe 1.260 Berufsschulstunden haben. Die Rechnung für Tourismusbetriebe wäre einfach: „Wenn ich einen Lehrling mehr aufnehme und auch dieser mehr fachliches Wissen in der Berufsschule vermittelt bekommt, dann hab ich am Ende zwei wirklich gut ausgebildete FacharbeiterInnen!“

Qualität in Vordergrund stellen  

Drapela betont, dass Tureceks Forderung nach mehr Mittel für die Lehrausbildung natürlich legitim und wünschenswert sei, aber „wahr ist, dass die Basisförderung, die jeder Betrieb schon jetzt bekommt, die Kosten für die Zeit in der Berufsschule bei weitem abdeckt. Wenn es mehr Förderung für betriebliche Ausbildung gibt, so darf dieses Geld nicht im Gießkannenprinzip über alle drübergeschüttet werden, sondern es muss an Qualitätskriterien geknüpft sein!“ Der Tourismus könne hier gerne eine Vorreiterrolle übernehmen, die Gewerkschaft vida sei dazu stets gesprächsbereit, so Drapela und Tusch abschließend.

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