Leichte Konjunkturabkühlung zur Jahresmitte zeichnet sich ab

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Mai 2018

Wien (OTS) - Die österreichische Wirtschaft wird auch in den kommenden Monaten kräftig wachsen. Gegenüber dem Konjunkturhöhepunkt zu Jahresende 2017 ist zwar eine leichte Abschwächung zu erwarten, das Wachstum bleibt aber über dem langjährigen Durchschnitt. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet im Rahmen ihrer vierteljährlichen Kurzfristprognose für das zweite und dritte Quartal 2018 ein Wachstum des realen BIP von 0,7 Prozent bzw. 0,6 Prozent (jeweils gegenüber dem Vorquartal). Damit revidiert die OeNB die BIP-Wachstumsaussichten für das zweite Quartal 2018 im Vergleich zur Dezemberprognose um 0,1 Prozentpunkte nach unten.

Die österreichische Wirtschaft befindet sich derzeit in einer Phase starken Wachstums, das sowohl von der Inlands- als auch der Auslandsnachfrage getragen wird. Die österreichischen Exporteure profitieren dabei vor allem von der starken Nachfrage der Euroraum-und der CESEE-Länder und von ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit. Die Dynamik der Güterexporte hat sich im ersten Quartal vor dem Hintergrund einer verhaltenen Entwicklung der deutschen Wirtschaft etwas abgeschwächt. Dies ist jedoch angesichts der starken Entwicklung in den letzten Quartalen als Normalisierung zu betrachten. Die Indikatoren zur Auftragslage der Exporteure erreichten zu Jahresende 2017 größtenteils historische Höchststände. Seit Jahresbeginn weisen die Indikatoren angesichts gestiegener außenwirtschaftlicher Unsicherheiten teilweise Seitwärtsbewegungen und teilweise Rückgänge auf. In der Folge ist mit einer leichten Abschwächung der Güterexportdynamik zur Jahresmitte 2018 zu rechnen. Die Dienstleistungsexporte verzeichneten hingegen im ersten Quartal eine ungebrochen starke Entwicklung.

Neben der Exportnachfrage wird das Wachstum derzeit auch von der Inlandsnachfrage getragen. Die Unternehmen haben in den letzten beiden Jahren ihre Investitionen in Ausrüstungen stark ausgeweitet. Die Auslastung der Produktionskapazitäten liegt aktuell dennoch bei historischen Höchstständen. Der Ausblick für die nächsten Monate ist daher trotz der gestiegenen Unsicherheiten und einer sich leicht eintrübenden Auftragslage als gut zu bezeichnen.

Die Bauwirtschaft hat im ersten Quartal trotz der ungünstigen Witterung im März leicht an Fahrt gewonnen. Der Ausblick für die nächsten Monate ist positiv, da sowohl Stimmungsindikatoren als auch harte Faktoren wie Auftragslage und Baubewilligungen einen steigenden Trend aufweisen. Der private Konsum profitiert von der nach wie vor ausgezeichneten Entwicklung am Arbeitsmarkt und einem stärkeren Lohnwachstum. Das niedrige Zinsniveau stützt darüber hinaus die Konsumtätigkeit. Das anhaltend starke Wachstum der gemeldeten offenen Stellen lässt auf eine Fortsetzung der positiven Dynamik auf dem Arbeitsmarkt und damit auch des privaten Konsums schließen.

In Summe deuten die vorliegenden Informationen darauf hin, dass der Konjunkturhöhepunkt gegen Jahresende 2017 erreicht wurde und nunmehr eine schrittweise Rückkehr zu durchschnittlichen Wachstumsraten zu erwarten ist. Für das zweite Quartal wird ein Wachstum des realen BIP von 0,7 Prozent und für das dritte Quartal ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet (saison- und arbeitstätig bereinigt, jeweils zum Vorquartal). Globale Unsicherheitsfaktoren wie die weitere Entwicklung des Handelskonflikts mit den USA stellen dabei ein Abwärtsrisiko dar.

Der nächste OeNB-Konjunkturindikator wird im August 2018 veröffentlicht werden.

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