Wenn der AMS-Chef die Kunden mobbt

Statt Hilfe bei der Suche nach Lehrlingen gibt es für die Branche mit den meisten offenen Stellen Spott vom AMS: ein Schlag ins Gesicht vieler Ausbilder

Wien (OTS) - „Wenn eine Branche 34% aller offenen Lehrstellen anbietet, sollte das AMS daran arbeiten, sie zu besetzen. Stattdessen stellt uns der AMS-Chef an den Pranger“, wundert sich Michaela Reitterer, als Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung Sprecherin für 1425 ambitionierte Ausbilder und Arbeitgeber: „So viel billigen Applaus Kopfs zynischer Tweet ausgerechnet am Tag des Europäischen Tourismusforums in der Twitter-Blase bringt, so sehr schadet es Unternehmen, die Fachkräfte ausbilden wollen: seinen Kunden“, hinterfragt sie diese Art der Kommunikation: „In der Privatwirtschaft hätte jemand, der Key Accounts so vorführt, zumindest einen Termin beim Chef.“

Schlag ins Gesicht der Ausbilder

Kopfs unsachliche Gegenüberstellung wundert Reitterer umso mehr, als ganz Österreich die Lehre in ein besseres Licht rücken will: „Dass der AMS-Chef öffentlich auf eine Branche hinschlägt, die so viele Lehrstellen anbietet, verwundert und verärgert. Diese Betriebe zahlen nicht nur Kopfs Gehalt, sondern auch das von immer mehr Österreicherinnen und Österreichern. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Unternehmen, die die Unterstützung des AMS brauchen.“ Offen bleibt, wie sich das auf das Engagement der Branche in der Lehrlingsausbildung auswirkt. Hilfreich ist es sicher nicht.

Konstruktive Kritik erwünscht

Konstruktive Kritik sei jederzeit erwünscht, die vermisst Reitterer allerdings: „Damit konterkariert der AMS-Chef nicht nur die geplante Kampagne der Bundesregierung für die duale Ausbildung. Man muss sich auch fragen, welchen Beitrag der AMS-Chef als Mitglied im Expertengremium der Tourismusstrategie des Bundes liefern will.“ Reitterer setzt darauf, dass Kopf ein konkretes Konzept vorlegt, wie das AMS die Arbeitgeberbetriebe bei der Suche nach Mitarbeitern unterstützt: „Die Herausforderung ist nicht neu und das AMS hat ja genug Experten.“ Vorstellbar seien ein stärkerer Fokus auf die Vermittlung offener Stellen im Tourismus, Maßnahmen zur Saisonverlängerung, weniger Bürokratie oder Vorschläge zur Senkung der Lohnnebenkosten: „Davon sehen wir nichts.“

AMS soll Arbeitgeber bei Suche nach besten Köpfen unterstützen

Kopf wies in seinem Tweet darauf hin, dass 7 % aller Jugendlichen sich für einen Beruf im Tourismus interessieren würden: „Das ist mehr als der Anteil an den Gesamtbeschäftigten im August. Der lag bei 6 %, wie der AMS-Chef zweifellos weiß. Und wenn das AMS uns unterstützt statt gegen uns zu arbeiten, kann das Interesse an Berufen wie Revenue Manager, Hotelkaufmann und Barista sogar noch steigen“, appelliert sie an Kopf, die Arbeitgeber bei der Suche nach den besten Köpfen zu unterstützen. Wer den richtigen Eindruck von der Arbeit in der Top-Hotellerie bekommen will, hat am 12. Oktober in 170 Betrieben in ganz Österreich Gelegenheit dazu: „Der Qualitätstourismus boomt weltweit. Das heißt Jobgarantie und Karrierechance an den schönsten Plätzen der Welt.“ Am Tag der offenen Hoteltür erfahren Eltern, Schüler und alle anderen mit Interesse an einer sicheren Stelle und einer Karriere im Tourismus von Arbeitgebern und zukünftigen Kollegen alles, was es zu wissen gilt. Eine Liste der teilnehmenden Betriebe hat die ÖHV unter www.karriere-im-hotel.at online gestellt.

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