Der Barockgarten von Schloss Hof ist vollendet

Nach 15 Jahren detailgenauer Rekonstruktion ist der siebenterrassige Garten von Schloss Hof wiederhergestellt und ab 21. Mai für Gäste erlebbar wie im 18. Jahrhundert.

Schloßhof (OTS) - Er zählte zu den imposantesten Schlossparks Mitteleuropas: der Barockgarten von Schloss Hof – das persönliche Versailles des Prinzen Eugen von Savoyen und die spätere Sommerresidenz der kaiserlichen Familie. Nach jahrelangen Forschungen und begleitenden archäologischen Grabungen, wurde die siebte und mit knapp sechs Hektar größte Ebene des Gartens revitalisiert. Mit der Wiederherstellung der siebten Gartenterrasse und der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Rekonstruktion der Großen Kaskade, ist der 15 Hektar große Barockgarten von Schloss Hof wieder vollständig erlebbar wie im 18. Jahrhundert. „Für die Besucherinnen und Besucher von Schloss Hof bedeutet die Revitalisierung eine neue Erlebbarkeit des sich fast über ein Kilometer erstreckenden Gartenareals und das an 364 Tagen im Jahr. Erstmals erschließt sich der Garten vom Schloss aus in seiner gesamten Größendimension und ermöglicht gleichzeitig den Blick auf die umgebende Landschaft“, sagt Mag. Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB). Eine besondere Attraktion für die Gäste sind ein neu geschaffenes Labyrinth und ein Irrgarten mit jeweils 2.200 Quadratmeter Fläche sowie eine Aussichtsplattform. Seitens SKB wurden rund neun Millionen Euro in die Garten-Revitalisierung investiert, zirka vier Millionen Euro in die Große Kaskade und zirka fünf Millionen Euro in die siebte Terrasse.

Historie von Schloss Hof

Prinz Eugen von Savoyen zählte zu den bedeutendsten Feldherren des Habsburgerreiches und auch zu den reichsten Männern Europas seiner Zeit. Sein Vermögen investierte der kunstsinnige Prinz Eugen unter anderem in sein „tusculum rurale“ Schloss Hof. Das 1725 von ihm erworbene Renaissancekastell sollte eines der prächtigsten Landschlösser der Habsburgermonarchie werden. Prinz Eugen ließ durch den berühmten Architekten Johann Lucas von Hildebrandt das Schloss um zwei Längsflügel erweitern, einen großzügigen Gutshof und einen spektakulären siebenterrassigen Garten anlegen. Dieser, nach französischem Vorbild vom Garteningenieur Anton Zinner geschaffene Garten, war mit den zahlreichen Treppen, Skulpturen, Brunnen, Blumenterrassen und schattigen Wandelgängen einer der bedeutendsten Gärten des deutschsprachigen Raumes. Auch Maria Theresia und Kaiser Franz I. fanden großen Gefallen an Schloss Hof und so ging 1755 der Besitz an die kaiserliche Familie. Maria Theresia ließ Schloss Hof später zur größten Landschloss-Anlage Österreichs aus- und umbauen. Der Garten blieb, entgegen der damaligen Mode, in seiner Gestaltung fast unverändert.

Jahrelange Forschungen und archäologische Grabungen

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde, mit wechselnden Nutzungen und einer schrittweisen Reduktion der Pflege, die Gartenanlage in großen Teilen mehr und mehr der Natur überlassen und die Brunnen demontiert, so auch die Große Kaskade. Der Garten blieb aber in seiner barocken Grundstruktur erhalten, sodass barocke Wegeführungen, Stiegenanlagen, aber auch Pflanzgruben der Bäume und Blumenbeete sich unter einer zirka 30 Zentimeter dicken Erdschicht erhalten hatten. Ab 1991 wurden erste archäologische Grabungen getätigt, mit dem Ziel, die gesamte barocke Gartenanlage von Schloss Hof zu revitalisieren. Dabei hielt man sich vor allem an die vorhandenen und von Maria Theresia in Auftrag gegebenen drei Gemälde von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto (entstanden um 1760), und historische Pläne mit Detailinformationen. 2003 begannen die ersten Arbeiten an der Rekonstruktion der einzelnen Terrassen. Ein wichtiger Meilenstein war 2006 der Fund von zwei Originalplänen, wovon einer (datiert auf um 1765), die gesamte Anlage mit allen sieben Terrassen detailgetreu wiedergibt. Dies ist auch der einzige bekannte Plan, der die siebte Terrasse in all ihrem Gestaltungsreichtum zeigt.

3D-Visualisierung als Basis zur Rekonstruktion

Der Durchbruch für den finalen Rekonstruktionsplan der siebten Terrasse gelang aufgrund der letzten Grabungen, die im Frühsommer 2017 beendet wurden. Die Befunde verdeutlichten Unterschiede zwischen Pflanzbeständen und Wegen und konnten mit dem „1765er“-Plan, dessen Korrektheit in der Darstellung durch die Grabungsergebnisse bestätigt wurde, überlagert und zu einer 3D-Visualisierung vereint werden. Basierend darauf wurden das Wegesystem, die Alleen und die Heckenstrukturen (sogenannte Boskette) sowie die darin eingebetteten kleineren Gartenräume (sogenannte Boulingrins) wiederhergestellt.

Landschaftsarchitekt Ing. Werner Sellinger, Geschäftsführer der grünplan gmbh, der für die Planung und das Baumanagement des Projekts verantwortlich zeichnet: „Während die beiden dem Schloss nächstgelegenen Bereiche die formale Strenge des ursprünglichen Erscheinungsbildes exakt wiedergeben, befinden sich in den beiden hinteren Bereichen ein neu integriertes Labyrinth und ein Irrgarten – beides ebenfalls im Barock beliebte Gestaltungselemente – sowie eine Aussichtsplattform. Den Schlussteil bildet ein beiderseits angelegter kleiner Obsthain.“ Auch bei der Pflanzenauswahl wurde auf historische Korrektheit großen Wert gelegt. Insgesamt wurden für die originalgetreue Rekonstruktion fast 400 Alleebäume und 300 Obstgehölze, 1000 Stück heimische Wildsträucher (die als Vogelnährgehölze dienen) sowie drei Kilometer Hecken aus Feldahorn gepflanzt.

Im Zusammenwirken von mehreren Disziplinen – Gartenarchäologen, Landschaftsarchitekten, Kunsthistorikern, Gärtnern und Baupersonal – ist es in enger Abstimmung mit dem österreichischen Bundesdenkmalamt gelungen, den Garten mit all seinen Facetten wieder detailgetreu zu rekonstruieren. Dr. Hermann Fuchsberger, Abteilungsleiter Bundesdenkmalamt Niederösterreich: „Dank der umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre gilt Schloss Hof wieder als eine der bedeutendsten Schlossanlagen des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa.“

Weiterführende Informationen und ausgewähltes Bildmaterial finden Sie unter https://www.schlosshof.at/presse/aktuelle-aussendungen/

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) verwaltet mit Schloß Schönbrunn, dem Hofmobiliendepot ∙ Möbel Museum Wien, dem Sisi Museum, den Kaiserappartements und der Silberkammer in der Wiener Hofburg sowie Schloss Hof und Schloss Niederweiden die wichtigsten Attraktionen des imperialen Erbes Österreichs. Die SKB ist mit der Erhaltung und Revitalisierung der anvertrauten Kulturgüter betraut. Die dafür notwendigen Mittel werden zur Gänze aus von der SKB selbst erwirtschafteten Erlösen aufgebracht.

Nähere Informationen und Bildmaterial unter www.schoenbrunn.at | www.schlosshof.at | www.hofburg-wien.at | www.hofmobiliendepot.at | www.kaiserkinder.at | www.schoenbrunnmeetings.com

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