Online-Zahlungen: Kommt der Kollaps?

Ab 14. September gelten neue Regeln bei Online-Zahlungen. Doch Kunden und Betriebe sind noch nicht so weit. Es drohen Zahlungsausfälle im großen Stil.

Wien (OTS) - Geht es nach EU und Finanzmarktaufsicht, tritt die zweite Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive, kurz PSD2) am 14. September vollends in Kraft. Wer elektronisch bezahlt, muss dann mittels zweier unterschiedlicher Kriterien aus den Gruppen Wissen (PIN oder Passwort), Besitz (Karte oder Smartphone) und biometrische Kennzeichen (Fingerabdruck, Gesichtserkennung, Iris, Stimme) nachweisen, dass er das mit seinem eigenen Geld tut.

Die EU ist noch nicht PSD2-fit

Auch wenn der Termin bereits fixiert ist: Am Zeitplan festzuhalten, wie europäische und nationale Bankenaufsichten wollen, hält Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), für unverantwortlich, Karteninhaber und Unternehmen sind nicht ausreichend vorbereitet, wie auch eine österreichweite Umfrage in der Qualitätshotellerie bestätigt.

ÖHV-Mitgliederbefragung zur PSD2

  • 18 % der Zahlungen sind von der Umstellung betroffen.
  • 12 % der Top-Hotels fühlen sich in Sachen PSD2 gut informiert und betreut.
  • 39 % der Top-Hotels haben davon gehört, kennen die Inhalte aber nicht genau.
  • 49 % der Top-Hotels haben davon noch nicht gehört.

Zahlungsausfälle programmiert

Dabei sind ÖHV-Mitglieder gut informiert, so Veit: „Im Branchendurchschnitt sieht das anders aus.“ Neben Hotels hat die ÖHV auch Kreditkartenunternehmen und Zahlungsdienstleister befragt: Bezahlvorgänge würden vermehrt abgebrochen, so die Experten. „Mehraufwand und Ärger sind garantiert, werden von der Bankenaufsicht aber in Kauf genommen. Werden Zahlungen aber im großen Stil abgebrochen, können EU-Bürger nicht einkaufen oder Urlaube buchen und Betriebe ihre Mitarbeiter nicht bezahlen.“

Praktiker an Politik: Prioritäten überdenken

Veit appelliert an Politik und Behörden, Prioritäten und Zeitpläne zu überdenken: „Die Europäische Bankenaufsicht hat recht, 18 Monate hätten für die Umstellung reichen müssen. Sie haben aber nicht gereicht. Die Frist läuft ab und weder Karteninhaber noch Unternehmen sind soweit. Mit diesem Wissen auf dem Zeitplan zu beharren ist ein riskantes Spiel“, so Veit. Österreich solle hier die Initiative ergreifen und einen EU-weiten Umdenkprozess einleiten. Andere Staaten würden folgen, ist Veit überzeugt: „So oder so: Es wird eine Lösung geben. Kein Politiker kann sich leisten, Einkäufe und Urlaube, Gehälter und Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen.“

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