JETZT/Kolba: Chaos bei Pleite von Thomas Cook/Neckermann

Reform 2018 brachte nur Erleichterung für Konzerne zu Lasten der Kunden

Wien (OTS) - Schwarz-Blau hat in Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie die Informationspflichten für Reiseveranstalter deutlich herabgesetzt.

So ist ein Hinweis auf eine ordentliche Insolvenzabsicherung für Pauschalreisen und die Bekanntgabe des Abwicklers in Werbeunterlagen nicht mehr vorgeschrieben. In den Buchungsunterlagen muss nur auf die GISA-Nummer verwiesen werden. Die wichtigen Informationen zu Versicherung und Abwickler werden im Gewerbeinformationssystem der Wirtschaftskammer verzeichnet und offenbar nie überprüft. Früher bekam man diese Information in den Buchungsunterlagen direkt und in Deutschland erhalten Reisende entsprechende Sicherungsscheine ausgefolgt.

Der Abwickler von Thomas Cook hat bislang bei weitem kein 24-Stunden-Service geboten. Am Sonntag konnte man nur KFZ-Schäden melden. Am Montag wurden verstörte Kunden auf eine Mailadresse verwiesen.

„Was hilft es einem Reisenden, der am Montag noch nach Griechenland flog und dessen Hotelier für die kommende Woche nochmalige Zahlung verlangt, dass er eine Mailadresse mitgeteilt bekommt?“ fragt Peter Kolba, Leiter des Team Bürgerrechte von JETZT. „Der Spitzenpunkt der Frechheit ist es aber, wenn man in Kürze abreisenden Pauschalreisenden rät, sie sollen selbst abklären ob Airline, Hotelier und andere Leistungsträger noch leistungsbereit seien. Da soll der Kunde selbst zum eigenen Reiseveranstalter gemacht werden.“

Die Wirtschaftskammer prüft offensichtlich die Meldungen der Branche gar nicht. Auch das jetzige Chaos berührt dort offenbar niemanden.

Man meint offenbar sich jeder staatlichen Intervention entledigt zu haben.

„Doch falls nicht alle österreichischen Reisenden die gesetzlich vorgesehene Entschädigung erhalten sollten, wird es wohl auch Klagen auf Staatshaftung geben.“ kündigt Kolba an. „Wer der FPÖ den Schutz der kleinen Leute überlässt, liefert diese dem Unvermögen und der Wirtschaftsverbundenheit der FPÖ-Minister aus. Wie zum Hohn verlangt der Konsumentensprecher Wurm (FPÖ) von dem eigenen Minister Taten, die dieser nicht setzen wird.“

Die nächste Regierung wird das Chaos bei der Reisesicherung rasch aufarbeiten müssen.

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