BELVEDERE: Wolfgang Paalen (1905–59). Der österreichische Surrealist in Paris und Mexiko

Ausstellung von 4. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020 im Unteren Belvedere

  • Wolfgang Paalen war ein Weltbürger mit österreichischen Wurzeln.  Sein Interesse an anderen Kulturen und seine Fähigkeit, sich und die Kunst immer wieder infrage zu stellen, beeinflussten eine ganze Generation europäischer und US-amerikanischer Künstlerinnen und Künstler nachhaltig. Er selbst war ein Unsteter, der an vielen Orten lebte und dessen Kunstwerke heute vor allem auf dem amerikanischen Kontinent zu finden sind. Das Belvedere gibt nun einen Anstoß dazu, ihn und sein Œuvre in Österreich angemessen wahrzunehmen und im kunsthistorischen Kanon stärker zu positionieren.
    Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere
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  • Paalen ist nicht nur ein lange totgeschwiegener Surrealist und als Einflussgeber einer der letzten großen Lücken in der Forschung um die europäisch-amerikanische Moderne. Zum Wegbereiter wurde er nicht zuletzt auch aufgrund seines engen Bezugs zur skeptisch-mystischen Tradition der Wiener Moderne, ihrem sprachkritischen Unterzug. Im geistigen Umfeld eines Wittgenstein, eines Musil, ist er der einzige Wiener Intellektuelle dieser Denkrichtung, der sich mit Leidenschaft auf das Abenteuer der modernen Malerei eingelassen hat. Eine echte Entdeckung.
    Andreas Neufert, Kurator der Ausstellung
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Wien (OTS) - Wolfgang Paalen war der einzige österreichische Künstler im Kreis der Pariser Surrealisten. Als Kosmopolit, Vordenker, Schriftsteller und bedeutender Impulsgeber etablierte er sich darüber hinaus als Schlüsselfigur in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Belvedere widmet seinem Schaffen und Wirken nun eine umfassende museale Aufarbeitung.

Die Ausstellung im Belvedere beleuchtet das kreative Schaffen Paalens von seinen Anfängen als surrealistischer Künstler bis hin zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit: seine frühe internationale Berühmtheit als Maler im Kreise der Pariser Surrealisten, sein Umzug nach Mexiko auf Einladung von Frida Kahlo und seine Bedeutung als Herausgeber der einflussreichen Kunstzeitschrift DYN.

Generaldirektorin Stella Rollig: „Wolfgang Paalen war ein Weltbürger mit österreichischen Wurzeln. Sein Interesse an anderen Kulturen und seine Fähigkeit, sich und die Kunst immer wieder infrage zu stellen, beeinflussten eine ganze Generation europäischer und US-amerikanischer Künstlerinnen und Künstler nachhaltig. Er selbst war ein Unsteter, der an vielen Orten lebte und dessen Kunstwerke heute vor allem auf dem amerikanischen Kontinent zu finden sind. Das Belvedere gibt nun einen Anstoß dazu, ihn und sein Œuvre in Österreich angemessen wahrzunehmen und im kunsthistorischen Kanon stärker zu positionieren.

Der in Berlin lebende Kunsthistoriker und Kurator Andreas Neufert veröffentlichte 2015 eine eindrucksvolle, fast siebenhundert Seiten umfassende Biografie zum Künstler. Von ihm stammt das kuratorische Konzept zur Schau im Unteren Belvedere.

Andreas Neufert: „Paalen ist nicht nur ein lange totgeschwiegener Surrealist und als Einflussgeber einer der letzten großen Lücken in der Forschung um die europäisch-amerikanische Moderne. Zum Wegbereiter wurde er nicht zuletzt auch aufgrund seines engen Bezugs zur skeptisch-mystischen Tradition der Wiener Moderne, ihrem sprachkritischen Unterzug. Im geistigen Umfeld eines Wittgenstein, eines Musil, ist er der einzige Wiener Intellektuelle dieser Denkrichtung, der sich mit Leidenschaft auf das Abenteuer der modernen Malerei eingelassen hat. Eine echte Entdeckung.

Wolfgang Paalen wurde 1905 in Wien geboren. Ab 1909 führte sein Lebensweg zu vielen weiteren Stationen wie Schlesien, Berlin, Paris, Mexiko und diversen Städten in den USA. 1935 wurde er von André Breton in die Gruppe der Pariser Surrealisten aufgenommen. Sein originärer Beitrag zu dieser Kunstrichtung waren die sogenannten Fumage-Bilder. 1938 konzipierte er gemeinsam mit Marcel Duchamp, Man Ray und Salvador Dalí die bahnbrechende Exposition internationale du Surréalisme in der Pariser Galerie des Beaux-Arts. Ein Jahr später übersiedelte er nach Mexiko. Eine Ausstellung seiner großen Fumagen in New York machte ihn 1940 schlagartig bekannt. Als Sammler von Kunstwerken der indigenen Völker Amerikas etablierte sich Paalen als Autorität in der Anthropologie. Inspiriert durch die Totemkunst Alaskas und Amerikas, zugleich angeregt von den Erkenntnissen der Quantenphysik, verabschiedete sich Paalen endgültig von surrealistischen Bildinhalten und entwickelte eine neuartige abstrakte Formensprache. Er hielt stets Kontakt zur US-amerikanischen Kunstszene und übte insbesondere auf den abstrakten Expressionismus großen Einfluss aus. In der von ihm von 1942 bis 1944 herausgegebenen Kunstzeitschrift DYN behandelte er Themen, die in Künstlerkreisen heftig diskutiert wurden. In seinen letzten Lebensjahren litt der Künstler als Folge einer bipolaren Bewusstseinsstörung zunehmend an Depressionen. 1959 nahm sich Wolfgang Paalen das Leben.

Die Ausstellung zeigt Leihgaben aus der ganzen Welt, von namhaften Institutionen wie aus Privatbesitz. Sie präsentiert eine in diesem Umfang noch nie gezeigte Gruppe von Fumage- und Spaciales-Bildern, ergänzt durch biografische Fotos, Briefe sowie eine umfassende Dokumentation der Zeitschrift DYN. Auch Paalens langjähriges Sammeln und Erforschen indigener Kunst Britisch-Kolumbiens und Mexikos sowie sein schriftstellerisches Werk erscheinen in der Ausstellung als Aspekte seines komplexen Wirkens.

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