Wer hat die besten Strategien für den Vorarlberger Tourismus?

Vorarlberg wählt. Wie es bei den Parteien um die Pläne für den Tourismus steht, zeigt der große ÖHV-Wahlcheck.

Vorarlberg (OTS) - „Tourismus ist Ländersache. Landtagswahlen sind für die Branche besonders wichtig“, verweist Heike Ladurner-Strolz, Vorarlberger Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), auf den hohen Stellenwert des ÖHV-Wahlchecks mit den Antworten der wahlwerbenden Parteien auf die brennenden Fragen zur touristischen Zukunft des Landes.

Worauf muss die Tourismusstrategie nach 2020 fokussieren?

Die ÖVP will das Tourismusleitbild überarbeiten und dabei Entwicklungen zu investorengesteuerten Großprojekten und stagnierende Preisentwicklung berücksichtigen. Um Orte und Regionen bei der Angebotsentwicklung zu unterstützen, verweist die ÖVP auf raumplanungs- und baubehördliche Instrumente. Landesrat Johannes Rauch (Grüne) will „in Wertschöpfungsketten denken“: Tourismus brauche regionale Produkte, intakte Umwelt oder ein kulturelles Angebot, außerdem klare Grenzen für Gästezimmer und Ferienwohnungen. NEOS-Landtagsabgeordnete Sabine Scheffknecht will via Tourismus-Satellitenkonto Wertschöpfung und Beschäftigungseffekte der Branche sichtbar machen, die Destinationen sollen unverwechselbar werden. FPÖ-Tourismussprecher Hubert Kinz wiederum will Gastronomen und Hoteliers bei Um-, Aus- und Neubaumaßnahmen begleiten.

Wie mit neuen Beherbergungsformen umgehen und familiengeführte Hotels unterstützen?

Neue Konzepte können bei der Finanzierung helfen, Kontrollen Zweitwohnsitze verhindern, verweist die ÖVP auf eine Arbeitsgruppe von Tourismusgemeinden und dem Land, die an Verbesserungen arbeitet. Grünen-Landesrat Rauch will Genehmigungen im Vorhinein statt ressourcenintensiver Kontrollen und schwer durchzusetzender Sanktionen. Die FPÖ wünscht sich eine partnerschaftliche Begleitung und Unterstützung der Betriebe durch das Land. NEOS spricht sich für Überprüfungen durch externe, unabhängige Experten im Auftrag von Ländern und Gemeinden aus. SPÖ-Landesvorsitzender Dr. Martin Staudinger sieht diese Modelle skeptisch, auch wegen steigender Immobilienpreise. Ein gesunder Mix an Eigentümerstrukturen mache den Vorarlberger Tourismus aus, den müsse die Tourismusstrategie durch Entlastung und Unterstützung familiengeführter Betriebe und ihrer Übernehmer sicherstellen. Für die ÖVP führt der Weg dorthin über weniger Bürokratie und Bagatellabgaben, die überarbeitete Verordnungen etwa zu den Sperrzeiten und die Förderung von Investitionen in Qualität. Die Grünen setzen auf Beratung, Begleitung und Unterstützung bei Übergaben, Steuererleichterungen und Unterstützung bei Investitionen wie auch im Recruiting. Mehrjährige realistische Investitionspläne zur Anpassung an Neuerungen im Betriebsanlagenrecht, Brandschutz etc. will die FPÖ. NEOS will One-in/Two-out-Regeln und Sunset-Clauses. Die SPÖ unterstützt ausdrücklich existierende Förderungen wie die für Jungunternehmer samt laufendender Evaluierung und Adaptierung.

Woher sollen die Mitarbeiter im Tourismus kommen?

Die ÖVP will eine starke Arbeitgebermarke und Mitarbeiter im EU-Raum anwerben. Es soll Unternehmern überlassen bleiben, ob sie Mitarbeiterwohnungen errichten. Rauch wünscht sich politische Willkommenssignale für ausländische Arbeitskräfte. Positive Berichte über „Urlaub im eigenen Land“ sollen mit Vorurteilen aufräumen. Ob Mitarbeiterwohnraum vorgeschrieben werden könne, mögen Legisten prüfen. Die FPÖ hat die Absicht, die besten Tourismusunternehmen im Land mittels Awards und vermehrter Arbeit in Schulen ins Rampenlicht zu stellen und wünscht sich bessere Förderungen für Mitarbeiterwohnungen. NEOS sieht die Verbesserung von Wertschätzung und Attraktivität auch in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, durch flexiblere Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen am Wochenende und zu Tagesrandzeiten. Sie fordern eine Reduktion der Abschreibung von Personalwohnhäusern/Mitarbeiterwohnungen auf 33 Jahre. Die SPÖ sieht die Notwendigkeit von mehr Freizeit für Beschäftigte und Mitarbeiterwohnraum. Die GASCHT als innovatives Bildungskonzept fördern und unterstützen wollen ÖVP und FPÖ.

Gleiche Spielregeln für die Sharing Economy-Vermietung

Rauch will die Auswirkungen der Sharing Economy auf den Wohnraum mit Regeln einschränken. Kinz sieht die Notwendigkeit einer Meldepflicht und einer Gleichstellung mit gewerblichen Anbietern. Die steuerrechtliche Gleichstellung mit Hotels soll aus Schneffknechts und Staudingers Sicht fairen Wettbewerb sicherstellen. Die ÖVP verweist auf die Ermächtigung der Gemeinden, Vereinbarungen über die abzuführende Gästetaxe sowie über die Anzeigepflicht zu treffen, und erklärt, dass nur einige Plattformen dem entsprechen. Grüne, FPÖ und SPÖ sehen legistischen Nachschärfungsbedarf bei Meldepflichten und Gästetaxe. NEOS fordern, dass Plattformen für die Abgabenerhebung relevante Daten an die Finanz übermitteln müssen.

Die Fragen der ÖHV Vorarlberg beantwortet haben:

  • Landeshauptmann Mag. Markus Wallner, Landesstatthalter Mag. Karlheinz Rüdisser und Landtagsabgeordnete Dr. Monika Vonier, Bereichssprecherin Wirtschaft, Tourismus, für die Vorarlberger Volkspartei
  • Landesrat Johannes Rauch, Landessprecher, für die Grünen Vorarlberg
  • Landtagsabgeordneter Dr. Hubert Kinz, FPÖ-Tourismussprecher, für die FPÖ Vorarlberg
  • Landtagsabgeordnete Dr. Sabine Scheffknecht PhD, Landessprecherin, für NEOS Vorarlberg
  • Landesvorsitzender Dr. Martin Staudinger für die SPÖ Vorarlberg

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