Die „Leisure-Welt“ gewinnt neue Freunde

Expo Real: Wie Experten die Zukunft der Ferienhotellerie sehen

Wien (OTS) - Die weltweit größte Immobilien-Messe, die Expo Real in München, war kürzlich Schauplatz eines spannenden Expertengesprächs zur Zukunft der Ferienhotellerie. Die Gesprächsrunde stand unter dem Titel „Im Leisure-Hype: Resorts, Villas & Homes“. Wie dabei zu hören war, fokussieren sich Hotelgruppen plötzlich auf Ressorthotels und entdecken dabei Gewinn versprechende Nischen. Einzelhändler und Reiseveranstalter investieren in Ferienhotels, Ketten gründen eigene Ferienwohnungsportale.

Resorts finden, so die überwiegende Expertenmeinung, inzwischen wieder mehr Freunde in der Immobilien-Welt. In diesem Segment habe es massive Veränderungen gegeben, das Angebot sei enorm gewachsen. Radikale Umbrüche prägten das Hier und Jetzt in diesem Immobilien-Segment: „Wer in diesen Zeiten erfolgreich bleiben möchte, der muss gestern bereits das morgen verstanden haben. Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur mit wirklicher Innovationskraft bewältigen“.

Chris Stephenson, Direktor Homes & Villas Europa für Marriott Hotels, war extra aus London angereist, um in der Talkrunde über den Leisure-Hype das etwas andere Modell der größten Kette der Welt vorzustellen. Weitere Teilnehmer der hochkarätigen Gesprächsrunde waren Dr. Christian Hirmer, Chef der Hirmer Gruppe (ein Retailer kauft die Betreibergesellschaft Travel Charme Hotels), Dr. Otmar Michaeler, Chef der Falkensteiner Hotels (die nur in noch Resorts machen) sowie der Chef der kroatischen Gruppe Valamar (die von Glamping bis 5 Sterne alles anbietet), Dr. Franz Lanschützer. Moderiert wurde die Runde von Thomas Reisenzahn von der Prodinger Beratungsgruppe.

Die Diskutanten analysierten die Marktgegebenheiten und kamen zum Fazit, dass die derzeitige Situation der Leisure-Welt durch maßgebliche Veränderungen gekennzeichnet ist: Neue Entwicklungen und Technologie-Updates, neue Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt sowie ein gesellschaftlicher Wandel sind nur einige der Herausforderungen. In der Praxis bedeuten diese Veränderungen, dass Gäste innovative Inszenierungen, kulinarische Erlebnisse, modernes Design und eine hohe Servicequalität erwarten.

Es legen zwar die Nächtigungszahlen in der Ressorthotellerie und geringfügig auch die Average Room Rates zu, doch bleibt das Wachstum des durchschnittlichen Zimmerverkaufspreises hinter der Inflation zurück, waren sich die Experten sich einig. Es steigen die Mitarbeiterkosten, weil der Arbeitsmarkt leergefegt ist. Vielen offene Stellen sind ausgeschrieben, auch in anderen Ländern. Mitarbeiterarme Hotelkonzepte funktionieren in der Ressorthotellerie weniger gut als im städtischen Bereich. Konzepte, die auf kleinere Personalressourcen setzen und es trotzdem schaffen, einen ansprechenden Service zu bieten, sind noch Mangelware, fassten die Teilnehmer zusammen.

Auf den gesellschaftlichen Paradigmenwechsel müsse die Branche ebenfalls reagieren. Wenn immer mehr Menschen in der Stadt leben, wächst die Sehnsucht nach dem Land. Es steigt der Wunsch nach Erholungsurlauben. Die Mobilitätsvoraussetzungen müssen aber mitbedacht werden, da Pkw-Zulassungen und Führerscheinausstellungen rapide zurückgehen. Ressorthotels müssen dementsprechend auch die Mobilität in den Destinationen berücksichtigen.

Eine weitere Herausforderung ergibt sich dann, wenn die Direktbuchungsbemühungen nicht so funktionieren wie geplant. Thomas Cook hat dies der Ressorthotellerie deutlich vor Augen geführt. Diese weiß nun, wie es ist, wenn die Abhängigkeit von den Reisemittlern im Sommer nur durch den Individualtourismus im Winter querfinanziert werden kann.

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Prodinger Beratungsgruppe
Thomas Reisenzahn
+43 6542 736 61-1644
t.reisenzahn@prodinger.at

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