HOGAST-Symposium 2019: Visionäre am Rednerpult

25. Touristik-Treffen in Salzburg mit über 800 Teilnehmern

Der Klimawandel ist seit 30 Jahren bekannt. Doch der Staat hat zu lange nicht eingegriffen, und der Markt konnte dieses Problem nicht lösen.
Stephan Schulmeister, Wirtschaftswissenschafter
Wir wollten eine Marke entwickeln. Dazu braucht man Authentizität, Geschichten, die man erzählt, und unverwechselbare Grundwerte.
Philip Siefer, Start-up-Unternehmer
Alle Trends haben einen Zenit – danach wird der Aufwand, um die Trends aufrechtzuerhalten, zu hoch. Das gilt auch für die Digitalisierung.
Matthias Horx

Salzburg (OTS) - Festliche Stimmung herrschte am 15. und 16. Oktober 2019 beim HOGAST-Symposium: Das Branchentreffen von Hotellerie und Gastronomie im Salzburg Congress fand zum 25. Mal statt. Die vier Referenten gaben den Teilnehmern Anleitungen für ihr persönliches und unternehmerisches Vorankommen, zeichneten aber auch kritische Bilder der Wirtschaftswelt und präsentierten ihre Gegenentwürfe. Über 800 Besucher waren vor Ort, der vorjährige Rekord wurde damit erneut erreicht.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der HOGAST, Markus Tipotsch, war vom großen Andrang nicht überrascht. „Die Teilnehmerzahl spiegelt den Erfolg der HOGAST wider. Sie zeigt aber auch, dass unser Event-Konzept funktioniert. Das Symposium bietet die Chance, sich mit Kollegen, Partnern und auch mit den Mitarbeitern der HOGAST auszutauschen. Zudem gewinnt man durch die Impulsvorträge Abstand zum Arbeitsalltag und sammelt neue Ideen.“

Die Entwicklung einer Marke

Bestes Beispiel ist der Beitrag von Start-up-Unternehmer Philip Siefer. Er erzählte über sein Unternehmen „einhorn products“, das vegane Kondome produziert. „Wir wollten eine Marke entwickeln. Dazu braucht man Authentizität, Geschichten, die man erzählt, und unverwechselbare Grundwerte.“ Siefer und sein Partner Waldemar Zeiler zählen Fairness und Nachhaltigkeit zu ihren Grundwerten: Ihre Produkte werden rein ökologisch hergestellt, außerdem fließen 50 Prozent des Gewinns in soziale Projekte. Seine Erfolgsformel: „Ich muss mich fragen, was ich für andere tun kann, nicht umgekehrt.“

Anleitung zum effizienten Denken

Prof. Dr. Gabriele Oettingen gab den Teilnehmern Tipps, um ihre – privaten wie beruflichen – Ziele zu erreichen. „Positives Denken kann sehr nützlich sein, wenn Sie Ihre Stimmung verbessern wollen. Aber wenn es darum geht, zu handeln, sind diese Träumereien schädlich“, sagt die Psychologin, die in 20 Jahren Forschung einen neuen Denkansatz entwickelt hat. Sie nennt diese Alternative „Mentales Kontrastieren“: Positive Zukunftsträume müssten mit Gedanken über mögliche Hindernisse gepaart werden, um unrealistische Wünsche zu erkennen und die realistischen zu verwirklichen.

Finanzkapitalismus und Klimakrise

Der prominente Wirtschaftswissenschafter Stephan Schulmeister kritisierte in seinem Vortrag den Finanzkapitalismus in der westlichen Welt. „Der Finanzkollaps von 2008 war kein Unfall oder Betrug, sondern das Ergebnis von ‚Business as usual‘.“ Auch die derzeitige Klimakrise sei ein Ergebnis der dominierenden neoliberalen Wirtschaftsphilosophie. „Der Klimawandel ist seit 30 Jahren bekannt. Doch der Staat hat zu lange nicht eingegriffen, und der Markt konnte dieses Problem nicht lösen.“ Schulmeister plädiert für eine bessere Balance zwischen Konkurrenz und Kooperation, zwischen Markt und Staat.

Die Zukunft der Digitalisierung

Matthias Horx erklärte anhand der Digitalisierung, wie die Prognosen der Zukunftsforschung entstehen. „Alle Trends haben einen Zenit – danach wird der Aufwand, um die Trends aufrechtzuerhalten, zu hoch. Das gilt auch für die Digitalisierung.“ Hier hätten negative Folgen wie die Anonymität des Einzelnen in den sozialen Medien einen Gegentrend, die Postdigitalisierung, ausgelöst. Analoge Techniken, Beispiel Schallplatte, werden wieder marktfähig, der persönliche wird dem virtuellen Kontakt vorgezogen.

Christoph Lorünser neuer Aufsichtsrat

Traditionell fand im Rahmen des HOGAST-Symposiums die Generalversammlung der Genossenschaft statt. Dabei wurde Christoph Lorünser (Hotel Traube, Braz bei Bludenz) in den Aufsichtsrat gewählt und Richard Wisdom als neuer Vorstand vorgestellt. Die Abendveranstaltung im Terminal 2 wurde diesmal vom Hygienespezialisten Hagleitner gesponsert – als Showacts traten Bauchredner Tricky Niki und Freestyle-Tänzer Chris Cross auf, Haubenkoch Hubert Wallner stellte das Galamenü zusammen.

Arbeitgeber-Award vergeben

Festlich war auch die Prämierung der ersten Teilnehmer am neuen HOGASTJOB-Arbeitgeber-Award. Über die Auszeichnung in Gold konnten sich der Salzburgerhof Zauchensee, das Familotel amiamo in Zell am See und das Mountain Resort Feuerberg freuen. „Die Mitarbeiterbefragungen haben gezeigt, dass der Arbeitsplatz Tourismus von den Beschäftigten wesentlich positiver wahrgenommen wird als in der Öffentlichkeit“, sagt Nadine Luz, die HRM-Expertin der HOGAST.

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