Sommerbilanz nach Thomas Cook, Winterausblick mit offenen Stellen: Maßnahmenpaket gefordert

ÖHV (Wien): Die Thomas Cook-Affäre relativiert den bescheidenen Nächtigungszuwachs, für den Winter müssten offene Stellen besetzt werden.

Wien (OTS) - „Jede Steigerung ist gut. Aber Jubel ist bei einem Plus von 1,5 % nicht angebracht, vor allem wenn ein Teil der Nächtigungen nicht bezahlt wurde“, zieht Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), nach der Thomas Cook-Affäre nüchtern Bilanz über das bisherige Tourismusjahr. Für den weiteren Saisonverlauf gibt er sich kämpferisch: „Jetzt müssen sich alle ins Zeug legen, bevor der Konjunktureinbruch kommt!“

Kurzfristige Maßnahmen und langfristige Strategie

Entscheidend für den Winter sei die Besetzung offener Stellen: „Müssen jetzt Schließtage eingeführt oder Betriebsteile geschlossen werden, wurde etwas falsch gemacht!“, wünscht sich Gratzer zuerst spürbare Sofortmaßnahmen und in weiterer Folge eine strukturelle Neuaufstellung. Das Saisonniers-Kontingent für den Winter sei zumindest um die anzunehmende Nächtigungssteigerung zu erhöhen, die nächste Regierung müsse die Entwicklung der Kontingente entlang der Nachfrage ausrichten.

Mehr Arbeitsplätze durch mehr Nachfrage

Zu allererst seien die „beträchtlichen Arbeitsmarktreserven zu heben“, so Gratzer: „Wir haben so viele Arbeitslose in Österreich. Wenn denen Arbeit zu wirtschaftlichen Konditionen nicht zumutbar ist, müssen wir den Suchraster weiter stellen. Wer aber den Arbeitgebern den Zugang zu heimischen Arbeitslosen und internationalen Bewerbern erschwert, macht sich mitverantwortlich für Betriebsschließungen und weitere Arbeitsplatzverluste.“ Vorgänge wie in der SPÖ-Parteizentrale wussten die Arbeitgeber im Tourismus bisher zu verhindern: „Schauen wir gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite, dass es so bleibt und schauen wir weiter zu, dass wir Arbeitsplätze schaffen. Gerade im Vorfeld des Konjunktureinbruchs.“ Der Schlüssel dazu wäre neben einer aktiven Arbeitsmarktpolitik eine dynamische Nachfrageentwicklung.

Neue Bundesregierung: Gute Zusammenarbeit und „Hands on“-Mentalität gefordert

Der Ansprechpartner der ÖHV für strukturelle Veränderungen werde die nächste Bundesregierung sein: „Die Ministerien für Tourismus, Arbeit und Wirtschaft und unsere Ansprechpartner im Nationalrat müssen um den Stellenwert der Branche für Arbeitsmarkt und Sozialsystem in guten wie in schlechten Zeiten wissen. Vor allem ländliche Regionen profitieren von Arbeitsplätzen und Investitionen dieser Leitbetriebe immens“, hält Gratzer fest. Entscheidend sei, dass die Tasks aus der Tourismusstrategie Punkt für Punkt abgearbeitet werden, und zwar ressortübergreifend. Für die notwendige Adaptierung der Abschreibungen sei eine gute Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium ebenso notwendig wie für die Registrierungspflicht für Hosts der Sharing Economy, niedrigere Lohnnebenkosten und höhere Nettolöhne bei gleichbleibenden Belastungen für mitarbeiterintensive KMU.itere Pressemeldungen und Bildmaterial unter www.oehv.at/presse

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