Patek: Tourismus braucht Einbettung in regionale Entwicklungsstrategien

Hochkarätiger OECD Workshop am 12. und 13. Dezember in Wien

Wien (OTS) - Auf Initiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus und in Kooperation mit der OECD sind mehr als 90 hochrangige internationale Expertinnen und Experten aus über 25 Ländern in Wien zusammengetroffen. Sie gingen der Frage nach, wie der Tourismus als Motor für nachhaltige Regionalentwicklung funktionieren kann. Diskutiert wurden Strategien, Strukturen und Instrumente, die dazu geeignet sind, positive Effekte zu stärken und negative zu vermeiden.

„Österreich ist ein Tourismusland. Der Tourismus ist seit Jahrzehnten wesentlich für die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit unserer Regionen und Städte. Um unseren Tourismusstandort weiterzuentwickeln haben wir mit unserer neuen Tourismusstrategie - dem Plan T - ein modernes Konzept erarbeitet, das Nachhaltigkeitszielen folgt, Kooperationen stärkt und den Interessensausgleich berücksichtigt“, so Tourismusministerin Maria Patek. „Die Bedürfnisse der Gäste, der Unternehmen und vor allem der Bevölkerung müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Dazu ist eine starke Einbettung in regionale Entwicklungsprozesse wesentlich: Das betrifft den Verkehr, die Raumordnung, die Energieversorgung aber auch die Digitalisierung. Die Kooperationen von Landwirtschaft, Kultur, Kreativwirtschaft, Handwerk und Gewerbe fördert die regionale Wertschöpfung.“

Alain Dupeyras, der Leiter des Bereichs Regionalentwicklung und Tourismus der OECD, bekräftigt, dass Tourismusdestinationen, die eine strategische und nachhaltige Entwicklung im Auge habe und ein gemeinsames Zukunftsbild zeichnen, langfristig erfolgreicher sind. „Es braucht eine sehr starke und strukturierte Kooperation aller öffentlichen und privaten Leistungsträger und einen holistischen Ansatz. Wir müssen wegkommen von Silodenken und Paralellstrukturen. Dann können regionale Kreisläufe bestmöglich und kreativ genutzt werden“, so der OECD Experte.

Keine einheitlichen Lösungen, aber viele Modelle und Beispiele

Die regionale Handlungsebene ist der geeignete Raum für diesen – auch laufend notwendigen - Interessensausgleich. So steigt auch die Akzeptanz für eine nachhaltige touristische Entwicklung. Es gibt keine einheitlichen Lösungen, aber förderliche Rahmenbedingungen und interessante Modelle und Beispiele in vielen Ländern.

In der ersten Session präsentiert Matteo Bocci von der Beratungsagentur Ecorys vorläufige Ergebnisse einer europäischen Studie über den Beitrag des Tourismus zur regionalen Entwicklung. Die Erkenntnisse gewann man aus EU Strukturfondprojekten 2012-2018. In der Folge führten Vertreterinnen der Europäischen Kommission und der UNEP sowie aus Frankreich (Korsika) und Spanien (Valencia) anhand von praktischen Beispielen vor, auf welche Weise Tourismus zu regionaler Entwicklung beiträgt, wie Strategien entwickelt werden, die den Nachhaltigkeitszielen folgen und welche Messmethoden angewendet werden, um die Auswirkungen besser zu verstehen.

Zu Beginn der zweiten Runde geht Prof. John F. Bachtler, Universität Strathclyde (UK) der Frage nach, wie effiziente „Mehr-Ebenen-Governance“ funktionieren kann. Anhand von praktischen Beispielen aus Österreich, der Schweiz (Oberwallis), Schweden (Götaland) und Kanada wurde analysiert, welche Mechanismen notwendig sind und welcher Unterstützung es bedarf, um die unterschiedlichen Ebenen und Sektoren besser zu verschränken.

Im letzten Panel skizziert Peter Haxton, Analyst der OECD, gobale Trends, die große Auswirkungen auf den Tourismus bis 2040 haben werden: neue Reisemuster, eine Verlagerung zu nachhaltigem Tourismuswachstum, neue technologische Entwicklungen und neue Mobilitätsmuster. Welche Herausforderungen und Chancen das für Tourismusdestinationen bringt, diskutieren in der Folge Expertinnen und Experten aus Australien, Österreich, Finnland und Portugal.

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/OECD

Das OECD Tourismuskomitee ist ein internationales Forum der entwickelten Staaten für den Austausch, das Monitoring und die Analyse von tourismuspolitischen Initiativen. Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in den Themenschwerpunkt “Managing Tourism Development for Sustainable and Inclusive Growth” des aktuellen Arbeitsprogramms 2019/2020 einfließen.

Fotos zur Veranstaltung finden Sie im Fotoservice des BMNT.

Mehr Informationen:
www.oecd.org/cfe/tourism

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Michael Strasser
Pressesprecher der Bundesministerin
+43 1 71100 - DW 606716
http://bmnt.gv.at

TP-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.TOURISMUSPRESSE.AT | MLA0002