Alpenverein: „Lassen uns nicht mundtot machen“

Innsbruck (OTS) - „Wir beruhigen all unsere Mitglieder und besonders auch all jene Menschen, die negative Auswirkungen eines Tourismus ohne Grenzen tagtäglich zu tragen haben: Der Alpenverein wird sich von Touristikern auch in Zukunft nicht in die Knie zwingen lassen – ganz im Gegenteil: Mit unseren Schutzhütten und Bergwegen werden wir auch künftig zu einem umweltverträglichen Tourismus beitragen und uns zum Wohle unserer aller Umwelt weiterhin mit voller Vehemenz zur Wehr setzen und für die Schönheit der Natur kämpfen“, so Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora, der die angriffigen Äußerungen und über Medien ausgerichtete Forderungen einiger Wirtschaftstreibender auf das Schärfste zurückweist:

Konkret geht es um die Forderung einer Gruppe aus Unternehmern, Touristikern und den Tiroler NEOS: Alpenvereinshütten in Tirol sollen demnach zukünftig Kurtaxen für Übernachtungen zahlen. Diese sind laut §4 des Tiroler Aufenthaltsabgabegesetzes einer Abgabepflicht ausgenommen: „Nicht abgabepflichtig sind demnach Nächtigungen in Schutzhütten, die aufgrund ihrer einfachen Ausstattung mit Beherbergungsbetrieben im Dauersiedlungsraum nicht vergleichbar sind“, zitiert Ermacora die aktuelle Rechtslage. „In unseren Schutzhütten gibt es in der Regel nur Mehrbettzimmer und Matratzenlager, geschlafen wird im Hüttenschlafsack, WC gibt es für die Gäste am Gang. Der Vorwurf, unsere Schutzhütten würden ‚komfortablen Berghotels‘ gleichen – und auch deshalb sollten wir Kurtaxen bezahlen – ist selbstverständlich völlig aus der Luft gegriffen und werte ich als überzogen und unsachlich.“

Ermacora ergänzt in diesem Zusammenhang die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit welchen Sektionen und Hüttenwirte zu kämpfen haben: „Die Saison auf den höhergelegenen Hütten ist auf rund drei Monate beschränkt, Bau und Sanierungskosten sind bis zu zweieinhalbmal höher, als im Tal. Eine WC-Spülung auf manchen Hütten kann bis zu fünf Euro kosten, die Kilowattstunde Strom bis zu drei oder gar vier Euro“.

Alpenverein stellt unwahre Behauptungen richtig

Der Österreichische Alpenverein weist völlig falsche und aus der Luft gegriffene Zahlen – die vom Nationalratsabgeordneten Franz Hörl medial verbreitet wurden – zurück. Franz Hörl behauptet da beispielsweise, dass der Alpenverein mit vier Millionen Euro Förderung pauschal bedacht wird. Das Geld würde automatisch überwiesen werden, Projektanträge würden keine gestellt werden. „Der Verband alpiner Vereine Österreichs bekam im Jahre 2019 insgesamt 3.720.000 Euro, der Alpenverein hat davon rund 2,3 Millionen Euro erhalten. Jede einzelne Rechnung wird davon mehrfach geprüft: einerseits durch ein internes Kontrollsystem, dann vom Ministerium, das selbst wieder vom Rechnungshof geprüft wird. Jede andere Institution kann sich da eine Scheibe abschneiden. Wir treten hier sehr gerne jeden Vergleich mit der Tourismuswirtschaft an“, betont der Alpenvereinspräsident.

Auch in Zukunft „unbequem“

Solche Forderungen kommen laut Alpenverein wahrscheinlich nicht von ungefähr: „Ob das nun eine Retourkutsche ist, weil wir uns als Alpenverein beispielsweise so vehement für den Schutz rund um den Linken Fernerkogel oder für andere Gebiete einsetzen, will ich nicht beurteilen. Klar ist, dass manche Gruppen den Alpenverein als äußerst ‚unbequem‘ ansehen. Dies werden wir aber selbstverständlich auch in Zukunft bleiben – das sind wir den Menschen – besonders aber auch unserer Umwelt – schuldig. Gefügig machen werden wir uns nicht lassen.“ Der Alpenverein wird sich zu diesem Thema im Jänner nochmals zu Wort melden.

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