BELVEDERE: Into the Night. Die Avantgarde im Nachtcafé

Ausstellung von 14. Februar bis 1. Juni 2020 im Unteren Belvedere und der Orangerie

  • Die Ausstellung bietet einen neuen und spannenden Zugang zur bekannten Kunstgeschichtsschreibung. In der ersten umfassenden Schau zu diesem Thema werden die alternativen Schauplätze der Moderne gezeigt, die sich als kreative Freiräume zum Nährboden kulturellen Denkens entwickelten. Wir entführen die Besucher_innen nicht nur ins Pariser Chat Noir oder ins Wiener Kabarett Fledermaus, sondern auch nach Harlem in New York, nach Mexiko-Stadt oder nach Ibadan in Nigeria.
    Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere
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  • „Although certain cases like the Cabaret Voltaire are now considered milestones in the history of art, most of the marginal activities and ephemeral gestures produced in the context of artistic cabarets remain footnotes in art historical literature and exhibition history. Into the Night celebrates the diversity of art forms, the plurality of voices and the vulnerability of the artwork produced in these spaces, revealing an alternative and expansive view of art beyond the high modernist canon.
    Florence Ostende, Kuratorin der Ausstellung
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Wien (OTS) - Kabaretts, Cafés und Clubs waren im 20. Jahrhundert Treffpunkte unterschiedlichster Kulturen und gesellschaftlicher Positionen. Sie wurden zu wichtigen Dreh- und Angelpunkten der Avantgarde und boten Künstler_innen eine Plattform des kreativen Ideenaustauschs. Into the Night widmet sich diesen alternativen Szenen und erzählt vom künstlerischen Nachtleben im Zeitraum von den 1880er- bis in die 1960er-Jahre. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Barbican (London) organisiert.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere: Die Ausstellung bietet einen neuen und spannenden Zugang zur bekannten Kunstgeschichtsschreibung. In der ersten umfassenden Schau zu diesem Thema werden die alternativen Schauplätze der Moderne gezeigt, die sich als kreative Freiräume zum Nährboden kulturellen Denkens entwickelten. Wir entführen die Besucher_innen nicht nur ins Pariser Chat Noir oder ins Wiener Kabarett Fledermaus, sondern auch nach Harlem in New York, nach Mexiko-Stadt oder nach Ibadan in Nigeria.

Kabaretts, Cafés und Clubs beflügelten den Ideenaustausch zwischen Kunst, Architektur, Design, Literatur, Tanz und Musik. Viele dieser Orte boten Freiräume von gesellschaftlichen Zwängen und politischer Unterdrückung: Menschen abseits des Mainstreams fanden hier eine Bühne, auf der sie normierte Geschlechterrollen und Identitätsvorstellungen neu entwerfen konnten.

Kuratorin Florence Ostende (Barbican): „Although certain cases like the Cabaret Voltaire are now considered milestones in the history of art, most of the marginal activities and ephemeral gestures produced in the context of artistic cabarets remain footnotes in art historical literature and exhibition history. Into the Night celebrates the diversity of art forms, the plurality of voices and the vulnerability of the artwork produced in these spaces, revealing an alternative and expansive view of art beyond the high modernist canon.“

Die Zusammenhänge mit der Entstehung neuer Kunststile und Ausdrucksformen sind evident: In Paris nahm das Chat Noir in den 1880ern mit seinem Schattentheater die Kinokultur vorweg. Das 1907 von Protagonist_innen der Wiener Werkstätte gegründete und entworfene Kabarett Fledermaus markierte den Übergang vom Secessionismus zum Expressionismus. 1916 wurde im Zürcher Cabaret Voltaire Dada gegründet. Im Berlin der Zwischenkriegszeit befeuerte die vibrierende Energie der Nachtclubs Künstler_innen des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit wie Otto Dix, Jeanne Mammen oder Elfriede Lohse-Wächtler. Das abstrakte Design des Café L’ Aubette in Straßburg stammte zum Teil von Theo van Doesburg, einem Protagonisten der De-Stijl-Bewegung, in Zusammenarbeit mit Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp. Große Bedeutung für den Futurismus hatten der von Giacomo Balla designte Nachtclub Bal Tic Tac oder das von Fortunato Depero entworfene Cabaret del Diavolo in Rom. Daneben durchbricht die Ausstellung den eurozentristischen Blickwinkel und thematisiert etwa auch die Harlem-Renaissance in New Yorker Jazzclubs der 1920er- und 1930er-Jahre oder den Mbari Artists and Writers Club, der 1961 in Ibadan im unabhängigen Nigeria gegründet wurde. Im inhaltlichen Kontext der Lokale werden Werke von Künstler_innen wie Hans Arp, Otto Dix, Theo van Doesburg, Aaron Douglas, Hannah Höch, Josef Hoffmann, Elfriede Lohse-Wächtler, Oskar Kokoschka, Jeanne Mammen, Koloman Moser, Henri Rivière, Sophie Taeuber-Arp, Henri de Toulouse-Lautrec oder Prince Twins Seven Seven gezeigt.

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