Corona-Virus - Auswirkungen auf den österreichischen Tourismus

Was sind die Konsequenzen für Tourismus, Hotellerie und Gastronomie? Was können Betriebe tun? Welche neue Chancen ergeben sich?

Schwaz/Tirol (OTS) - Das Virus zwang einer verwöhnten „overbooked“-Hotellerie und einem „überhitzten“ Tourismus, von einem Tag auf den anderen, eine Vollbremsung auf NULL hinzulegen. Der Blick in die Glaskugel ist bei der Corona-Krise nicht wirklich seriös, so ehrlich muss man sein – es gibt zu viele neue, unbekannte Faktoren. Christoph D. Albrecht, Geschäftsführer von AC Consulting, wagt dennoch eine Prognose zu erstellen.

Drei wesentliche Konsequenzen: wirtschaftliche, verhaltensbezogene und rechtlich/politische

Die österreichischen Touristik- u. Gastrobetriebe haben nicht nur das heurige Ostergeschäft verloren, sondern sie werden auch hohe Einbußen für den heurigen Sommer bei ausländischen Übernachtungsgästen als auch teilweise bei Inlandsgästen spüren“, erklärt Albrecht. Laut Österreich Werbung wurden in Österreich im Jahr 2019 über 55 Mio. ausländische Übernachtungen zwischen Mai und Oktober verzeichnet. Das sind 70 % aller Übernachtungen im Sommer 2019 und knapp 10 Mrd. Euro Einnahmen, die bei anhaltenden Grenzschließungen über den Sommer verloren gehen - Tagestourismus noch nicht berücksichtigt.

So lange unsere Quellenmärkte, vor allem Deutschland mit 29,4 Mio. Nächtigungen, mit dem Virus zu kämpfen haben und die Grenzen für den „normalen“ Personenverkehr geschlossen sind, muss der heimische Tourismus, die Hotellerie und Gastronomie im heurigen Sommer mit österreichischen Gästen auskommen. Laut Österreich Werbung lag der Anteil der Übernachtungen von heimischen Gästen im Sommer 2019 bei 30 %; absolut 14 Mio. Gäste. Setzt man auch bei den Inlandsgästen den Rotstift mit 50% an, würden nochmals 2 Mrd. Euro an Übernachtungsumsätze verloren gehen.

Was begründet den 50 %igen Abzug?

1.Potentielle Inlandsgäste, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, werden den Urlaub aufgrund Einkommensverluste vermutlich heuer auslassen

2.Menschen in Kurzarbeitszeit, die bereits den heurigen Urlaub und Zeitausgleich abgebaut haben, werden daher auch reduziert in den Urlaub fahren

3.Viele tausend EPU`s und Kleinst- und Kleinbetriebe, Künstler etc., die seit Mitte März ohne Umsatz und daher ohne Einkommen leben, werden sich überlegen, ob Urlaub heuer finanziell möglich ist

4.Ältere Personen ab 60 Jahren, die in den kommenden Monaten weiterhin zur „gefährdeten“ Gruppe des Corona-Virus gehören, werden Urlaub im großen Stil eher vermeiden

5.Zu guter Letzt wird es auch viele Menschen geben, zum Teil auch mit Vorerkrankungen, die aus reiner Vorsicht heuer zu Hause bleiben

Ansteckungsrisiko, Hygiene und guests-distancing

Urlauben, so wie wir es gewohnt sind, wird erst wieder stattfinden, wenn wir einen hohen Immunisierungsgrad in der Bevölkerung erreichen, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten oder ein Medikament bzw. Impfstoff verfügbar ist. In Österreich ist der Immunisierungsgrad kaum vorhanden (nicht mal 1 % der Gesamtbevölkerung), so ist die Wahrscheinlichkeit für eine zweite Infektionswelle durchaus möglich. Wenn der Tourismus Mitte Mai wieder Lebenserscheinungen zeigen darf, werden uns daher die Themen „Hygiene“ und „guests-distancing“ noch einige Zeit begleiten.

Was können Hotel- und Gastronomiebetriebe nun tun?

1. Liquidität unbedingt sichern. Kosten sinnvoll reduzieren. Förderungen und Zuschüsse sinnvoll ausnutzen

2. Berechnen, ob und wann Aufsperren mit halbleerem Haus profitabel ist

3. Unbedingt mit den Gästen in Kontakt bleiben – Vertrauen schaffen

4. Auf keinen Fall dem Preisdumping verfallen – über den (Mehr-)Wert, Zusatzleistung, Upgrades verkaufen und Vertrauen schaffen

5. „Hygiene“-Maßnahmen für Gäste erarbeiten und kommunizieren – Vertrauen schaffen

6. Maßnahmen und Serviceleistungen zum sinnvollen „guests-distancing“ erarbeiten und mit den Mitarbeiter*innen trainieren

7. Kurzfristig neue Vermietungsgäste ansprechen, z.B. Räumlichkeiten zum Arbeiten an Selbstständige, Menschen im home-office etc. vermieten – mit und ohne Verpflegung

8. Neue Services überlegen, wie privat cooking auf Distanz mit Abhol- und Lieferservice

9. Spezielle Kurzurlaubspackages anbieten

10. Die Gelegenheit am Schopf packen, das eigene Geschäftsmodell als GANZES in Hinblick „Zukunft“ und „Ertragsfähigkeit“ kritisch hinterfragen und schärfen

Die gute Nachricht

„Aus meiner Sicht wird Urlauben in den Alpen wird weiterhin höchste Begehrlichkeit bei den Gästen haben, da das Reisen ein zu intensives Verlangen bei den Menschen auslöst und das Produkt „Alpenurlaub“, Sommer wie Winter, zu attraktiv und alternativlos ist. Das Image von Österreich als Urlaubsdestination wird ungebrochen positiv sein. Auch, wenn Tirol derzeit in Kritik im Zusammenhang mit dem Corona-Virus steht, wird das positive Image als TOP Urlaubsdestination langfristig aufrecht bleiben“, ist sich Albrecht sicher.

„Das Virus hat uns auf den Boden der Realität gebracht und zwingt uns sprichwörtlich uns neu zu „erden“. Es hat uns schlagartig und auf heftigste Weise wieder in Erinnerung gerufen, was tatsächlich wichtig ist im Leben. Familie – Gesundheit - Heimat – Zusammenhalt - Achtsamkeit – Moral & Ethik“, meint Albrecht.

Diese Werte werden uns nicht nur im Leben nach Corona, sondern auch im Tourismus noch deutlicher begegnen. Albrecht, fürchtet, dass es am Ende der Corona-Pandemie min. 60 Mio. direkt emotional betroffene Menschen sein werden, die sich mit moralischen Fragen beschäftigen und diese Werte neu erfahren - und diese Erfahrung sitzt sehr tief.

Albrecht ist auch davon überzeugt, dass die beiden bereits existierenden Wertefelder „Native-ECO“ und „Inspiration/Achtsamkeit“, die er in seinem Buch „Tourismus 2025 – Fit für die Zukunft?“ beschrieben hat, noch mehr Relevanz für die Gäste beim Urlauben haben werden. Das bedeutet, die bewusste „Diät“ vom Alltagstress, die Flucht aus dem „Dauerrausch“ von Einflüssen, die Suche nach erlebnisorientierter Inspiration zur aktiven Entschleunigung sowie der Sinn für Regionalität und umwelt- und klimaschonendes Urlauben werden zunehmen. Dafür liefern die Alpen die besten Möglichkeiten.

FAZIT:

Das Corona-Virus zwingt Touristiker, Hoteliers und Gastronomen sich auf neue Gegebenheiten flexibel einzustellen, um das Geschäft wieder auf Touren zu bringen. Jede Krise bringt aber auch neue Chancen, die Albrecht auf https://www.acconsulting.co.at/blog/ im Detail beschreibt. Was jetzt erforderlich ist, sind die kurzfristigen Maßnahmen umzusetzen und die Chancen am Schopf zu packen und mit Mut, Kreativität und Ausdauer umzusetzen.

Rückfragen & Kontakt:

AC Consulting
Christoph D. Albrecht
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