Von Straßenfotografie bis NS-Kunstpolitik

Das Wien Museum präsentiert sein Programm 2021 und die nächsten Bauschritte am Karlsplatz

Wien (OTS) - Zwei große Ausstellungen im Wien Museum MUSA setzen Schwerpunkte im Frühjahr und Herbst: Mit „Augenblick! Straßenfotografie in Wien“ wird erstmals die hauseigene Fotosammlung in ihrer ganzen Breite präsentiert, in „Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien“ setzt sich das Museum auch mit der eigenen institutionellen Geschichte auseinander. Weitere Schwerpunkte sind die Online-Angebote sowie der Umbau am Karlsplatz, wo der Neubau – aus dem Altbau heraus – in die Höhe wächst.

„Das Wien Museum ist – Corona zum Trotz – rundum ausgelastet: Es macht 2021 – Nomen est Omen – unsere Stadt zum Thema seiner Ausstellungen, ästhetisch, historisch und kritisch. Auch der Umbau geht dank des eingespielten und professionell agierenden Teams mit großen Schritten voran“, unterstreicht Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. „Für die Zukunft angedacht ist der kostenfreie Zugang zur neuen Dauerausstellung im neuen Museum; ein Vorhaben, an dessen Umsetzung die Stadt mit ganzer Kraft arbeitet“.

Zwei Ausstellungen im MUSA setzen Schwerpunkte

Wiens Alltags- und Straßenleben in faszinierenden, noch nie gezeigten Bildern: Die Ausstellung „Augenblick! Straßenfotografie in Wien“ wird im Frühjahr/Sommer '21 einen Querschnitt durch die Geschichte der Wiener „Street Photography“ bieten. Damit zeigt das Wien Museum seine große Fotosammlung erstmals in ihrer ganzen Breite, ergänzt durch wichtige Leihgaben. Im Zentrum der Schau steht der Blick auf die sich verändernde Großstadt und das Leben auf Wiens Straßen von den 1860er Jahren bis zu Instagram-Bildern der Gegenwart. Eine aufregende, fotografische Entdeckungsreise mit Werken von Emil Mayer, August Stauda, Franz Hubmann, Ernst Haas, Erich Lessing, Barbara Pflaum, Edith Suschitzky (Tudor-Hart), Elfriede Mejchar, Robert Haas und vielen anderen.

Die „Reichskammer der bildenden Künste“ war im Nationalsozialismus die mächtigste Institution zur politischen Lenkung des Kunstgeschehens. Von rund 3.000 Wiener Künstler*innen sind die Mitgliederakten überliefert, die vor kurzem erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet wurden. Die Forschungsergebnisse werden im Herbst/Winter '21/‘22 in der Ausstellung „Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien“ präsentiert. Dabei werden sowohl das Propagandaprogramm der Wiener NS-Kunstpolitik als auch die individuellen Künstler*innen-Biografien thematisiert. Unter ihnen der Architekt des Wien Museums Oswald Haerdtl, der als Mitläufer ohne Parteizugehörigkeit durchaus ein Profiteur des Systems war. Im Hinblick auf die Sammlungsbestände des Wien Museums und die derzeitige Sanierung des Hauses am Karlsplatz, ist die Ausstellung so auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen institutionellen Geschichte.

In der Startgalerie im MUSA werden mit Lukas Hochrieder, Jelena Micić, Melanie Ender, Jens Fröberg, Rosa John, Hannah Lisa Kunyik, Thomas Hitchcock und Tim Sandow acht junge Künstler*innen in Einzelausstellungen vorgestellt.

Bezirksmuseen Reloaded

Bezirksmuseen Reloaded, das Angebot professioneller Unterstützung der Institutionen durch eine Stabstelle im Wien Museum und drei jungen Kurator*innen, tritt 2021 durch zwei Ausstellungsprojekte an die Öffentlichkeit: Zum einen wird es Interventionen zeitgenössischer Künstler*innen im original erhaltenen Tröpferlbad-Raum im Bezirksmuseum Wieden geben, zum anderen findet im Bezirksmuseum Josefstadt eine Sonderausstellung zum Thema Findelhäuser und Gebäranstalten unter dem Titel »Vor Schand und Noth gerettet?!« statt.

Wien Museum Open Air

Während des Umbaus des Wien Museums am Karlsplatz wird der Bauzaun als Freiluftgalerie genützt. Mit „FACE IT! Porträts aus dem Frühjahr 2020“ von Elodie Grethen und Peter Stuiber wurde die neue Ausstellungsfläche letzten Herbst eröffnet. Mit fortschreitender Radikalisierung in der Ausseinandersetzung rund um die Maßnahmen gegen Covid-19 wurden die Porträts wiederholt zerstört und wanderten in den virtuellen Raum. Im Februar folgt nun „Almost. Wiener Weltreisen 1873 / 2020“, Fotos des Architekturjournalisten und Publizisten Wojciech Czaja kombiniert mit Fotos von der Weltausstellung im Prater, eine „imaginäre Reise“ 150 Jahre früher. Weitere Ausstellungen sind in Planung.

Wien Museum Online

Das erste digitale Museumsmagazin Österreichs magazin.wienmuseum.at ist seit Oktober 2019 online und verzeichnet mittlerweile 4.000 Leser*innen pro Monat, davon rund die Hälfte Abonennt*innen. Jede Woche gehen circa drei Beiträge online, insgesamt waren es bislang über 160. Zu den meistgelesenen und in der Presse rezipierten Stories gehörten jene über die Pestordnung, über die Strombäder im Donaukanal, über 40 Jahre U4, über das Russendenkmal am Schwarzenbergplatz und die Bedeutung von Balkonen in der Geschichte des Wohnens in Wien.

Ähnlich viele User*innen bewegen sich derzeit jeden Monat auf der neuen Objektdatenbank sammlung.wienmuseum.at, und das durchschnittlich sechs Minuten lang. Diese verbringen sie mit der Suche nach Objekten, dem Zusammenstellen von Fotos zu bestimmten Themen oder sie nutzen die kuratierten Alben als ein digitales Ausstellungserlebnis. Seit dem Launch vergangenen November ist die Online Sammlung auf 50.606 Abbildungen gewachsen, die meisten davon als „Open Content“-Bilder, also zur freien Bearbeitung und Verwertung. Dieser kontinuierlich wachsende digitale Materialienfundus kann zu wissenschaftlichen, kreativen oder journalistischen Zwecken, aber auch für den Schulunterricht oder einfach privat genutzt werden.

Wien Museum Neu

Im ersten Baustellenhalbjahr ab Juli standen die Abbrucharbeiten, der Spezialtiefbau und die Herstellung der Geothermie im Zentrum. Nachdem diese Leistungen noch vor Weihnachten großteils abgeschlossen werden konnten, steht das Jahr 2021 ganz im Zeichen des Hochbaus. Sukzessive wird der Neubau aus dem Altbau heraus in die Höhe wachsen. Nach der Finalisierung des Grobkonzeptes und der Leitobjekte geht die Planung der neuen Dauerausstellung in die Feinkonzeption. Die Sanierung des Altbaus startet vom Kellergeschoss, für die neuen Steinplatten wird die Fassade vorbereitet.

Die konkreten Termine der geplanten Ausstellungen werden unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Situation zeitnah veröffentlicht.

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