Gewerkschaft vida: Köstingers Trinkgeld-Vorstoß im Tourismus nur Tropfen auf heißen Stein

vida-Tusch: „Beschäftigte brauchen echte Perspektiven!“

Wien (OTS) - „Der Zynismus, mit dem Ministerin Köstinger vorgeht, wenn sie davon spricht, dass sie Beschäftigte im Tourismus nicht im Stich lässt, ist im negativen Sinn bemerkenswert“, sagt Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, der die von Köstinger angekündigten 175 Euro Trinkgeldersatz als Tropfen auf den heißen Stein sieht. Es sei begrüßenswert, dass die Regierung hier endlich reagiert und an einen Trinkgeldersatz denkt – allerdings würden die Kolleginnen und Kollegen echte Perspektiven brauchen. „Abgesehen davon, dass die 175 Euro hochgerechnet auf die Zeit, in der die Betriebe jetzt schon geschlossen sind, zu wenig sind, ist es wieder nichts Konkretes, das von der Regierung kommt“, so Tusch, der einen echten Fahrplan bei der Rückkehr zur Normalität weiterhin vermisst. Es gäbe nach wie vor nur Termine, die kurz davor dann wieder zur Diskussion stehen, ob die Infektionsinzidenz es überhaupt zulässt, Lokale oder Schanigärten aufzusperren.

Hinsichtlich des Trinkgeldersatzes betont vida-Gewerkschafter Tusch, dass man bei der Berechnung nicht nur die reinen Lockdowns berücksichtigen darf: „Auch in der Zeit, in der die Gaststätten im Vorjahr offen waren, war der Andrang der Gäste nicht so hoch wie vor der Pandemie. Und das wirkt sich unweigerlich auf das Trinkgeld aus.“ Man dürfe nicht vergessen, dass die Beschäftigten völlig unverschuldet in diese Situation geraten sind. „Und jetzt werden die Kolleginnen und Kollegen mit 175 Euro Trinkgeld abgespeist – ein großer Wurf sieht anders aus“, sagt Gewerkschafter Tusch.

Neben einem ernstgemeinten Trinkgeldersatz fordert Tusch einen Fixkostenzuschuss für Beschäftigte. „Wir verstehen, dass es den Betrieben schlecht geht und es ist auch klar, dass man hier unterstützen muss. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen aber genauso wenig auf der Strecke gelassen werden“, sagt der Gewerkschafter und erinnert Regierungsvertreterin Köstinger daran, dass die Regierung im vergangenen Frühjahr versprochen hat, niemanden zurückzulassen. „Jetzt sind es aber erst recht die Beschäftigten, die man mit ihren Existenzängsten allein lässt, denn das Ersparte ist nach zwölf Monaten schon aufgebraucht“, schließt Tusch.

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