20 Prozent weniger als vor 10 Jahren: Entwicklung bäuerlicher Einkünfte ist ein Armutszeugnis

Handelskonzerne feiern Rekordgewinne, landwirtschaftliche Betriebe zahlen die Rechnung - Bürgerinitiative oekoreich fordert Systemwandel

Zurecht verlangen wir Konsument*innen höchste Standards bei Tierwohl und Naturschutz – aber diejenigen, die sie zu erbringen haben, werden im Stich gelassen. Die Handelskonzerne schauen nur noch auf ihre Profite und importieren lieber Qualfleisch aus Litauen wie HOFER oder pflegen Geschäftsbeziehungen zu dubiosen Agrarkonzernen aus der Ukraine wie REWE, statt faire Preise zu bezahlen. Die Politik appelliert an die Konsument*innen, aber blockiert immer noch die Herkunftskennzeichnung. So geht’s nicht mehr weiter, wir werden diese desaströse Dynamik in der Landwirtschaft nicht länger hinnehmen“ so Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich und Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.
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Wien (OTS) - Wie Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger heute vorgestellt hat, entwickeln sich die landwirtschaftlichen Einkünfte der heimischen Bäuer*innen katastrophal. Mittlerweile verdienen sie um rund 20 Prozent weniger als noch vor 10 Jahren. Lag das durchschnittliche Einkommen im Jahr 2011 noch bei rund 35.000 Euro pro Jahr und Betrieb, waren es 2020 nur noch rund 28.000 Euro. In den letzten drei Jahren gab es zudem ein Netto-Minus von rund 9 Prozent. Und das, obwohl die Rohstoffpreise genauso wie alle anderen Lebenskosten stark anziehen. Kein Wunder, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe für immer schließen müssen.

Gleichzeitig verdienen sich insbesondere die Handelskonzerne eine goldene Nase, immer öfter mit importierter Ware, wie oekoreich zuletzt mehrfach bei Eiern oder Fleisch aufdeckte. Noch nie war die Lage so günstig für REWE, HOFER & Co wie im Corona-Jahr 2020. Während die Produzent*innen immer weniger Lohn für ihre ehrliche Arbeit erhalten, streifen die Handelsbetriebe neue Rekordgewinne ein. Für die Bürgerinitiative oekoreich, Nachfolgerin des erfolgreichen Tierschutzvolksbegehrens, kommt diese Entwicklung einem Armutszeugnis gleich und verlangt nach einem Systemwandel:

Zurecht verlangen wir Konsument*innen höchste Standards bei Tierwohl und Naturschutz – aber diejenigen, die sie zu erbringen haben, werden im Stich gelassen. Die Handelskonzerne schauen nur noch auf ihre Profite und importieren lieber Qualfleisch aus Litauen wie HOFER oder pflegen Geschäftsbeziehungen zu dubiosen Agrarkonzernen aus der Ukraine wie REWE, statt faire Preise zu bezahlen. Die Politik appelliert an die Konsument*innen, aber blockiert immer noch die Herkunftskennzeichnung. So geht’s nicht mehr weiter, wir werden diese desaströse Dynamik in der Landwirtschaft nicht länger hinnehmen“ so Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich und Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Wichtigste Maßnahme zur Steigerung des landwirtschaftlichen Einkommens der Bäuer*innen ist die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln – von verarbeiteten Produkten im Supermarkt bis hin zum Landgasthaus. Zudem gilt es die kleinbäuerlichen Betriebe im Zuge der GAP-Reform stärker zu bedenken, auch Tierwohl & Naturschutz müssen mehr gefördert werden. Nicht zuletzt braucht es mehr Kommunikation zwischen Konsument*innen und Produzent*innen, um das Bewusstsein zu schärfen. Plumpe Propaganda und durchsichtiges Marketing helfen nicht. Die Bürgerinitiative oekoreich bietet hierzu erneut die Zusammenarbeit an.

Rückfragen & Kontakt:

Bürgerinitiative oekoreich, Dr. Sebastian Bohrn Mena, +43 660 703 88 64, initiative@oekoreich.com

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