Wiener Hotellerie verschläft barrierefreien Tourismus

Während andere Länder die Wirtschaftlichkeit von barrierefreiem Tourismus schon längst erkannt haben, ist das Thema in der "Weltstadt Wien" offenbar noch nicht angekommen.

Warum in einer Weltstadt eine laut World Tourism Organization derart große Zielgruppe von über 130 Millionen Menschen in der EU nicht aktiv bedient und wieso trotz fehlender Touristen auf zahlende Gäste verzichtet wird, ist mir schon alleine aus ökonomischer Sicht unverständlich. Hier sehe ich auch ÖHV und Wirtschaftskammer in der Pflicht auf Barrierefreiheit zu setzen
Michael Sicher, Experte für barrierefreien Tourismus und Gründer von roomchooser.com

Wien (OTS) - Wiener Hotels machen Gästen mit Behinderung schon die Buchung zur Barriere. Nicht einmal 20 % der von WienTourismus gelisteten Unterkünfte sind „voll rollstuhlgerecht“.

Von den 70 rollstuhlgerechten Unterkünften, haben 57 auf Anfrage ein Zimmer angeboten. Davon haben zehn den Wunsch nach einem barrierefreien Zimmer ignoriert. Nur vier Hotels haben Informationen zur Barrierefreiheit zur Verfügung gestellt, drei Hotels aussagekräftige Fotos.

Erst auf Nachfrage senden neun Hotels ausreichende Informationen und Fotos, die Gästen mit eingeschränkter Mobilität eine gute Entscheidungsgrundlage für ihre Buchung bieten.

Die bereits 2019 in Auftrag gegebene Studie der FHWien der WKW (für JournalistInnen auf Anfrage erhältlich) wurde somit leider erneut bestätigt: „Mehr als 50 % der Wiener Hotellerie weisen keine Kompetenz für die Zielgruppe ‚mobilitätseingeschränkte GästInnen‘ auf“.

"Warum in einer Weltstadt eine laut World Tourism Organization derart große Zielgruppe von über 130 Millionen Menschen in der EU nicht aktiv bedient und wieso trotz fehlender Touristen auf zahlende Gäste verzichtet wird, ist mir schon alleine aus ökonomischer Sicht unverständlich. Hier sehe ich auch ÖHV und Wirtschaftskammer in der Pflicht auf Barrierefreiheit zu setzen", so Michael Sicher, Experte für barrierefreien Tourismus und Gründer von roomchooser.com.

Offenbar scheitert das Ziel des bis 31. Dezember 2021 verlängerten nationalen Aktionsplans Behinderung 2012 – 2020: „Information und Sensibilisierung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft für das Thema ‚Barrierefreier und Generationenübergreifender Tourismus für Alle‘“.

Denn aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus von Bundesministerin Elisabeth Köstinger heißt es, „dass der Tourismussektion zur Zeit leider keine budgetären Mittel für barrierefreie Projekte zur Verfügung stehen.“

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Mag. Michael Sicher, MSc
michael.sicher@roomchooser.com
Tel.: +43 650 6742437

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