Kärntens Tourismus fordert Öffnung mit 13. Dezember

„Wir wollen und müssen aufsperren!“, stellt Spartenobmann Josef Petritsch klar. Eine Verlängerung des Lockdowns hätte massiv negative Auswirkungen auf die Kärntner Tourismuswirtschaft.

Klagenfurt (OTS) - Kärntens Tourismuswirtschaft drängt auf ein Einhalten der geplanten Öffnung ab 13. Dezember. „Der angekündigte Fahrplan muss jedenfalls eingehalten werden“, fordert Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Alles andere wäre ein Desaster für die Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich bereits intensiv auf die Wiedereröffnung vorbereiten. „Unseren Betrieben muss vor allem jetzt Planungssicherheit gewährleistet werden. Versprochene Maßnahmen müssen eingehalten werden, sonst wird der volkswirtschaftliche Schaden immer größer.“ Die Vorbereitung auf das Lockdown-Ende sei schließlich mit einer gewissen Vorlaufzeit verbunden, wie bspw. Wareneinkäufen und Personaleinsatz. „Ein Verschieben des Öffnungstermins wäre für die Betroffen deshalb nicht nur zermürbend, sondern würde wieder irrsinnig viel Geld kosten“, gibt der Spartenobmann zu bedenken.

Außerdem sei bei einer Lockdown-Verlängerung neuerlich ein verstärktes Abwandern von Fachkräften in andere Branchen zu befürchten. „Die Stimmung ist auch bei den Mitarbeitern äußerst angespannt, was natürlich verständlich ist. Wir alle wollen arbeiten, dürfen aber nicht. Dabei sind wir bestens für eine sichere Wintersaison gerüstet.“ Dass die Betriebe sichere Gastgeber sind, hätten sie bereits in zwei Sommersaisonen bewiesen und sich außerdem gewissenhaft auf die kommende Wintersaison vorbereitet. „Es kann nicht sein, dass der Tourismus auch heuer wieder der Sündenbock sein soll, obwohl wir bereits mehrfach bewiesen haben, dass wir sichere Gastgeber sind. Unzählige Analysen haben gezeigt, dass die Ansteckungen vor allem im unkontrollierten privaten Raum stattfinden. Trotzdem werden die Betriebe geschlossen! Das ist absolut nicht nachvollziehbar“, so Petritsch.

Appelle wurden nicht gehört
Enttäuschend sei auch, dass die Politik nicht bereits im Sommer intensivere Vorkehrungen getroffen habe. Gebetsmühlenartig wurde sowohl auf Landes- als auch Bundesebene eine flächendeckende Testinfrastruktur, Impfanreize und insgesamt mehr Tempo in der Pandemiebekämpfung gefordert, „aber leider wurden unsere Appelle nicht gehört.“ Nun sei genau der Fall eingetreten, vor dem man gewarnt habe: Die Wintersaison kann erst verspätet beginnen, womit enorme Umsatzeinbußen verbunden sind.

Um zumindest einen Teil der Saison retten zu können, muss die Bundesregierung ihre Ankündigungen und Versprechungen einhalten. „Täglich fragen Gäste bei uns nach, aber wir können angesichts der neuen Spekulationen rund um die Verlängerung des Lockdowns keine genaue Auskunft geben. Diese Unsicherheit ist zermürbend und kräfteraubend“, berichtet Josef Petritsch aus den Betrieben. Eine österreichweite Umfrage habe ergeben, dass die Stornorate seit Lockdown-Beginn bei 75 bis 90 Prozent liege. „Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass wir uns nun auf Zusagen der Politik verlassen können“, fordert Petritsch.

„Jeder muss Verantwortung übernehmen“
Der WK-Tourismussprecher spricht sich insgesamt für mehr Zusammenarbeit und Solidarität in der Pandemiebekämpfung aus: „Wir werden es nur gemeinsam durch diese schwierigen Zeiten schaffen. Jeder muss seinen Teil beitragen und Verantwortung übernehmen: Die Politik, indem sie uns wieder arbeiten lässt. Die Betriebe, indem sie sich weiterhin vorbildhaft an die Corona-Maßnahmen halten. Und die Bevölkerung, indem sie Impf- und Testangebote nutzen.“ Das Infektionsgeschehen werde nur gebremst werden können, wenn sich jeder einzelne seiner Verantwortung bewusst ist. „Impfen und Testen schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern rettet auch die Wirtschaft und sichert damit viele Arbeitsplätze“, appelliert Petritsch an die Bevölkerung.

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