Naturfreunde: Klares „Nein“ zu Atomenergie

Ausbau der Erneuerbaren Energien alternativlos bei der Energiewende

Wien (OTS) - Sowohl im Rahmen der Klimakonferenz in Glasgow, als auch auf EU-Ebene, wurde wieder einmal die Frage aufgeworfen, ob Kernenergie ein Lösungsansatz zur Bewältigung der Klimakrise sein kann. Die Naturfreunde Österreich stellen sich seit jeher gegen die Nutzung von Atomenergie und sagen dazu dezidiert NEIN! Diese Forderung wurde auch vor kurzem im Bundesvorstand, dem zweithöchsten Gremium des Vereins, einstimmig bekräftigt. Kernenergie ist teuer, risikobehaftet und hinterlässt ein schweres Erbe für kommende Generationen, mit Auswirkungen die wir heute noch gar nicht abschätzen können.

„Wer jetzt in Erwägung zieht, Atomenergie zu forcieren, nimmt auch in Kauf, dass uns auf der anderen Seite Milliarden für Investments in erneuerbare Energieformen fehlen. Es würde sowohl die Errichtung schon bestehender Technologien als auch die Neuentwicklung und Forschung bedrohlich gebremst werden,“ erklärt Andreas Schieder, Vorsitzender der Naturfreunde Österreich. Eine sinnvolle Energiewende wird nur durch einen konsequent umgesetzten Ausbau erneuerbarer Energie funktionieren.

„Wollen wir die Klimakrise wirklich eindämmen, müssen Technologien mit möglichst geringem CO2-Ausstoß eingesetzt werden, nur so schaffen wir eine echte nachhaltige Energiewende. Wichtig dabei ist, dies so rasch wie möglich zu machen“, sagt Gerald Plattner, Umweltexperte der Naturfreunde. Hier zeigt sich auch der nächste Nachteil von Kernenergie: Atomkraft ist in der Umsetzung nicht nur gefährlicher und stößt mehr CO2 aus als erneuerbare Energieträger, zudem dauert es meistens 20 Jahre bis neue Reaktoren geplant und in Betrieb gehen können. Dieser Zeithorizont steht uns nicht zur Verfügung. „Außerdem betragen schon alleine die Errichtungskosten eines AKW mehrere Milliarden Euro, dieses Geld ist besser in anderen Technologien investiert, denn wir müssen JETZT auf die Klimakrise reagieren“ mahnt Andreas Schieder.

Um einen europaweiten Atomstromausstieg zu schaffen, ist es wichtig eine Steigerung der Energieeffizienz zu vollziehen und erneuerbare Energien verstärkt zu fördern. Dies setzt wiederum voraus, dass es eine gute Zusammenarbeit der europäischen Staaten in deren Energiepolitik gibt und leistungsfähige Netz- und Leitungsstrukturen am gesamten Kontinent vorhanden sind.

In Österreich ist heuer mit dem EAG (Erneuerbare Ausbau-Gesetz) ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt worden. Das EAG wird bis 2030 jährlich eine Milliarde Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren. Darunter fallen Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft oder Energie aus Biomasseanlagen. Jedoch muss auf internationaler Ebene auch noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, um die Energiewende hin zu erneuerbarer Energie zu vollziehen und so rasch wie möglich CO2 einzudämmen.

Für die Naturfreunde als Umweltorganisation ist es wichtig dieses umstrittene Thema anzusprechen und so einen Diskurs anzustoßen. Auch im Nationalrat steht heute das Thema Atomkraft im Umweltausschuss auf der Tagesordnung. Dies zeigt, dass Gesprächsbedarf auf nationaler, wie internationaler Ebene vorherrscht.

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